Vorbei mit trügerischer Ruhe in der Vulkaneifel


https://pixabay.com/de/see-holz-laacher-see-maria-laach-928951/

pixabay.com

Zwei Beben am Laacher See lassen viele aufhorchen

Seit geraumer Zeit gibt es Ausbrüche des Ätna. Der letzte große Vulkanausbruch in Island ereignete sich zwischen dem August 2014 und März 2015 in Holuhraun in Bardarbunga – das ist im Landesinneren, gleich nördlich vom Vatnajökull-Gletscher. Damals war kein gefährlicher Ascheregen dabei, der den europäischen Luftraum auf lange Sicht gefährdete.

Wir mögen uns also zurücklehnen, da beide Ereignisse weit entfernt sind. Können wir sicher sein, daß wir in Deutschland vom Vulkanismus ausgeschlossen sind? Sicherlich gab es immer wieder heftige Erdstöße hierzulande, aber aktive Vulkane in Deutschland?

Die Vulkane in der Eifel machen lediglich eine Pause

Darüber sind sich längst die meisten Wissenschaftler einig, nachdem vorher eine gewisse Zurückhaltung stattgefunden hatte. Schließlich soll alles getan werden, um aufkommende Panik zu verhindern. Die ist allerdings auch jetzt noch nicht angesagt, es sei denn, die Pause der Vulkane findet nunmehr ihr Ende.

Der Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel, der jahrelang in der Vulkaneifel geforscht hatte, schließt nicht aus, daß die Eifel am Beginn einer neuen Aktivitätsphase stehen könne. Der Seismologe Klaus-Günter Hinzen von der Universität Köln meint, daß womöglich noch Jahrtausende vergehen könnten, aber es so weit sein könne.

Vor 12.900 Jahren kam es zu einer gigantischen Eruption in der Eifel nach einer langen Ruhephase, denn immerhin lag der letzte Ausbruch zuvor schon 100.000 Jahre zurück. Die damaligen Ur-Rheinländer wurden jedenfalls total überrascht. Bei Andernach am Rhein wurde Lava aufgestaut, die Region des heutigen Koblenz stand metertief unter Wasser. Einige Tage später brach der Lava-Damm und die Flutwelle schoß bis in die Niederlande. Das Rheintal war von meterhohen Wassermassen und Schlammströmen begraben, Skelette und prähistorische Werkzeuge, die sich in den Geröllschichten zeigen, sind ein Indiz dafür, daß die Bevölkerung damals von der Katastrophe überrascht wurde. Als am Ort der Eruption sich das Magma-Reservoir geleert hatte, brach der Boden ein und die Kuhle füllte sich wieder mit Wasser, dem heutigen Laacher See.

Laacher See eine tickende Zeitbombe?

Zunächst gehen die Forscher von lokal begrenzten Eruptionen aus, wie beispielsweise am Ulmener Maar zuletzt geschehen. Der Geophysiker Joachim Ritter von der Universität Karlsruhe schließ nicht aus, daß sich ein wenig mehr Magma im Untergrund binnen Monaten bilden könne. Würde sich dann der Gasdruck erhöhen, könne das 1.000 Grad heiße Gesteinsgemisch hervorschießen.

Immerhin hatte er im Rahmen des Eifel-Plume-Projektes den Untergrund mit Schallwellen durchleuchtet. Regelmäßige, schwache Erdbeben zwischen Koblenz und dem Laacher See sind ein Indiz für die Gefahr im Untergrund. Ebenso zeugt die ungewöhnlich hohe Temperatur von 60° bis 70° C in ein Kilometer Tiefe um den Laacher See von anhaltender Aktivität. So auch blubbernde Blasen im Wasser, die von Kohlendioxid-Gas herrühren, welches aus dem Magma stammt. Dazu meint auch der Geophysiker Gerhard Jentzsch von der Universität Jena, der vor 18 Jahren ein Gutachten für die Bundesregierung geschrieben hatte, daß in der allernächsten geologischen Zukunft zahlreiche Eruptionen zu erwarten seien, eben weil Vulkane weltweit analogen Zyklen folgen.

Nicht Hunde, Katzen oder Vögel, sondern Ameisen warnen uns

Der Geologe Ulrich Schreiber von der Universität Duisburg hat herausgefunden, daß Ameisen als Erste einen bevorstehenden Ausbruch bemerken, und nicht wie sonst angenommen Hunde, Katzen oder Vögel. Ameisen haben ihre Nester überwiegend auf tektonische Risse in der Erde angelegt, so daß aufsteigendes Kohlendioxid die Insekten verscheuchen wird. Sollten daher Ameisenstaaten in der Eifel verstärkt ihre Nester fluchtartig verlassen, dürfen wir von bevorstehenden Vulkanausbrüchen ausgehen. Laut Schreiber würden ohnehin kaum Messgeräte in der Eifel stehen, eine systematische Überwachung der Vulkane sei nicht möglich.

Wollen wir hoffen, daß die Eifel noch eine lange Weile ruhen wird, auch wenn Ameisen uns in diesem Fall von großen Nutzen sein können.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturkatastrophen

Dieser Beitrag wurde unter Naturkatastrophen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Vorbei mit trügerischer Ruhe in der Vulkaneifel

  1. Anarchrist schreibt:

    Haben sich schon Gegenbewegungen gegründet? Werden sich bald massenhaft Patriotische Eifler Gegen die Vulkanisierung Des Abendlandes in den Kirchen zu Boden werfen, um den Untergang wegzubeten?

    Sitzt bald deren Partei – die Alternative für Eifler – im Bundestag und macht Migranten für den gesteigerten Vulkanismus verantwortlich, weil sie für die europäische Platte zu schwer sind und ihre Art zu leben negative Schwingungen in den Boden überträgt?

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.