Die drei „Ts“ in den Schlagzeilen


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Hauptsache die Aufmerksamkeit fruchtet

Nämlich Terror, Thea und Thomas. Sie wissen genau, wer und was gemeint, der jüngste grausame Terroranschlag in Neuseeland und die Trennung (wieder ein T) von Thea und Thomas Gottschalk. Das beschäftigt Menschen, wollen und müssen sie unbedingt wissen, wenn nach über 40 Jahren Ehe ein Promi-Paar sich trennt. Wichtig, oder etwa doch nicht?

Hand aufs Herz, Klatsch und Tratsch neben tragischen Ereignissen, das paßt so gar nicht zusammen, und doch geschieht es vor unseren Augen, egal ob Online bei Google-News oder in Zeitungsständern beim nächsten Kiosk. Nicht nur die Regenbogenpresse buhlt gegenseitig darum, wer die knalligsten Schlagzeilen uns gönnt. Hauptsache viel Aufmerksamkeit erhascht, dann klingeln die Münzen im Beutel.

Eine Welt voller Mord und Totschlag

Die Aufzählung muß fortgesetzt werden, voller Terror, Krieg und Elend. Im Kleinen wie im Großen, was heute irgendwo friedlich, kann morgen ins Unglück gestürzt für entsprechende Schlagzeilen sorgen, weil erneut ein Mensch oder eine Horde Gewalttätiger zustach, um sich schoss, um möglichst viele zu verletzen und zu ermorden. Das kosmische Gesetz, du sollst nicht töten, wird einfach ignoriert.

Wir alle entstammen aus Mutters Schoß, jedes Baby trinkt das Wasser des Vergessens und wird geistig rein geboren, um daraufhin seinen Lebensweg zu gehen, sich zu finden, und sei es am Ende bei manchen als Killer, als Abtrünniger, der keine andere Wahl trifft, als unendliches Leid zu schaffen. Das ist pure Zerstörung wider der Schöpfung!

Glamour und seine trögen Stories

Da braucht’s offensichtlich bestimmte Ablenkung, auch eine Form der Erheiterung, die Welt des Glamours, der Stars und der ewiglichen Sensationen in der Welt der „Schönen und Reichen“, einer Elite, die dem Normalbürger verborgen bleibt, daher Paparazzis und pfiffige Reporter überall lauern, um diese Neugierde zu befriedigen, Gaffertum für eine sensationsgeile Öffentlichkeit, der Blick durchs Schlüsselloch, verrucht und geheimnisvoll.

Damit lebt’s sich besser, meinen die einen, anderen kostet es nicht mal ein müdes Lächeln, weil dermaßen unwichtig, erst recht wenn offensichtlich auch noch solche Stories neben Terrormeldungen sich tummeln müssen. Ein Desaster, dennoch keineswegs neu. Das kommt vor, interessiert die Masse kaum. Morgen warten andere Meldungen, betonen die Schnellebigkeit dieses Geschäftes. Business as usual. Gewöhnen oder es gleich gar tolerieren, muß man sich mitnichten daran.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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