Arktis: Mit Eisschmelze folgt der Rohstoffabbau


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Förderpläne gefährden die nördliche Polarregion

Leider kann man dies nur bestätigen, ein zunehmendes Interesse einiger Konzerne für Erdöl, Erze, aber auch Metalle der Seltenen Erden ist unverkennbar vorhanden. Man kann somit keineswegs ausschließen, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Hunger nach Ressourcen mittels des Abbaus gestillt wird, die nördlichste Erdregion einem Kollaps entgegenblickt, der nicht folgenlos für Mutter Erde bleibt.

Arktischer Rat lediglich Mittel zum Zweck

Der Sinn von Weltorganisationen darf unbedingt hinterfragt werden, besonders wenn Mensch ständig Möglichkeiten findet, deren Zweck zu mißachten, gerade weil Wirtschaftsinteressen sich erlauben, ihren Kurs der Ausbeutung zielstrebig rücksichtslos zu verfolgen. Im Ergebnis steht die ursprünglich gutgemeinte Absicht solch politischer Vereinbarungen auf verlorenem Posten, denn im Endeffekt hat sich die Macht eines Wirtschaftsdiktats durchgesetzt.

Da sollte man schon die Frage aufwerfen, ob solche Institutionen wie die UNO oder im hiesigen Problemfall der Arktische Rat lediglich als Mittel zum Zweck dienen. Es handelt sich dabei um die acht Anrainerstaaten der Arktis, nämlich Dänemark (also Grönland), Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden, die USA sowie die sechs Dachorganisationen der „Permanent Participants“ (ständigen Teilnehmer) der Ureinwohner. Seit Mitte Mai 2017 führt Finnland den Rat an. Obendrein übernehmen bestimmte Länder und Organisationen wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen Beobachtungsstatus, dürfen sich in Projekten mit engagieren. Doch können sie deshalb den Kurs der Ausbeutung verhindern?

Grönland rudert längst zurück

Nachdem das Parlament im Oktober 2013 für den Abbau von Uran und den Metallen der Seltenen Erden gestimmt hatte, verbleibt jene fragwürdige Haltung bis heute bestehen. Als Begründung führte die Premierministerin gern an, daß auf diese Weise Grönland sich eine gewisse Unabhängigkeit zum Königreich Dänemark verschaffen wolle, darüber hinaus der hohen Arbeitslosigkeit begegnet werden solle.

Na super, mal wieder meint die Politik zusammen mit der Wirtschaft, daß der unbedarfte Abbau derartiger Stoffe das Allheilmittel sei, den Menschen eine Beschäftigung zu ermöglichen, anstatt die Langzeitfolgen zu überdenken. Der Traum von Unabhängigkeit seitens der weltweit größten Insel könnte sich als gefährlichen Trugschluß erweisen.

Klimawandel als willkommener Helfer – Widerstand vonnöten

Die Arktis blickt bedrohlichen Zeiten entgegen, die Welt im übrigen ebenso, wenn das Grönlandeis weiterhin dermaßen schnell schmilzt, die Weltmeere wesentlich höher ansteigen, als noch vor kurzem vermutet. Doch dies scheint vielen Zeitgenossen einerlei zu sein, Hauptsache man sitzt selbst im Trockenen, was interessieren da schon ein paar Milliarden Menschen, die in absehbarer Zukunft lebensbedrohlich gefährdet sein werden?

Das hat die Menschheit zu bedenken, will sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen lassen, sie hätte derartige Katastrophen verhindern können. Aber der fortschreitende Klimawandel begünstigt eine auf der Lauer liegende Schiffahrt, denken wir an die chinesischen Frachter, die aufgrund freigwordener Seewege im arktischen Norden nunmehr sich den langen Umweg über den Suezkanal ersparen können. Eine Unep-Studie (Umweltprogramme der UN) befürchtet einen 40-fachen Anstieg der Schiffahrt in dieser Region bis zum Jahre 2020. Ölkonzerne wie Exxon Oil, Kanada BP und Gazprom haben längst Probebohrungen in Planung, sobald im wahrsten Sinne des Wortes das „Eis gebrochen“, wird die Gier nicht zu stoppen sein.

Da gilt es, Widerstand dem entgegenzusetzen, nicht nur seitens Greenpeace mit ihrem Anliegen „Raus aus der Arktis“, sondern da sollten sich neben den Betroffenen vor Ort sämtliche wachen Geister aufgerufen fühlen, bevor die Arktis einer wirtschaftlichen Ausbeutung zum Opfer fallen wird, dessen zerstörerischen Ausmaße weltweit niemand real voraussagen vermag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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