Julia Klöckners Kurs auf selbstverpflichtete Freiwilligkeit


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Keine gesetzliche Maßnahmen für die Lebensmittelindustrie

Das Zynische dabei, Marius Müller-Westernhagens Song Dicke muß man als aktueller denn je betrachten, wer das dramatisch lasche Verhalten der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, beobachtet, die vor kurzem im Bundeskabinett die „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten“ beschloß. Ihre Reduktionsstrategie: „Bitte bitte weniger Zucker, wie Foodwatch anmahnt.

Natürlich kann es damit keineswegs getan sein, seit wann läßt sich diese Lebensmittelindustrie mit all ihrer Kaltschnäuzigkeit durch halbherzige Appelle real beeindrucken? Erst Frau Klöckners neuliche Ankündigung, eben keinen Haltungskompaß für Frischfleischprodukte gesetzlich zu fordern, schlägt jetzt beim Thema schädliche Auswirkungen durch Zucker und Fette in dieselbe Kerbe. Was interessieren schon betroffene Menschen, Hauptsache die Lebensmittelindustrie bleibt verschont.

Mediziner werden einfach ignoriert

Allerdings schon ziemlich lange, weil das Wissen um die Schädlichkeit von Zucker und Fett sowie Übersalzung ist nichts neues, was bereits früher bekannt, wurde obendrein wissenschaftlich erst recht bestätigt, während die Lebensmittelindustrie nonchalant Verbraucher gern täuscht, denken wir z.B. an die Pseudo-Ampel.

Mit einer halbherzigen Reduzierung von Zucker in Produkten wie Frühstücksflocken oder Limos kann es keineswegs getan sein, weil immer noch viel zu viel Zucker enthalten bleibt, die Gesundheit der Verbraucher gefährdet. Ganz besonders eine geschickt verharmlosende Werbeindustrie tut ihr übriges, um z.B. Kunden mit Lightprodukten zu täuschen.

Was die Politik versäumt, soll der Verbraucher selbst hinkriegen?

Wenn das mal so einfach wäre. Selbstverständlich kann man die Mündigkeit von Verbrauchern kritisch betrachten, in Frage stellen, wieso trotz anhaltender Aufklärung weiterhin blauäugig nahezu blindlings der Lebensmittelindustrie mit all ihren werbewirksamen Verheißungen vertraut wird.

Andererseits hat gefälligst eine Frau Julia Klöckner ihren Job wesentlich ernster zu nehmen. Mit ihrer Politik der Freiwilligkeit wird sie nicht weit kommen, die Lebensmittellobby verhöhnt eher ihre Kunden, wertet den Kurs der Bundesministerin als nettes Geschenk, als Aufforderung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Eine Antwort zu Julia Klöckners Kurs auf selbstverpflichtete Freiwilligkeit

  1. Anarchrist schreibt:

    Die werden Zucker gegen Agavendicksaft ersetzen, die Preise verdoppeln und die Kcal-Angabe in noch kleineren Lettern auf ihre Verpackung drucken.

    Dann werden sie sich von der Klöckner heiligsprechen und von der Welt feiern lassen.

    Gefällt 1 Person

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