Die Türken kommen, aber nicht bis kurz vor Wien


Erdoğans Megaflughafen ein Riesenflop?

Das Sultanat, die Republik Türkei genannt, um dem Despoten einen Anstrich von demokratischer Gepflogenheit zu gönnen, protzt immer öfters mit prestigeträchtigen Superlativen, denkt man an den Weißen Palast mit dessen tausend Zimmern. Aber das gehört sich doch für ein Herrschaftssystem.

Warum denn kleckern, wenn klotzen erfolgsversprechender? Bleiben die Touristenströme aus, muß man natürlich nicht etwa die politische Einstellung bis hin zu menschenrechtsfreundlicher Politik überdenken. Da wird eher mit einem Megaflughafen nachgeholfen, der ab 2028 an die 200 Millionen Passagiere jährlich befördert, Istanbul zum Dreh- und Angelpunkt, weil doch alle Welt gern die Türkei aufsucht? Nanu, haben wir etwas verpaßt?

Wo doch nach dem inszenierten… äh zufälligen Putschversuch und den daraus folgenden harschen Reaktionen seitens dem Pascha etliche Touristen es sich zweimal überlegten, das Urlaubsparadies Türkei anzufliegen? Auch wenn manch Unbelehrbare nicht darauf verzichten konnten, vor allem einheimisch Ausgewanderte. Beim geringsten Terrorverdacht bringt man sie halt hinter schwedische Gardinen, ziemt sich so für ’ne Diktatur.

Das erweckt unerschütterliches Vertrauen, schließlich herrscht nun Recht und Ordnung im islamischen Sultanat. Erdoğans Megaflughafen ein Riesenflop, fragt sich der kritische Beobachter, der eben nicht auf Pomp und Getöse hereinfällt. Was Berlin mit seinem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) nicht schafft, – wer die Abkürzung immer noch nicht einzuschätzen weiß, es steht für den IATA-Flughafencode -, setzt der Pascha in Istanbul kurzerhand um. Nach vier Jahren Bauzeit erfolgt bereits der Umzug und der erste Flugverkehr. Geht doch.

Daß dabei weit über 400 Arbeiter zu Tode kamen, scheint zweitrangig zu sein, mit ein wenig Schweigegeld an die Hinterbliebenen zusammen mit eingeschränkter Pressefreiheit verläuft eine öffentliche Aufmerksamkeit eher im Sande bei freundlichst gehorsamer Unterstützung geschmierter Politiker. Nicht weiter verwunderlich für einen despotischen Regierungsstil.

Manch einer bescheinigt wohl Erdoğan Weitsicht, weil bis 2028 die Wogen des Mißtrauens sich geglättet haben könnten. Wer kann schon behaupten, die weltpolitische Lage neun Jahre im voraus einzuschätzen? Das türkische Sultanat bis dahin nicht mehr in der Nato, eingereiht an der Seite Putins, unter Beobachtung der VR China? Welch brillantes Stichwort, Horden von Chinesen dürfen gen Türkei fliegen, um ihren wohlverdienten Urlaub dort zu genießen, was latürnich nur für Systemtreue gilt.

Wien war gestern, heute läuft Eroberung gänzlich anders, zumal Österreich längst miteifert im nationalistisch-faschistoidem Gehabe. So what?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Satire abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.