Russland alles andere als frei


Putins Riesenreich unterscheidet sich nicht vom Zarismus oder Bolschewismus

Kaum diese Überschriften gelesen, schnappt die allzu simple Falle zu, man habe sich vor den westlichen Karren spannen lassen, blase in deren Horn, welches besonders Amiland zum Besten gibt, um stets Russland als ewiglichen Feind zu manifestieren, somit den Rüstungswettlauf zu stärken.

Just ohnehin unterstrichen mittels der Aufhebung des INF-Vertrages, was beide Großmächte veranlaßt, den längst wiederentflammten Kalten Krieg fortzusetzen. Zwischen den Fronten ein bröckelndes Europa, im Zentrum Deutschland. Viel Ablenkung vom Wesentlichen, dabei gibt es längst Verfolgung wie zu Sowjetzeiten, russische NGOs weisen mit Nachdruck darauf hin als auch Amnesty International. Zu wessen Gunsten hat die Russlandphobie Vor- und Nachteile?

Der äußere Schein trügt mehr denn je

Besonders Nationalisten fühlen sich bestätigt, sind beeindruckt vom Saubermann Wladimir Putin, der doch sein Volk prima im Griff zu haben scheint, keine Opposition macht ihm seinen Präsidentensessel streitig, weltmännisch sorgt er sich um die Belange Russlands, bisherig trotzte er allen Versuchen, das Riesenreich zu demontieren, es kann sich strategisch betrachtet behaupten, den USA Paroli bieten.

Das mag sogar nicht verkehrt sein, man möchte sich unschwer eine Übermacht jenes Hegemons vorstellen, der sich ungeniert Russland aufteilt, die kostbaren Bodenschätze für eigene Zwecke raubt. Hilfreich die inszenierten Geschehnisse, die einmal mehr ein verzerrtes Bild von einem guten Putin vs. bösen Westen wiedergeben. Letztlich hilft es beiden Seiten, nutzen sie dies für ihre eigenen Zwecke.

Nach erstem „Marsch der Mütter“ halten Proteste an

Wenn der russische Inlandsgeheimdienst, der FSB, meint, er könne einfach weiterhin Menschen wegsperren, fadenscheinig gar das neue Gesetz zu „unerwünschten Organisationen“ per reiner Willkür auslegen und anwenden, dann wird er damit langfristig scheitern.

Die Menschen lassen sich nicht mehr so simpel beeindrucken, zumal die Not in Russland keineswegs abnimmt. Die jüngste Demonstration in Moskau für die Freilassung der Menschenrechtlerin Anastasija Schewtschenko verlief letztendlich ruhig, die Teilnehmer ließen sich eben nicht von der Polizeipräsenz provozieren. Was mit dem „Marsch der Mütter“ im August letzten Jahres begann, setzt sich somit mit dem „Spaziergang“ fort, weil bekanntlich Demos in Russland verboten sind. Freiheit schaut gänzlich anders aus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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