Kopftücher aller Länder vereinigt euch


https://pixabay.com/photos/abdulrasheed-arabic-headwear-480909/

pixabay.com

Wenn Frau sich unterjochen läßt

Kopftücher haben etwas endgültiges, vor allem verdecken sie Haare, im Musical Hair erfreuen sich die Akteure ihrer Haare, ein Zeichen der Freiheit, der Meinungsäußerung, in diesem Fall gegen den schrecklichen Vietnamkrieg. Make peace not war! Die Generation der 1968er, die Blumenkinder machen sich Luft, bemerkbar.

Soweit so gut. Oder doch nicht? Zu Schah-Zeiten im Iran begann die Jugend lockerer sich zu geben, keine Vorschriften ob irgendwelcher Kleiderordnung oder religiöser Gebote, das entwickelte sich gleichwohl in der Türkei so, vor allem in Istanbul, im ollen Konstantinopel, gab Jugend sich offener. Ebenso Emine Erdoğan trug ihr Haar offen. Jahre später folgt sie ihrem despotischen Ehemann.

Welch Wandel, von der Offenheit wieder hin zum Kopftuch, alles angeblich im Namen Allahs, dermaßen machohaft, daß alle Frauen sich gefälligst unterzuordnen haben. Ein widersinniger Islam, je nach Auslegung. Kommt das nicht all jenen bekannt vor, die die Katholische Kirche ziemlich kritisch durchleuchten? Warum nicht auch beim Islam?

Natürlich, wenn schon, denn schon. Chancengleichheit bei den Weltreligionen, egal ob Religion nun Opium fürs Volk sei oder nicht, Marx dies kundtat oder eher in anderen Zusammenhängen. Faktisch hieße es dann, jeder „Ungläubige“ sei ein Abtrünniger – ein NoGo innerhalb von Gesellschaften, die Toleranz für sich und andere beanspruchen.

Solidarität mag etwas wichtiges sein, erst recht, wenn Terror uns belastet. Insofern ist eigentlich nichts einzuwenden, wenn die Premierministerin Jacinda Ardern bei einer muslimischen Gemeinde Kopftuch trug, selbst am Freitag mit dem „Headscarf for Harmony“ im ganzen Land Männer und Frauen Kopftücher tragen nach diesem schrecklichen Terroranschlag. Doch mit dem Islam hat das letztlich nicht viel zu tun, haarig wird’s, wer damit inpliziert, daß alle Nicht-Kopftuchträger im Sinne „Allahs Verrat begehen“.

Frauen ordnen sich mal wieder unter, weil Männer ihren Sexus nicht unter Kontrolle kriegen, das ist die Aussage des Versteckens weiblicher Haarpracht unter einem Kopftuch, ganz davon abgesehen, daß der Hidschāb generell im Koran beschrieben wird, daraus abgeleitet, alle muslimische Frauen ihn befolgen sollten, wenn schon die Gattinnen des Propheten Mohammed es taten.

Und dann steht die selbstbefreite Frau westlicher Hemisphäre da und trotzt, zu Recht. Möge sie sich jene Errungenschaft nicht nehmen lassen, egal ob mancher Drohgebährden verirrter Islamisten. Dogmen in der Sackgasse, lassen wir sie dort.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Meinung abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.