Pragmatismus bei Markus Lanz


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/18/David_Hasselhoff_%286718988279%29.jpg/640px-David_Hasselhoff_%286718988279%29.jpg

Wikimedia Commons CC BY-SA 2.0

David Hasselhoffs Wutrede durchaus berechtigt

Zunächst als Vertretung für Johannes B. Kerners Sendung angedacht, begann die Talkshow Markus Lanz im ZDF sich in den Sommerpausen 2008 und 2009 zu etablieren, um danach als fester Sendeplatz dienstags und donnerstags die Zuschauer zu unterhalten. Man muß den deutsch-italienischen Moderator nicht mögen, manche bescheinigen ihm eine gewisse Arroganz, auch sein Ins-Wort-fallen nervt des öfteren.

Doch bei dessen letzter Sendung am Donnerstagabend mischte, als zwei Gäste stritten, die Umweltaktivistin Luisa Neubauer und der FDP-Chef Christian Lindner, sich plötzlich David Hasselhoff in einer minutenlangen Wutrede außerplanmäßig ein. Der Vorteil von Live-Sendungen, auch wenn sie zuvor aufgezeichnet werden, da kann auch mal das verabredete Konzept kurzfristig außer acht gelassen werden. Gut so.

Simples Herauswinden entlarvt Politik als unglaubwürdig

Im konkreten Fall beim Schlagabtausch zwischen der jungen Luisa Neubauer und dem Politik-Profi Christian Lindner, der zwar rhetorisch brillant zu kontern vermag, aber mit stichhaltigen Argumenten keineswegs punkten kann.

Da braucht’s wohl einen David Hasselhoff, der es deutlich auf den Punkt bringt, ziemlich offensichtlich zugleich noch anhand jenes Donald Trump, der Politik Unfähigkeit par excellence bescheinigt. Twittergewitter haben halt auf politischem Parkett so gar nichts verloren. Punkt. Natürlich applaudierte das interessierte Publikum im Studio. Schön, wenn berühmte Filmschauspieler keine Scheu haben, schulschwänzenden Protest vor laufenden Kameras zu unterstützen. Die Bedeutung von Klimastreiks nimmt weiterhin real zu.

Parlamentarischer Zirkus vs. realer Probleme

Die genau dadurch in den Hintergrund geraten. Besonders dramatisch, wenn manche Medien auch noch die Absage an Mariana Harder-Kühnel dafür nutzen, um den Umgang mit jener AfD zu rügen. Wie bitte? Seit wann verhandelt man mit Rechtsradikalen oder lobhudelt diese gar, es würde sich um eine Protestpartei handeln? Davon kann gar keine Rede sein, Herr Harms!

Die verantwortliche Bundesregierung darf und sollte sich dennoch nicht wegducken, hat ohnehin ihre Hausaufgaben mitnichten gemacht, wenn bereits Schüler streiken müssen, um sich Gehör zu verschaffen. Mit der Unterzeichnung zum Pariser Abkommen allein ist es noch längst nicht getan, es müssen Taten folgen, keine halbherzigen Zugeständnisse zum Braunkohleausstieg oder hier und da Dieselfahrverbote.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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