Das Rätsel um Angelas Raute entlarvt


Lebensabschnittspartner erzählen einen Witz

Deutschland hatte gewählt und sich erneut für die Bundeskanzlerin entschieden. Wir beschäftigen uns mit der ominösen Gestik von Angelas Raute. So manch einer wird sich des öfteren die Frage gestellt haben, warum die Bundeskanzlerin urplötzlich dermaßen offensichtlich weithin sichtbar öffentlich mit der Raute-Haltung auftritt. Nun, man mag ihrer Begründung, die Fingerhaltung würde helfen, den Rücken gerade zu halten, keinen Glauben schenken, zumal dies kein Physiotherapeut ernsthaft bestätigen kann, andererseits ist es daher nicht weiter verwunderlich, daß die Gerüchteküche kocht.

Dabei gibt es in Wirklichkeit eine völlig simple Erklärung, die das Lebensabschnittspaar, Ellen und Mike, ihrem Freund Gerd zum Besten geben, in dem sie ihm einen Witz erzählen. Parallelen zu Kurt Tucholskys „Ein Ehepaar erzählt einen Witz“ sind nicht zufällig, allerdings in die aktuelle Gegenwart projiziert.

Mike: Wo wir jetzt hier so gemütlich zusammen sitzen, lieber Gerd, muß ich mal unbedingt einen Witz loswerden, den uns neulich der Felix zum Besten gab. Wir alle fragen uns hin und wieder, wieso die Bundeskanzlerin mit dieser Rautengestik sich öffentlich präsentiert…

Ellen: Stop, stop, stop, stop, stop… das war völlig anders, du mußt schon unserem Besucher den ganzen Witz erzählen, du hast zugleich den Anfang vergessen. Also, mein lieber Gerd…

Mike: Entschuldige, daß ich dich unterbreche, aber es kann nicht angehen, daß du mir einfach so dazwischenfunkst, ist völlig Wurscht, wie ich anfange…

Ellen: Eben nicht! Laß mich mal machen, nächstes mal einfach besser aufpassen, wenn der Felix spricht. Vielleicht warst du auch nur abgelenkt. Genau so war es, da lief doch dieses lesbische Pärchen vorbei, wo du doch in dem Moment nur Augen für die hattest, stimmt’s?

Mike: Jetzt lenk mal nicht ab, Ellen. Ich bleibe dabei, kommen wir zurück zur Frage, wieso Angie die Raute…

Ellen: Nix da, Mike. Also, Gerd, das begann so: Unzählige Medien stellen sich immer wieder die Frage, wieso Frau Merkel mit der Raute aus heiterem Himmel plötzlich daherkommt. Siehste, Mike, geht doch, du mußt zugeben, daß die formulierte Frage mittels der Medien ein Unterschied ist, statt zu behaupten, wir alle fragen uns…

Mike: Okay, von mir aus. Da wir das ja jetzt geklärt haben, möchte ich mal endlich fortfahren, schließlich wollen wir ja nicht den Gerd unnötig auf die Folter spannen. Nun, findige Menschen haben nach langer Suche einen alten Sandkastenfreund von der Merkel aufgetrieben, der wiederum den Medien, welche das waren, weiß ich nicht mehr,…

Ellen: Aber Mike, siehste, kommt davon, wenn man seine Augen und Ohren für Momente nicht beisammen hat! Erstens handelte es sich nicht um einen alten Sandkastenfreund, sondern es war Angelas erste Schulfreundin, die sie allerdings im Sandkasten kennenlernte, da sie sich dort zunächst heftigst gestritten hatten! Und zweitens war sie es, die sich nicht bei irgendwelchen Medien meldete, sondern prompt die BLÖD-Zeitung anrief.

Mike: Also gut, dann war es halt die BLÖD, ist doch völlig Wurscht, wenn du so weitermachst und mich ständig unterbrichst, dann bekommt der Gerd gar nichts mehr mit, oder Gerd? Na, eben, sag ich doch. Diese Schulfreundin erzählte der BLÖD, daß Merkel ständig dabei war, Vierecke in den Sandkasten zu malen. Und sich heftigst bei der Lehrerin beschwerte, wenn jemand ihr Kunstwerk zerstörte…

Ellen: So ein Quatsch, Mike! Da hast du wohl gar nicht aufgepaßt, weil genau das die Bundeskanzlerin längst dementiert hatte…

Mike: Jetzt ist aber mal gut, liebste Ellen. Darauf wollte ich doch zu sprechen kommen, daß eben diese Schulfreundin sich nur bei der BLÖD wichtig tun wollte. Hättest du mich nicht schon wieder unterbrochen, wäre dies längst geklärt. Nachdem also die BLÖD ihr auf den Leim gegangen war, diese Erklärung veröffentlicht hatte, mußte sie diese sogenannte Sensationsmeldung prompt dementieren. Daraufhin erschien beim Spiegel…

Ellen: Falsch! Beim Stern, der Spiegel ist nicht ganz so reißerisch, wie sicherlich auch der Gerd weiß…

Mike: Von mir aus beim Stern. Dort erschien eine völlig neue, unbekannte Variante der rätselhaften Raute unter der Überschrift: Bundeskanzlerin entpuppt sich als Bayernfan. Richtig wiedergegeben, Ellen?

Ellen: Ja, mein Liebster, hast du, aber versau jetzt nicht die Pointe!

Mike: Was meinst du, was dabei herauskam, lieber Gerd? Na? Mach dir nichts draus, ich wußte es wie so viele andere auch nicht. Sie hatte ein einziges mal des abends in ihrem Stammrestaurant, leicht angetrunken und somit ein wenig offener, einer alten Freundin ihre heimliche Sympathie mit Bayern bekundet, was wiederum ein Kellner zufällig gerade noch mitbekam. Der hatte nichts besseres im Sinn, als genau das dem Stern zu erzählen. Und als Zeichen ihrer Bewunderung zeigt sie halt jetzt die Raute in der Öffentlichkeit, vielleicht auch, um auf diese Weise sich bei der CSU einzuschmmeicheln.

Ellen: War’s das, Mike? Ja? Du hast aber das wichtigste vergessen! Doch, hast du, brauchst gar nicht mit dem Kopf zu schütteln. Also, lieber Gerd, die Raute sehen wir in der bayrischen Staatsflagge, das sind die wie ein Schachbrettmuster dort enthaltenen blau-weißen Rauten. Und Gerd, wie findest du den Witz?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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