Frauenrechte scheitern am politisch-kulturellen Willen


Hat sich die Emanzipation erübrigt?

Alljährlich flackert die Würdigung zum Internationalen Weltfrauentag auf, dessen Gedenken ganz ähnlich bewertet werden sollte wie der alljährlich wiederkehrende Muttertag. In beiden Fällen dienen solche festgelegte Daten, sich ihrer konzentrierter zu erinnern, den Frauen und Müttern, um anschließend bis zum nächsten Mal im Alltag den ganz normalen Wahnsinn der regelmäßig stattfindenden Mißachtung geschehen zu lassen.

Denn Frauenrechte scheitern stets am politisch-kulturellen Willen in den jeweils unterschiedlichen Ländern dieser Erde. Was veranlaßt den Menschen trotz seiner umfangreichen Entwicklung dazu, Frauen dermaßen arrogant, kaltschnäuzig oder menschenverachtend zu behandeln?

Das alte Muster des Beschützers Rechtfertigung zum Patriarchat?

Gegenfrage: Wer beschützt denn hier wen, wenn Amazonen kriegerisch ihr eigenes Land verteidigten, nach griechischen Mythen durchaus erfolgreich? Zumal im heutigen Thailand die Frau die Macht besitzt und über die Familie als Oberhaupt die Hosen an hat, auch ganz im Sinne des Gynozentrismus.

Andererseits sitzt noch tief verankert das alte Muster des Beschützers im Manne, Frauen dies trotz längst etablierter Emanzipation weiterhin einfordern, tatsächlich der Mann nachgewiesenermaßen mehr Muskelmasse besitzt. Irgendwo dazwischen spielt sich die Realität heutzutage ab, Frauen durchaus sich verteidigen, selbstbewußt ihr Leben gestalten ohne jedwede Abgängigkeit zum Mann als Ernährer und den ebenso stattfindenden männlichen Emanzipationsversuchen, denken wir an die Vaterrolle.

Die Auflösung des uralt eingefahrenen Patriarchats in greifbarer Nähe, aber nicht etwa, es durch ein Matriarchat zu ersetzen, sondern endlich Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind: mit Brust sowie Scheide oder Penis und Hoden bestückt, um mal die äußeren, sichtbaren Geschlechtsmerkmale zu benennen. Ansonsten unterscheiden sie sich im Wechselspiel des Ying und Yang, werden körperlich-geistige Fähigkeiten je nach Möglichkeiten ausgelebt. Aber genau dann offenbart sich die weitverbreitete Ungerechtigkeit.

Menschenrechte automatisch Frauenrechte?

Ein jeder weiß, daß ein enormer Unterschied zwischen Recht haben und dieses auch zu erhalten, sich in der Wirklichkeit alltäglich widerspiegelt. Was hilft die gutgemeinte Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO aus dem Jahre 1948, wenn bis heute eine ziemlich deutliche Verkomplizierung vorherrscht, es darum geht, sich Gehör beim UN-Frauenrechtsausschuß verschaffen zu wollen, um stattgefundene Frauendiskriminierungen völkerrechtlich ahnden zu lassen? Zumal im betreffenden eigenen Land dies wohl nichts bewirken konnte, sollen auf einmal die Vereinten Nationen Einfluß nehmen?

Diese Sackgasse bescheinigt die ganze Tragweite einer tiefverwurzelten Misere, die trotz sehr vieler Bemühungen seitens kämpferischer Frauen weltweit nicht wirklich eine endgültige Akzeptanz in den unterschiedlichen Ländern bewirkt haben. Verschiedene Kulturen interpretieren „Frauenrechte“ nach ihrem Gutdünken, es spielen religiöse Vorbehalte genauso eine Rolle wie das ewige Mackerverhalten, die Dominanz der Männer.

Fazit eines gescheiterten Prozeßes

Eine Frau läuft an einer Baustelle irgendwo in einer deutschen Großstadt vorbei, eben nicht „nuttig“ gekleidet, dafür aber keck, körperbetont und sehr selbstbewußt, immerhin haben Frauen hierzulande sich ihre Stellung bis in höchste Ämter hart erkämpft, was in unserer Demokratie schon möglich, und doch fallen eindeutig obszöne Bemerkungen sowie Gestiken, die im selben Moment das Recht des „stärkeren“ Mannes verdeutlichen, der immer noch Frauen mit Sexobjekten oder Freiwild verwechselt, es selbst auf ordinärste Weise einfach sich gönnt.

Der Funken zur Massenvergewaltigung gar nicht so weit entfernt ist, die gleichen „Anbaggerer“ womöglich zuhause nicht alle das Sagen haben oder nach Feierabend jetzt erst recht einer Prostituierten es so richtig besorgen. Nichts dazugelernt trotz sogenannter Emanzipation? Frauenrechte sind weiterhin keine Selbstverständlichkeit, auch nicht im „goldenen Westen“.

„Frauen: eine Mehrheit, die wie eine Minderheit behandelt wird.“ (Lisa Kraemer)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eine Antwort zu Frauenrechte scheitern am politisch-kulturellen Willen

  1. Morgan Schwab schreibt:

    Selbst als behinderte Frau erlebe ich solchen Mist. Es ist egal, wie ich mich kleide, es passiert immer.

    Gefällt 1 Person

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