Rückbesinnung in der Flut der Meldungen


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Politik findet besonders im Alltag statt

Wenn wir uns nicht nur seit den Hartz-IV-Gesetzen vergegenwärtigen, wie perspektivlos Kinder und Jugendliche vor allem in die Zukunft blicken dürfen, stellt sich bei halbwegs wachen und interessierten Geistern die berechtigte Frage, woran dies noch liegen möge.

Sind es lediglich die vielen weltweiten Horrormeldungen, die medienwirksam um den Globus in Windeseile, besser geschrieben in Internetgeschwindigkeit, uns alle erreichen und dabei nach schlaflosen Nächten selbst den Alltag heimsuchen? Oder steckt in dieser Nachrichtenflut doch ein „Orwell’sches Prinzip“, welches einer Anspielung auf die „Haßwochen“ gleichkommt?

Wenn die Welt den Atem anhält

Nein, dies allein wäre wohl doch zu weit hergeholt. Dennoch läßt sich eines gewiß nicht verleugnen: Die Welt hält den Atem an und das schon ziemlich lange in dieser schnellebigen Zeit. Das zeigte sich nicht nur an den nordafrikanischen Unruhen, wobei quer durch alle Schichten Menschen sich zusammentaten, um auf der Straße sich „Luft zu machen“ angesichts jahrzehntelanger Unterdrückung. Die politischen Systeme mögen unterschiedlich sein, das Prinzip ist überall dasselbe: Es herrscht eine große Kluft zwischen arm und reich.

Wer meint, er müsse jetzt unser Land als Paradebeispiel für gute Politik beschönigen, der schaut entweder gnadenlos mit Scheuklappen weg oder aber ist einfach nur noch blauäugig. Auch in Europa weht ein eisiger Wind des Sozialabbaus, die Politik ordnet sich unter, ist der Hochfinanz, dem Kapital dienlich, wann immer diese Wirtschaftsdomäne es bestimmt. Das hat keineswegs mit kommunistischen Gedanken etwas zu tun, dies sollte sich längst herumgesprochen haben, wie einfältig diese „platte Debatte“ eines Schwarz-Weiß-Denkens daherkommt, zumal sie nicht mehr zeitgemäß ist.

Viel eher sollten einer weltweiten Bewußtseinsänderung, die längst begonnen hat, endlich Taten folgen, bevor noch mehr Völker unsanft aufstehen und ihre Rechte einfordern. Diese Entwicklung läßt sich eben nicht mehr aufhalten, auch wenn beispielsweise die chinesischen Machthaber meinen, sie könnten ihre Politik der Menschenrechtsverletzungen fortsetzen.

Außerparlamentarische Initiativen fördern

Mit all diesem Wissen brauchen wir uns somit nicht zu wundern, wenn junge Menschen verzweifeln, bevor sie überhaupt begonnen haben, ihr Leben zu gestalten. Es liegt an uns, Perspektiven aufzuzeigen, vor allem in kleinen Schritten, in unserer unmittelbaren Umgebung. Dabei dürfen wir nicht den globalen Blick verkennen, aber dennoch haben wir uns mehr einzumischen in die Politik.

Es ist eben nicht damit getan, alle Jahre zu wählen, zumal oftmals die Kreuzchen an den verkehrten Stellen stehen, angesichts einer Parteipolitik, die ohnehin in Frage zu stellen ist aufgrund der Machtstrukturen. Es müssen wesentlich mehr Möglichkeiten der außerparlamentarischen Einflußnahme geschaffen werden, vor Ort, was nicht nur mit Volksbegehren einhergehen darf, sondern mit unbürokratisch wirksamen Initiativen. Mit anderen Worten, es fehlt der Mut, die zündenden Ideen, eben weil zu viele Hürden uns im Weg stehen.

In einer Gesellschaft, in der nur noch der Konsum zählt, der äußerliche, sichtbare Reichtum, der innere nicht zur Debatte steht vor lauter „Glanz“, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Stillstand, Bewegungslosigkeit herrscht, weil in Wirklichkeit nur diejenigen dahi kommen, die entweder über genug Skrupellosigkeit verfügen oder aber hineingeboren wurden in entsprechenden Familien. Mit ehrlichem Fleiß und Schaffen hat das nicht das geringste zu tun. In sofern gehen die anderen leer aus, um sich obendrein noch an Bildschirmen „vorführen“ zu lassen – welch Zynismus sich dabei offenbart, wer es denn erkannt hat!

Bauernfänger und Verschwörungstheoretiker unterwegs

Diese Bestandsaufnahme kann nur ein kleines Fenster sein im großen und ganzen Kontext einer Welt, die nicht nur langsam aber sicher zerstört wird. Sie hat auch die Chance, all jene wachzurütteln, aufzufordern, mal genauer hinzuschauen. Dazu bedarf es nicht unbedingt irgendwelcher „Weltverbesserer“, die meist auch nur nach Bauernfänger-Manier handeln, sondern des gesunden Menschenverstandes.

Schauen Sie sich um, vergleichen Sie die Mediennachrichten mit der unmittelbaren Wirklichkeit, soweit Sie es vermögen. Was sind die Hauptthemen? Neben den alltäglichen Katastrophen- und Horrormeldungen kaum noch Perspektiven. Natürlich wäre es verkehrt, wegzuschauen, nur noch „gute Nachrichten“ zu verbreiten. Müssen Sie sich dieser Nachrichtenflut überhaupt ständig aussetzen? Und vor allem, was bewirken sie real?

Ein ungutes Gefühl, wobei nicht einmal gewährleistet ist, was echt, was falsch, was manipuliert wurde. Dabei haben insbesondere Verschwörungstheoretiker im Internet Hochkonjunktur, wen wundert’s dann noch, daß erneut eine Neue Rechte Fuß faßt?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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