Gesundheitspolitik: Und ewig lockt die Pharmalobby


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Ein unüberschauberer Teufelskreis

Dürfen die Deutschen eine Trendwende in der Gesundheitspolitik erwarten? Keineswegs, erst recht nicht beim Merkel-Kabinett IV, mit einem Jens Spahn als neuer Bundesgesundheitsminister fallen Späne, wird er einer Kohl-Linie durchaus gerecht.

Man muß weiterhin befürchten, daß in der Gesundheitspolitik gilt: Und ewig lockt die Pharmalobby. Handelt es sich hierbei um eine polemische Phrasendrescherei, oder aber sitzt die berechtigte Kritik ganz tief verwurzelt im Bewußtsein derjenigen, die ahnungsvoll erkennen, welch perfide Absichten sich dahinter verbergen?

Chemie wider Pflanzenwissen

Genauso wie Banken sowie die Hochfinanz alles daran setzen, die Wirtschaftspolitik entscheidend zu beeinflussen, ganze Konzerne zusammen mit den Regierungen in wechselseitiger Abhängigkeit nach deren Pfeife tanzen, um es mal auf den Punkt zu bringen, verhält es sich mit dem Aufstieg der chemischen Industrie, in der ebenso pharmazeutische Erzeugnisse ihren Anteil am Gewinn beanspruchen und daher durchsetzen.

Nicht nur in Naturvölkern wie heute gern z.B. im Amazonas-Gebiet beobachtet wird, herrscht ein großes Wissen ob der dort vorhandenen Pflanzensubstanzen, die hilfreich dem Menschen bei allerlei Leiden dienen, sondern auch im europäischen Raum wußten von alten Druiden bis zu den Kräuterweiblein, sich per Heilpflanzen die Menschen zu helfen.

Mit aufkommender Industrialisierung und dem Forscherdrang im wachsenden pharmazeutisch-chemischen Bereich entstanden zunehmend deren Errungenschaften heilsbringender Medikamente, eine schier gigantische Anzahl an Produkten. Ob sie stets genau den Nutzen für den hilflosen Patienten erbringen, darf nicht nur, sondern muß angezweifelt werden. Doch wer vermag dies zu beurteilen?

Die Kritik an Pharmalobby wächst kontinuierlich

Einmal tief durchschnaufen, nicht einer Ärzteschaft ausgeliefert zu sein, die zugleich sich in gewisser Abhängigkeit zu bestimmten Medikamenten befindet, welche eine geschult instrumentalisierte Pharmaindustrie ihnen tagtäglich vorschlägt, ob werbewirksam aufgeschwatzt oder argumentativ einleuchtend nahegelegt. Vermögen Ärzte tatsächlich beurteilen, wie die jeweilige Medikation hilfreich ihren Patienten zur Seite steht? Natürlich nicht, sie verlassen sich auf die Auskunft der Arzneimittelhersteller und dessen Studien im Vorfeld. Und schon schnappt die Falle der Glaubwürdigkeit zu. Wem darf man noch trauen, wer mal einen Blick hinter Medikamentenstudien wirft?

Doch die Pharmalobby steht im Fokus kontinuierlicher Kritik. Der anhaltend und daher zunehmende Druck der Pharamindustrie auf die politischen Entscheidungsträger sollte als Gratwanderung einer profitorientierten Zielsetzung betrachtet werden, wobei der Patient nach wie vor auf der Strecke bleiben kann.

Daß die Pharmakonzerne explizit herzlos ihre eigenen Profite im Visier erwähnen, darauf wies neulich Dylan Grays Film „Fire in Blood“ hin, der 2013 in bestimmten Kinos in Hamburg und Berlin zu sehen war. Aber selbst die US-amerikanische Ärztin und ehemalige Chefredakteurin des „The New England Journal of Medicine (NEJM)“, Marcia Angell, übte scharfe Kritik an Pharmakonzerne, die Öffentlichkeit werde bewußt getäuscht.

Lebenswandel entscheidend

Es gibt einen umfassenden Zusammenhang zwischen einer Pharmalobby, ihren hilfreich zur Seite stehenden Politikern sowie der Gesellschaft, die nahezu ohnmächtig diesem Machtkartell aus Profitgier, Ignoranz den Betroffenen gegenüber ein scheinheiliges Wegducken hinnimmt, ohne wirklich etwas zu ändern. Der Schlüssel zur Beseitigung dieses dramatischen, keineswegs sinnvollen Weges liegt im Bewußtsein unserer Lebensweise.

Solange ein fortwährender Leistungsdruck die Gesundheitsgefahren erhöht, dürfen wir uns nicht wundern, daß die Pharmaindustrie sich unerschrocken bedient. Ritalin und ADHS-Medikamente sind alles andere als eine tolle Errungenschhaft, sondern mit ein Beweis dessen, wie eine gefährlich verlogene Notwendigkeit uns „verkauft“ wird.

„Viele Ärzte haben ihre Seele an die Pharmaindustrie verkauft. Wir brauchen eine Trennung von Ethik und Monetik. (Ellis Huber)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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