Böhmermanns Bewegung „Reconquista Internet“ entlarvt Hass im Netz


Meldeplattform „hassmelden.de“ mit gezielter Wirkung

Wir alle dürfen aufatmen, endlich mal etwas sinnvoll konstruktives, viel eher vertrauenserweckendes, weil Jan es richten wird, bzw. mittels seiner Initiative weit verbreiteten Haßpostings im Internet geschickt entgegengetreten wird, sie einfacher anzuzeigen, wie Lars Wienands Interview mit „Leo“ uns verdeutlicht.

Mit satirischem Schalk im Nacken hat das mitnichten etwas zu tun, sondern darf man unbedingt als seriös betrachten, auch für all jene, die nicht viel mit dem Satiriker und Fernsehmoderator Jan Böhmermann anfangen können. Gerade die Problematik verlangt erst recht danach, zumal genügend Menschen betroffen, nicht jeder diese Haßbotschaften einfach so wegzustecken vermag.

Grenzwertige Formulierung oder etwa nicht?

Werfen wir doch mal einen Blick zum Wort Reconquista, welches anschaulich diese Kolumne aufgriff, sich mit ihm beschäftigte. Insofern eine moderate „Anmahnung“ an all jene rechtsradikalen Kräfte, die gern vollmundig sich dieses Begriffes in ihrem Sinne bedienen? Die Antwort vermag nur Jan Böhmermann selbst geben können, bleibt er gar schuldig, wer es denn genauer wissen möchte.

Zwar sagt Leo im Interview, man „verorte sich nicht rechts oder links“, – dennoch Linke benutzen jenen Begriff eben nicht. Obendrein muß man gerechterweise feststellen, daß überwiegend „rechte Trolle“ sich in den Weiten des Internets tummeln, um ihre Haßtiraden zu verkünden. Grund genug, vehement dagagen vorzugehen, alldieweil Facebook und Co. das viel zu wage und somit nicht deutlich genug handhaben. Auch ein Pendant zum rechten Terror, der sich ohnehin sammelt.

Kritische Bemerkungen verbleiben trotz mutigem Anliegen

Sicherlich könnte man dies als Nörgelei werten oder gar Miesmacherei, stets auf der Suche nach Schwächen oder vermeidbaren Fehlern zu sein, wenn es um den Menschen Jan Böhmermann geht. Immerhin traute er sich zu, den türkischen Despoten zu provozieren, was den bekannten Rechtsstreit und die Affäre nach sich zog.

Andererseits hat der Fernsehmoderator, wenn auch nur kurz, für den kommerziell fragwürdigen privaten Fernsehsender RTL gearbeitet, der oftmals ein Niveau an den Tag legt, welches z.B. Zeit Online nicht unberechtigt als „Unterschichtenfernsehen“ bezeichnet.

Dennoch darf man die Meldeplattform „Reconquista Internet“ als einen mutig sinnvollen Beitrag bezeichnen, einen Versuch, jene Haßparolen einzudämmen, ihnen etwas entgegenzusetzen. Das sollte für noch mehr wichtigen Widerstand sorgen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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