Demokratur einer schonungslosen Demaskierung ausgesetzt


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Kein Sommermärchen wird wahr in dem Land mitten im Herzen Europas, welches die zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert angezettelt hatte und nunmehr meint, es müsse dem kleinen Kontinent seinen Geist überstülpen, dem sich die anderen Staaten gefälligst unterzuordnen hätten.

Zunächst mal erreichten scheinbar technisch raffiniert eingesetzte Kontrollmechanismen es, daß diese große Demokratur im Gewande der selbsternannten Demokratie all jene in den Bann zog, die schon weit vorher den Medien auf den Leim gegangen waren, wobei durchaus sowohl die Pharma- als auch die Lebensmittelindustrie es clever verstand, mit Hilfe ihrer Mittel die Bürger zu manipulieren und gefügig zu machen.

Jedoch gibt es trotz alledem, wie schon früher der Fall, Querdenker, die viel zu beharrlich ihre Wissensneugier einsetzen und daher eine schonungslose Demaskierung der Demokratur vorantreiben. Schauen wir doch einer Begegnung über die Schulter, um zu erfahren, inwieweit sie sich austauschen.

Der Eingeweihte: „Na, wie lang war dein Arbeitstag, mal wieder zu viele Überstunden angefallen?“

Der Ahnungslose: „Alles in Ordnung, heute blicke ich auf gerade mal zehn Stunden zurück, so fiel gar keine Überstunde an.“ (Kein Arbeitnehmer muß mehr so wie früher Stempelkarten benutzen oder Plastikkärtchen lesen lassen, ein implantierter Chip bei Einstellung registriert jede Bewegung während der Arbeitszeit im Betrieb.)

Der Eingeweihte gutgelaunt grinsend: „Lust auf ein Feierabendbierchen? Bevor du mich gleich löcherst, keine Sorge, ich lade dich ein.“

Der Ahnungslose ein wenig verunsichert: „Aber, ich dachte nach 20 Uhr gibt es kein Alkoholausschank mehr?“

Der Eingeweihte beherzt lachend: „Mach dir mal keine Sorgen, du weißt doch, ich kenne sämtliche Lücken im System, oder?“

Schnell verlassen die beiden die Hauptstraße und begeben sich in eine kleine Gasse mit unscheinbaren, alten Häusern. Das Laternenlicht erhellt den Weg äußerst spärlich, dennoch schreitet der Eingeweihte zielstrebig voran und stößt eine Haustür auf, hinter der niemand eine Kneipe vermuten würde.

Der Eingeweihte: „Na, komm’ schon, nicht so unsicher, hier machen wir es uns gemütlich. Ich möchte dir ein paar „nette“ Neuigkeiten zum Besten geben, wenn du magst.“

Der Ahnungslose schaut ein wenig irritiert in die Runde. Ein erstaunlich angenehm hell erleuchteter Raum, der sehr groß wirkt durch die hohe Decke, dessen Herzstück eine breite Theke ausmacht, bietet gleichzeitig eine geschickt verteilte Sitzanordnung, die es den Gästen erlaubt, ungestörter sich unterhalten zu können, die Nachbartische mittels kunstpflanzengestalteter Wände eine gewisse akustische Trennung erhalten.

Der Ahnungslose: „Du überraschst mich mal wieder. Weder war ich jemals in dieser Gasse, noch hätte ich hier eine Kneipe vermutet.“

Der Eingeweihte: „Das gute daran, sie ist obendrein völlig legal, und dennoch hat der Staat keinerlei Einfluß. Bevor du mir zuvorkommst, mit einem einfachen Trick wird dieser in die Irre geführt. Sämtliche von denen installierte Wanzen und Kameras haben wir jedes mal aufgespürt und ersetzt.“

Der Ahnungslose: „Wie, ersetzt? Und dann hätten die doch die Kneipe dichtgemacht, oder?“

Der Eingeweihte räuspert sich grinsend: „Ganz einfach, es sind willkürliche, belanglose Gespräche zu hören, während ein Film dabei abläuft, so daß die Herrschaften meinen, es sei alles in Ordnung. Das ganze erledigt ein bestimmtes Computerprogramm, den Unterschied können die niemals bemerken. Was meinst du wohl, wie ich sonst an andere Infos kommen soll, wenn ich jedes mal die selben Orte aufsuche? Inzwischen haben wir ein großes Netzwerk aufgebaut, um ständig flexibel zu sein.“

Der Ahnungslose: „Du meinst, es gibt noch andere, ähnliche Kneipen?“

Der Eingeweihte: „ Nein, nein, nicht nur, sondern Geschäfte, Wohnungen, sogar ein Theater.“

Nach kurzer Stille, während aus den Boxen Deep Silent Complete von Nightwish die Gäste einheizt, kommt der Eingeweihte zum Thema.

