Erdöl: Fragwürdige Entstehung im Widerspruch zur Förderung


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Von Einsicht keine Spur

Schwarzes Gold fließt ungehindert seiner Bestimmung entgegen: Die Menschheit fördert trotz längst überschrittenen „Peak Oil“ fleißig Erdöl weiter, als seien sämtliche düstere Zukunftsszenarien Märchen, welche es zu ignorieren gilt.

Entweder verbirgt sich eine unbekümmerte Naivität dahinter, oder aber der Menschheit wird ganz bewußt seit Jahrzehnten ein Bär aufgebunden, weil in Wirklichkeit schon bei der fragwürdigen Entstehung des Erdöls eine folgenreiche Möglichkeit außer acht gelassen wird? Diese steht daher im Widerspruch zur Förderung. Doch was verbirgt sich hinter einer solchen Maskerade, die zwar für Unruhe und eine gigantische Preistreiberei sorgt, gleichzeitig aber entlarvende Indizien offenbart?

Theorie der fossilen Treibstoffe kontra der abiotischen Entstehung

Im Wesentlichen gibt es zwei Lager unter den Wissenschaftlern, die ihre jeweilige Theorie aufrecht erhalten. Zum einen die Theorie der fossilen Treibstoffe (TfT), in der hartnäckig behauptet wird, Erdöl stamme aus winzigen Körpern von Tieren, die unter hohen Drucken und Temperaturen eingeschlossen in Sedimenten sich über sehr lange Zeiträume in Erdöl umgewandelt haben sollen, wie der russische Geowissenschaftler Michail Lomonossow im Jahre 1757 behauptete. Bis heute stützen seine Befürworter sich auf diese unbewiesene Feststellung. Zunächst hatte Nikolai Kudrjawzew in den 1950er-Jahren eine abiogenetische Theorie aufgestellt, demnach er reine Planktonansammlungen für ungeeignet hielt, sowohl bedeutende natürliche Methanquellen als auch große Öl- und Ölsandvorkommen zu erklären.

Als schließlich schnell die russische Variante im Ostblock selbst angezweifelt wurde, bestätigte allerdings der US-amerikanische Astrophysiker Thomas Gold erneut die abiotische Entstehung. Gold stützte sie auf die Annahme, daß es sich bei Öl und Gas auf unserem Planeten um Stoffwechselprodukte von kohlenwasserstoffverwertenden, thermophilen sowie druckresistenten Bakterien tief in der Erdkruste handeln müsse. Auch bemerkte er, daß manche Öle keinerlei Hinweise auf organischen Ursprung liefern würden.

Im Gegenzug versuchen die Befürworter der TfT stur an ihrer Theorie festzuhalten, obwohl die Ölindustrie unübersehbar selbst in Gebieten Öl sucht und auch fündig wird, in denen es keine große Sedimentformationen gibt, die aber verantwortlich für die Ölbildung laut TfT sein müssen: in den Meeren wie z.B. in der Nordsee.

Dient das Festhalten an der TfT der Preistreiberei der Ölkonzerne?

Wenn man sich mal den Fund eines gigantischen Ölfeldes der USA vergegenwärtigt, namens „Thunder Horse“, ca. 200 km südöstlich von New Orleans im Golf von Mexiko in einer Tiefe von 5.600 m unterhalb des Meeresbodens mit einem geschätzten Vorkommen von minimum einer Milliarde Barrel Öl, dann weiß man auch, wie die Menschheit wohl tatsächlich verschaukelt wird!

Einerseits widerlegt die Ölindustrie real die TfT mit dermaßen tiefen Bohrungen, denn unter solchen Druckverhältnissen dürfte es nach dieser Theorie kein Öl geben, um andererseits unverblümt die Befürwortung der abiotischen Entstehung somit zu demonstrieren. Doch der Verbraucher wird einfach im Unklaren gelassen, dient das Festhalten an der TfT wohl der Preistreiberei? Weil angesichts der Aussicht ungeahnter, weltweiter Vorkommen müßte der Ölpreis letztlich viel eher sinken.

Erdölförderung weiterhin eine dramatische Umweltbelastung

Trotz der Aussichten, daß der „Peak Oil“ somit noch nicht erreicht wurde, verbleibt weiterhin die dramatische, folgenschwere Umweltbelastung. Gedenken wir der vielen Katastrophen, die allesamt in Kauf genommen, damit Mensch sein Erdöl rechtzeitig benutzen kann für all die Produkte, die daraus entstehen, bis hin zur Energienutzung und der Autoindustrie sowie die Militärs.

Eine der sichtbar dreckigsten Arten der Erdölgewinnung findet in der kanadischen Provinz Alberta beim Ölsandabbau statt, wobei sehr große Urwaldflächen dem Profit weichen mußten. Im nigerianischen Nigerdelta herrscht eine dauerhafte bisher alljährlich stattfindende Ölpest, bei der jedes Jahr bis zu 40.000 Tonnen Öl die gesamte Umwelt vehement belastet. Denken wir an das Unglück der BP-Ölplattform „Deepwater Horizon“ oder an jährlich 10.000 Tonnen Öl, die in die Nordsee gelangen.

All die hier kurz erwähnten Katastrophen und Umweltsünden verdeutlichen die menschliche Gleichgültigkeit, da sie durchaus hätten vermieden werden können, wenn denn der Run aufs Schwarze Gold längst seinem Ende entgegenblickt. Aber der Fortschritt zusammen mit seiner Profitgier fordert halt den grausam zerstörerischen Tribut, den Mutter Erde und Mensch selbst zu erdulden hat. Was nutzt da noch das Wissen um die wahrscheinliche Entstehung des Erdöls, wenn trotzdem der Mensch ungerührt es rücksichtslos sucht und abbaut?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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