Mit mehr Frauen in der Politik die Welt ein Stück weit friedlicher


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Männerdomäne vs. Frauenrechte

Schwarz-Weiß-Denken darf nirgendwo eine Option sein, so auch nicht bei der Überlegung, ob die Welt friedlicher wäre, wenn mehr Frauen die Politik gestalten. Dazwischen spielt sich das Leben unserer Spezies ab, dabei müssen wir schon wesentlich genauer hinschauen und daher differenzieren, wenn wir die Zusammenhänge auch nur annähernd verstehen wollen.

Die Rollen der Frauen haben im Laufe der letzten Jahrzehnte ohnehin teilweise sich weltweit drastisch verändert, unabhängig davon, inwieweit Frauen von religiösen oder gesellschaftlichen Verpflichtungen sich zu lösen vermochten. Bis in die Politik hinein konnte man diese Entwicklung beobachten, und genau das scheint der entscheidende Punkt zu sein. Nur dort selbst werden die Geschicke der Menschen gelenkt und verändert, so daß der weibliche Einfluß zunehmend sich festigen konnte.

Vom Frauenwahlrecht bis hin zum Einzug in die Parlamente

Während Neuseeland als Vorreiter bezeichnet werden muß, was das Frauenwahlrecht anbelangt, sie durften noch im vorletzten Jahrhundert, also 1893 zum ersten Mal wählen, bildete mitten in Europa das kleine Liechtenstein das Schlußlicht einer intoleranten Haltung den Frauen gegenüber, dort durften sie erst 1984 vom Wahlrecht Gebrauch machen. Auch die benachbarte Schweiz tat sich damit schwer und ließ Frauen ab 1971 erst wählen.

Wie tief verwurzelt das Bewußtsein zur Rolle der Frau noch nicht angekommen war, sieht man daran, daß erst 1977 z.B. das erste Frauenhaus in Berlin gegründet wurde. Vorher mußten sie sich privat verstecken vor ihren Peinigern, weil der Staat noch keine Notwendigkeit sah. Es versteht sich von selbst, daß mit dieser anfangs zähen und langsamen Entwicklung auch der Weg in die Parlamente steinig sich gestaltete. Zwar konnte 1961 mit Elisabeth Schwarzhaupt zum ersten Mal eine Frau das Amt einer Ministerin (Bundesgesundheitsministerin) auf Bundesebene erreichen, dennoch sollte es aber noch bis in die 1980iger Jahre dauern, bis mehr als eine Frau in der Regierung sitzen durfte.

Inzwischen ist der Frauenanteil in manchen Parteien wenigstens gestiegen, wenngleich gerade die Union und vor allem die AfD aufzeigt, wie sie dies selbst handhaben. Bei der Union sind es 51 Frauen, 195 Männer, bei der AfD nur 10 Frauen, aber 81 Männer im Plenum sitzen. Bündnis 90/Die Grünen trauen dies 39 Frauen zu, während deutlich weniger es mit 28 Männern sind, bei den Linken nur 5 Frauen mehr, also 37 und somit 32 männliche Kollegen im Bundestag sitzen.

Inwieweit spielen Politikerinnen weltweit eine Rolle?

Weder in den USA noch bei unseren Nachbarn in Frankreich gelang es jemals, eine Frau an die Spitze der Macht zu wählen. Seit dem 22. November 2005 hat Deutschland zum ersten Mal eine Bundeskanzlerin, hingegen Großbritannien mit Margaret Thatcher bereits im Mai 1979 einer Frau den Vortritt überließ, die Geschicke des Landes zuleiten. Den Frauenanteil in ausgewählten nationalen Parlamenten zum 01. Dezember 2018 führt Ruanda mit 61,3%, als erstes europäisches Land folgt auf den siebten Platz Schweden mit einem Anteil von 46,1%.

Historisch betrachtet haben natürlich nicht nur die Männer selbst die Welt beeinflußt, sondern dennoch wenigstens die ein oder andere Frau, denken wir nur an die ägyptische Königin Hatschepsut, Königin Kleopatra, Jeanne d’Arc, Königin Elisabeth I., die französische Königin Marie Antoinette und die chinesische Kaiserin Cixi, um nur mal ein paar wenige zu benennen. Dennoch waren es meistens Männer, die weltweit die Politik der Völker bestimmten.

Zwei Friedensnobelpreisträgerinnen erklären der Welt den Frieden

Ausgerechnet im Norden Irlands, wo zweifellos ganz viel Leid durch den eigentlich völlig unnötigen Konflikt zwischen Großbritannien als Besetzer und den Iren vorherrschte, wurden zwei Frauen 1976 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, und das auch völlig zu Recht: Betty Williams und Máiread Corrigan-Maguire. Sie erhielten ihn für ihre hohen Verdienste und der Gründung der Community of Peace People. Hier sei nur mal der Beginn der denkwürdigen Rede zitiert, die Betty Williams auch im Namen von Máiread Corrigan- Maguire im August 1976 hielt:

„Wir haben eine einfache Botschaft für die Welt von dieser Bewegung für Frieden. Wir wollen leben und lieben und eine gerechte und friedliche Gesellschaft bauen. Wir wollen für unsere Kinder wie für uns selbst, daß das Leben zu Hause, beim Arbeiten und beim Spielen ein Leben voller Glück und Frieden ist. Wir erkennen an, daß ein solches Leben aufzubauen von uns allen Hingabe, harte Arbeit und Mut erfordern.“

Mögen die Männer in den Gesellschaften dieser Erde viel mehr erkennen, daß insbesondere Frauen es sind, die wesentlich mehr zum Frieden beitragen. Das hat auch ganz viel mit ihrem Wesen zu tun, denn sie sind es, die Kinder zur Welt bringen, in ihnen den Schutz zum Leben selbst erkennen und nachempfinden können, somit die Kraft der Liebe zum eigenen Nächsten ihr Sein mitbestimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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