Der Eingeweihte: „Hast du jemals mal daran gedacht, deinen Job zu schmeißen? Oder bist du wirklich zufrieden? Neulich hattest du dich doch beklagt, wie unwohl du dich fühlst, meintest, die würden dich beobachten, oder?“

Der Ahnungslose: „Nun ja, nicht nur das, die wußten darüber hinaus Dinge, die ich niemand gesagt hatte. Vor kurzem hat mein Chef mich darauf hingewiesen, ich solle mich zurückhalten mit meiner Kritik, dabei hatte ich lediglich zu hause mal ein paar Kritikpunkte auf einen Zettel geschrieben, den ich allerdings kurz danach zerrissen und weggeschmissen hatte.“

Der Eingeweihte: „Siehst du, sie beobachten uns, und zwar alle, ausnahmslos. Was noch der kleine Österreicher und der Saarländer im letzten Jahrhundert nicht gänzlich schafften, ist jetzt selbstverständlicher Standard. Ein Grund mehr, sich entsprechend vorsichtig zu wehren. Nachdem viel Unmut auf den Straßen nichts erreichte, haben wir uns halt zurückgezogen, damit die meinen, wir hätten aufgegeben. Ist aber nicht so. Jetzt benutzen wir deren Mittel, so einfach ist das.“ Der Eingeweihte gönnt sich einen großen Schluck Bier, setzt das Glas ab und atmet ziemlich erleichtert, fast schon befreit auf.

Der Ahnungslose: „So was ähnliches habe ich mir schon gedacht, weil du bei unserer letzten Begegnung eine Andeutung gemacht hattest. Wie geht es jetzt weiter? Wenn ich kündige, vermitteln die mich doch gleich wieder, wobei ich keinerlei Mitspracherecht habe, wie du weißt, oder?“ Inzwischen gibt es keine Arbeitslosigkeit mehr, sie wurde einfach abgeschafft, statt des früher favorisierten bedingungslosen Grundeinkommens hat die Demokratur kurzerhand in sämtlichen Bereichen notwendige Jobs geschaffen, wobei niemand sich der Vermittlung entziehen kann, letztlich entscheidet der Staat, wer was zu leisten hat. Dennoch gibt es eine „Grauzone“, wobei manche Menschen es schaffen, sich der Kontrolle zu entziehen.

Der Eingeweihte: „Das laß mal unsere Sorge sein, wir finden Möglichkeiten für dich, inzwischen weiß ich doch, wo deine Stärken liegen. Die wollen wir doch nicht diesem System gönnen, oder? Besser, du nutzt die für uns und somit für eine bessere Zukunft.“ Der Ahnungslose kann zunächst nichts erwidern. Man merkt seiner Gesichtsmimik an, daß er einen Kampf im Innern führt, er hin- und hergerissen ist zwischen staatlichem Gehorsam und den revolutionären Gedanken.

Der Ahnungslose: „Ich vertraue dir endlich, nachdem du mir schon bei anderer Gelegenheit sehr gute Tips gegeben hattest. Wie geht es dann jetzt weiter?“

Der Eingeweihte: „Also, ganz einfach. Zunächst verrate ich dir mal was. Vergesse am besten all die Lügen, die das System dir aufgetischt hat. Nichts davon hilft dir weiter. Alles ordnet sich dem Mammon unter, sämtliche Kontrollen wurden eingeführt, um alle sich gefügig zu machen. George Orwell war gestern, heute ist die Wirklichkeit um ein Vielfaches grausamer und vor allem effektiver. Dennoch bekamen sie uns trotz Verfassungsschutz, CIA, BND und wie sie alle heißen, nicht gänzlich in den Griff. Du weißt doch, Gedanken sind tatsächlich frei. Wie kann dann Menschenerdachtes nicht von allen genutzt werden? Eben. Somit sind sämtliche Sicherheitssysteme zu knacken, so daß wir entsprechende Gegenmaßnahmen treffen. Sie glauben tatsächlich, sie könnten über alle herrschen, doch diese Saat geht nicht auf, weil wir erkannt haben, daß wir zusammenhalten müssen. Sicherlich gibt es auch bei uns Rückschläge, weil manche dem Staat gegenüber Infos von uns geben, aber das läßt sich halt nicht gänzlich vermeiden.“

Der Ahnungslose: „Das macht große Hoffnung, was du mir da gerade berichtest. Einverstanden, ich möchte raus aus dieser Tretmühle. Mann, was bin ich froh, dir begegnet zu sein, daß wir uns kennen.“

Unterbrechen wir einfach dieses Treffen und ziehen zum Abschluß Resümee. Wollen wir es wirklich so weit kommen lassen, daß staatliche Allmacht sich Wege der Kontrolle sucht, um nicht nur sämtliche Bürger- und Menschenrechte zu untergraben und gänzlich abzuschaffen, sondern darüber hinaus das Volk gewissen Eliten dienlich sein muß? Jede Entwicklung hat, einmal analysiert und somit durchschaut, eben keinen zufälligen Verlauf, auch wenn im globalen Miteinander die Größe gewisse Grenzen der Zumutbarkeit an Kontrollmechanismen scheinbar aufzeigt, dennoch werden explizit Versuche unternommen, genau diese Herausforderung zu bewältigen. Sollte es gelingen, wäre es vorbei mit dem Ideal der Freiheit. Diese wäre zunächst verloren. Aber gleichzeitig gibt es Abtrünnige, Menschen, die das System im System ohne weiteres durchschauen und entsprechend geistreich sich zu wehren verstehen. Genau diesen „Gesellen“ gilt es, sich anzuschließen, wollen wir in Zukunft noch Mensch sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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3 Antworten zu Demokratur einer schonungslosen Demaskierung ausgesetzt

  1. Habnix schreibt:

    Deutschland hatte den ersten Weltkrieg nicht angezettelt, oder zumindest nicht alleine.

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  2. payoli schreibt:

    Puuuhhhh! Bin ich froh, dass das bloß eine Fiktion war … 😉
    Deshalb zeitgerecht:
    paradise your life!

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