SPD auf bestem Weg ins Abseits


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Weder Gabriel, Nahles noch Scholz werden’s richten

Wenn obendrein noch Altkanzler Schröder seinen unwichtigen Senf dazugibt, dürfen sich die Sozialdemokraten nicht wunden, daß ihre Talfahrt erst recht rasant zunimmt. Die älteste Partei im Deutschen Bundestag hat in den letzten Jahren vieles versäumt und erst recht verkehrt gemacht.

Mit die schlimmste Entscheidung war die sozialrassistische Hartz-IV-Gesetzgebung des damals verantwortlichen Gerhard Schröder, der heute altklug meint, er müsse seinen Genossen und Genossinnen über den Mund fahren. Eine SPD-Chefin wie Andrea Nahles wagt gar nach den Attacken aus der SPD die Betonung, sich die Kanzlerkanditur zuzutrauen. Ihr gutes Recht, doch nehmen ihr das die Wenigsten ab.

Mit dem Hochmut kommt der tiefe Fall

Was keineswegs aus heiterem Himmel geschieht, schließlich konnte schon vor der letzten Bundestagswahl die nach außen hin zur Schau getragene Geschlossenheit beim SPD-Parteitag die Demontage nicht verbergen. Beim anschließenden Ringen um die Regierungsbildung versagten letztlich alle beteiligten Parteien.

Am Ende wurde sich für die dritte GroKo mit Angela Merkel entschieden, was sich bis heute als unglücklichen Mißgriff herausstellt. Zur Halbzeit kann niemand wirklich eine tolle Bilanz ziehen, auch wenn das hie und da versucht wird. Bereits die neuliche Meldung, Olaf Scholz möge sich eine Kanzlerschaft vorstellen, sorgte für entsprechendes Gelächter, bei Andrea Nahles schaut’s nicht viel besser aus. Sigmar Gabriels Kritik ob ihrer „Basta“-Entgleisungen haben durchaus Berechtigung, trotzdem würde auch der Kohlebefürworter keine glückliche Figur als möglicher Gegenkandidat zur Union machen.

Sonntagsumfragen verheißen nichts gutes für die Sozen

Mit Blick zur Bundestagswahl, die offiziell erst in über 2,5 Jahren stattfinden soll, würde die SPD nicht mal die Hälfte der Stimmen der Union erreichen mit 14,5% laut INSA, hingegen die Grünen 4 Prozent mehr erhielten, eine AfD knapp hinter der SPD als vierte Kraft sich einreihen müßte, während Die Linke immerhin gen 11 Prozent tendiere, sich von der FDP abhebe, die nur 8,5% der Stimmmen kriegen würde.

Erst recht bangen müssen die Sozialdemokraten bei bevorstehender Landtagswahl in ihrer bisherigen Hochburg Bremen, wo sie schon letztes Jahr zur September-Umfrage auf gleicher Höhe mit der Union lag mit 26% bei FGW Telefonfeld, das mag sich inzwischen nicht verbessert haben, wohl eher verschlechtert. Bis zum Wahltermin am 26. Mai verbleibt nicht mehr viel Zeit.

Wagt man eine generelle Prognose fürs Los der SPD, so schaut es ziemlich düster aus, am Ende könnte sie hinter den Linken bei 10 oder gar noch weniger Prozentpunkten landen, während jene AfD stärkste Oppositionspartei bliebe.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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4 Antworten zu SPD auf bestem Weg ins Abseits

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Die SPD ist bereits im Abseits und hat kaum eine Chance da wieder herauszukommen!

    Gefällt 2 Personen

    • hraban57 schreibt:

      Die Überschrift bezieht sich im Kontext zur noch bestehenden Regierungsverantwortung- und koalition. Auch dort befindet sie sich zwar im Abseits, aber spätestens nach der nächsten Bundestagswahl greift deine Bemerkung zu ihrer Chancenlosigkeit.

