Alltag im Straßenverkehr keineswegs friedlich


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Deutliche Zunahme der Aggressionen

Kaum ein Thema schlägt höhere Wellen als das Auto. Für die einen notwendiges Mittel der Fortbewegung, für die anderen eine Passion bis hin zu fanatischen Zwängen. Ob per Leasing, gar direkt bar, mit Karte oder Überweisung, neu oder gebraucht angeschafft, sie rollen allesamt tagtäglich im Straßenverkehr, TÜV-geprüft und dabei mit Menschen in ihnen, die sie bedienen.

Daß ein zweijähriges TÜV-Zeichen kein Garant für wirkliche Sicherheit darstellt, besonders in Zeiten des sozialen Abbaus und von Niedriglöhnen, wird hier mal als bekannt vorausgesetzt. Auch die Tatsache, daß ein deutsches TÜV-Siegel wohl eher einmalig zu betrachten ist, gibt es dennoch weltweit inzwischen eine technische Überprüfung von Kraftfahrzeugen.

Mit dem Führerschein erfolgt des Menschen Alltagstauglichkeit

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie viel unbewußte Bewegungsabläufe sie tätigen während dem täglichen Weg zur Arbeit beim Autofahren? Manche Fahrer berichteten sogar, sie hätten keine Erinnerung von der Fahrt selbst, auch das spielt sich ab in der Welt der Automation. Wir können uns das ganz ähnlich vorstellen wie beim Arbeiten am Fließband, gewohnte Routine blendet das Bewußtsein aus, das Unterbewußtsein übernimmt seine Rolle.

Dies sollte keineswegs mit Träumen beim Autofahren verwechselt werden, selbst wenn im rollenden Straßenverkehr dem ein oder anderen Verkehrsteilnehmer die Geduld durchaus nervenaufreibend strapazieren kann. Der Kreisverkehr zum Beispiel ist ein beliebter Streitpunkt merkwürdiger Verhaltensweisen. Autofahrer, die schon vor ein paar Jahrzehnten ein wenig in Frankreich unterwegs gewesen sind, für die stellen Kreisverkehre bestimmt keine unlösbare Herausforderung mehr dar. Für den sesshaft regionalbedingten Alltagsautofahrer kann dies schon eine merkwürdige Hürde darstellen.

Der Kreisverkehr naht, es wird fast schon scharf gebremst, es könnte ja ein Auto kommen. Nach etwas zu langem Blick gen links wird angefahren – manche bremsen dann gern erneut beim leisesten Verdacht – die Fortsetzung im Kreis findet endlich für den Nachfolgeverkehr statt. Nächster Knackpunkt: entweder Blinker nach rechts setzen oder nicht, hupen, weil mal wieder jemand die Vorfahrt nimmt oder nicht, es geht ohnehin alles ganz schnell. Entsprechend überzeugen die Unfallstatistiken, wobei eigentlich der Kreisverkehr eine äußerst sinnvolle Straßenentlastung darstellt. Keine Ampeln, keine Wartezeit, eigentlich weniger Unfälle, es sollte der Verkehr wunderbar fließen. In Frankreich schon, hierzulande manchmal eben nicht. Aber so ist das halt, wenn Menschen rollende Maschinen bedienen, in denen sie obendrein noch fahren. Gefühle lassen sich hierbei eben nicht wegdenken, sie haben beim Fahren erheblichen Einfluß.

Wenn das Auto den Aggressionen zu gehorchen hat

Der Faktor Zeit kann durchaus eine große Rolle spielen im täglichen Straßenverkehr. Ob auf den Autobahnen Drängler mit Tempo 180 km/h und einem Abstand von unter fünf Metern meinen, sie kämen dadurch schneller zum Ziel, riskante Überholmanöver, meist an unübersichtlichen Stellen, einfach riskiert werden, die geduldige Autoschlange wird schon eine Lücke parat haben zum Einscheren, stets fährt der Tod mit im Run der knappen Zeit, die solche Autofahrer meist selbstverschuldet eben nicht einkalkulieren. Wird schon irgendwie klappen, hat bisher auch stets funktioniert.

Die Unfallzahlen durch überhöhte Geschwindigkeit, bzw. unangepaßte Geschwindigkeit als Unfallursache sprechen eine ziemlich unmißverständliche Sprache. Meist kommt erst die Einsicht, wenn es passiert ist, Opfer zu beklagen sind. Doch auch die Aggressionen nehmen deutlich im Straßenverkehr zu. Wer das leugnet, schaut nicht genau genug hin. Wer täglich unterwegs ist, weiß das natürlich. Dabei sind menschliche Verfehlungen sowieso vorprogrammiert. Es gibt nicht den perfekten Autofahrer, weil Fehler nur allzu menschlich sind.

Solange sie sich und andere nicht gefährden, sollten diese auch mal einfach toleriert werden im täglichen Miteinander. Mehr Gelassenheit wäre da wohl angebracht. Gleichzeitig offenbaren sich dennoch so manche Sorgen, Ängste und Nöte im Verkehrsfluß, wenn wir an die zunehmende soziale Schieflage denken, die sich in vielen Bereichen ausgebreitet hat. Menschen trennen halt persönliches Befinden nicht im Handeln selbst, somit ist auch das Autofahren betroffen. Wer gern satirisch-humorvolles zur Thematik des Autofahrens liest, dem sei hier Carlo Manzonis „Liebling zieh’ die Bremse an“ empfohlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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