Haselmaus: Zu wenig Sträucher gefährden ihren Fortbestand


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Wenn die Bilche unterwegs sind

Die zu den Nagetieren zählenden Bilche (Gliridae) dürften nicht gerade vielen bekannt sein, und doch erfüllen sie im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Nimmt ihre Population ab, verschwinden automatisch deren Freßfeinde, gerät die Natur auf gewisse Weise durcheinander.

Das gilt leider für die Haselmaus, die eben zu jener Familie gehört, wobei zu wenig Sträucher ihren Fortbestand gefährden, obwohl sie noch auf der Roten Liste als „Least concern“ (nicht gefährdet) geführt wird, sie im nördlichen Europa als auch in Deutschland immer seltener vorkommt. Woran liegt’s?

Der nahe Verwandte der Siebenschläfer hat viele Feinde

Dennoch entwickelte die Haselmaus (Muscardinus avellanarius), auch im Sinne der Familie der Bilche als Schlafmaus oder Schläfer genannt, unterschiedliche Strategien, um sich zu schützen und ihre Art zu erhalten. So verbringt sie ihren Schlaf eben nicht etwa unter der Erde wie die meisten Mäuse selbst, sondern benutzt entweder alte Nistkästen, Baumhöhlen oder baut sich ihr Nest in Sträuchern in einem halben bis zwei Metern Höhe.

Dies wiederum hält dennoch den tagaktiven Wiesel nicht davon ab, das ein oder andere Nest aufzuspüren und die Nager bzw. deren Nachkommen zu vertilgen. Einziger Schutz folglich nur sein kann, möglichst viele Junge zu gebären, zwei mal jährlich drei bis fünf. Allerdings stellt den Haselmäusen noch die Eule, der Hermelin, der Marder, der Mauswiesel, der Rotfuchs, die Schleiereule und der Waldkauz nach. Da heißt es, äußerst wachsam zu sein!

Mit großer Nußjagd der Haselmaus auf die Spur

Das Projekt der Nußjagd fand zum ersten Mal 2010 in Rheinland-Pfalz statt, um auf diese Weise die Vorkommen des nützlichen Nagers zu dokumentieren. Wer sich daran beteiligen wollte, konnte dies hier tun. 2017 ernannte der NABU schließlich die Haselmaus zum Tier des Jahres.

Wollen wir hoffen, daß bald mehr Einsicht eintritt, da die Haselmäuse einen sinnvoll notwendigen Beitrag leisten in den natürlichen Kreisläufen, dazu gehört ebenso die Renaturierung der Waldränder, weil dort in den letzten Jahrzehnten immer mehr Sträucher verschwanden. Ganz abgesehen von einem anderen positiven Effekt: Sie bieten bei heftigen Stürmen einen Schutzwall für Bäume, so daß diese weniger entwurzelt werden, weil sie den Winden trotzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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