      Gefällt 1 Person

  2. WoMolix schreibt:

    So lange die SPD ihren Sündenfall mit Hartz IV nicht eingesteht, wird es mit Volkspartei nix mehr werden.
    Menschen, die das Pech hatten, sich für kürzere oder längere Zeit im Hartz IV Prozess demütigen lassen zu müssen, empfinden Aussagen der heutigen und vergangenen SPD-Führung: „Hartz IV war notwendig und alternativlos …“, als menschenverachtend, empathielos und realitätsverachtend. Für die menschenverachtende Art der Umsetzung war unser heutiger Bundespräsident als damaliger Kanzleramtsminister federführend verantwortlich nebst Herrn Schröder selbst. Auch Frau Nahles und Herr Gabriel und einige andere mischten damals kräftig mit!!!
    Ihren Verrat an ihrem eigenen Grundwert der Solidarität können diese Herrschaften natürlich nicht zugeben, und so wollen sie Hartz IV „hinter sich“ lassen, erklären ihr eigenes Handeln für richtig und korrekt und düpieren damit mehr als 18,2 Mio Menschen, die in den letzten 10 Jahren Hartz IV zumindest kurzfristig bezogen haben und sich dem entwürdigenden Hartz IV Verfahren unterziehen mussten. (Diese Zahl wurde von der Bundesregierung auf Anfrage der Linken veröffentlicht). Seit Einführung von Hartz IV, als die Situation ja noch viel prekärer war, dürften also 35 – 40 Mio Menschen mit dem Hartz-IV System in Kontakt gekommen sein.
    Das heißt: Mindestens 50 % der Bevölkerung Deutschlands ist mit dem Hartz-System in Kontakt gekommen, und diese Menschen wissen, was diese Politiker in der Psyche dieses vergessenen Teils der Gesellschaft angerichtet haben. Diese 50% der Bevölkerung haben gleichzeitig miterlebt, wie Minister der SPD (Eichel und Steinbrück) den Kapitalmarkt liberalisiert haben zum Nutzen der oberen 10% der Gesellschaft und zu Lasten der kleinen Leute (Cum-Cum und Cum-Ex-Geschäfte und Steuergeschenke für Hoteliers lassen als Spitze des Eisbergs mit dem erhobenen Mittelfinger schön Grüßen!)
    Viele von den Betroffenen werden nicht mehr SPD wählen. Wo sollen also die Wähler für die SPD herkommen? Dazu noch eine SPD-Vorsitzende, deren Glaubwürdigkeit durch ihr „hinterfotziges“ Agieren bei mindestens zwei gestürzten Parteivorsitzenden bekannt geworden ist. Damit wird die SPD auch keine neuen Wählerschichten bei Stammwählern von FDP und CDU/CSU beeindrucken können.

    Ohne Entschuldigung und klaren Aussagen zur Wiedergutmachung bei den Betroffenen, soweit man an gebrochenen Biographien und demoliertem Selbstwert der Betroffenen überhaupt noch etwas gut machen kann, wird die SPD schon bald ein Fall für die Geschichtsbücher sein und höchstens ein Dasein als einstellige %-Partei fristen. Bei Umfrageergebnissen und Wahlberichterstattungen wird dann die SPD nur noch unter der Kategorie „ANDERE“ geführt werden.

    Ich bin gespannt, welche Gruppierung dieses Vakuum in der deutschen Gesellschaft für sich erkennt und für sich zu besetzen versucht. Die Linken scheinen dafür ja zu „blöd“ zu sein.

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  3. VonSeiten schreibt:

    Hab den Beitrag gerade durch Zufall entdeckt, auf der Suche nach der alten SPD. Ich habe sie nicht gefunden. Sie setzt den Weg ins Jenseits fort, was hier https://neue-debatte.com/2017/04/11/die-ruine-ueber-den-niedergang-der-spd/ mal hart beschrieben wurde. Es sind Seilschaften entstanden, die sich bis in die Basis ziehen. Die größten Versager konnten sich über Jahre und Jahrzehnte halten. Jetzt fällt der Laden auseinander, und die Partei geht in die Ewigen Jagdgründe ein. Die Linke ist so dicht an der Mitte – und ohne Gegenkonzept -, dass sie deren Wählerschaft (sind eh kaum bis keine Arbeiter mehr, sondern Karteileichen aus besseren Zeiten und vor allem Angestellte aus dem staatlichen Torso) nicht aufsammelt. Ein kleiner Teil geht zu den Blauen und Masse gräbt die Grünen jetzt ab und die steuern auf die Regierung zu: Grün/Schwarz. Mit Green New Deal im Gepäck wird grüner Kapitalismus umgesetzt. Das fällt der Gesellschaft nicht vor, sondern auf die Füße.

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