Weihnachten 2018 fällt ins Wasser


Wagenknechts Aufruf mobilisiert überraschend viele Gelbwestenträger

Endlich mal eine handfeste Politik, die nicht lange um den heißen Brei redet, sondern Taten folgen läßt. Labern war gestern, gehandelt wird heute am Heiligabend. So geschehen und direkt ausgeführt von jener dynamischen, parteiübergreifenden Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, die sich beherzt vor die Waschmaschine stellt, um ihrer #Aufstehen-Bewegung entsprechenden Pepp zu bringen, in dem sie die Menschen auffordert, es den Franzosen gleichzutun, selbst mit gelber Weste zu protestieren.

In dem 77-Sekunden-Videobeitrag spricht sie zwar vom nächsten Jahr, was allerdings offensichtlich eine Menge Leute wohl überhören. Schon Stunden später versammeln sich an die geschätzten 750 Gelbwestenträger mit eiligst aufgemalten Schildern, auf denen „AKK muß weg“, „Es hat sich ausgemerkelt“ oder „Maas macht mobil – welch perfides Spiel“ zu lesen ist. Letzterer bezieht sich auf den Abzug amerikanischer Soldaten aus Syrien und Afghanistan, es wird befürchtet, die Lücken sollen nunmehr deutsche Soldaten schließen.

Als die Bundeskanzlerin ihr Domizil verlassen will, verzögert sich die Abreise, vor dem Bundeskanzleramt versperren inzwischen mindestens dreitausend Menschen den Weg, die Fahrzeuge können zunächst nicht losfahren. Erst per Wasserwerfer- und Tränengaseinsätzen wird eine Schneise geschaffen, so daß Angie ihren ihrer Meinung nach verdienten Weihnachtsurlaub antreten kann. Für die Menschen vor Ort fällt Weihnachten somit ins Wasser, manche heulen oder brüllen lauthals ihre Wut gen Waschmaschine, Flaschen und Steine fliegen.

Stunden später ist der kurze Spuk beendet, was verbleibt, bedeutet nachdenkenswerte Rückbesinnung, wieso Politik weiterhin die Belange des einfachen Volkes stoisch ignoriert. Sie bedient viel eher eine reiche Klientel, Sozialabbau wird nonchalant geschickt als unabwendbar den Leuten eingeredet, obwohl die Fakten klar ersichtlich.

Was drüben bei den französischen Nachbarn noch deutlicher sichtbar geworden, vertuscht gern Frau Merkel mit Augenauswischerei von angeblich niedriger Arbeitslosenquote als Garant dafür, die richtigen politischen Weichen gestellt zu haben. Dabei verschweigt sie einfach, daß der Niedriglohnsektor als Verschiebebahnhof dient, obendrein immer mehr Menschen per Hartz IV aufstocken müssen.

Und die Linken? Die zerlegen sich just, weil Sahra ausscheren will mit eigenen Vorstellungen, wie man die Menschen wachrütteln kann. Es ist immer richtig, aufzustehen, das machen nahezu alle jeden morgen, ob sie arbeiten, zur Schule gehen, in die Uni, zur Ausbildung oder um sich zu bewerben. Aber aufstehen, um die Politik anzumahnen? Protestkultur nennt man das, diese hat seit den Schah-Demos gerade hierzulande an Fahrt aufgenommen, denken wir an die riesigen Friedensdemos, an die Bürgerproteste gegen AKWs. Viel davon ist nicht mehr vorhanden, weil etliche gesättigt ihre Pöstchen ergattern konnten bis hinein in die Politik selbst.

Und das soll es jetzt richten, man zieht sich ne gelbe Weste an und alles wird wunderbar? Schmeißt Schaufenster ein, zündet Autos an, randaliert oder provoziert Polizisten? Und dann? Danach geht der Wahnsinn weiter, es ändert sich real zu wenig.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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