Jugend einem Albtraum einfallsloser Gleichgültigkeit ausgesetzt


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Ohne Perspektiven verschwinden klare Ziele

Im Grunde genommen beginnt die Zukunft im nächsten Moment, in wenigen Stunden und gar morgen. Im Hier und Jetzt vermögen wir lediglich gestalten, alles andere entspricht Visionen, Endlosdiskussionen über irgendwelche Vorhaben, die sicherlich schon wichtig sein können, aber eben nur ein Stückweit. Warum? Weil uns die Zeit davonläuft.

Wie kann das sein, wo doch Gott genug erschaffen hat von ihr, was bereits Heinrich Böll in seinem Irischen Tagebuch betonte? Aber weil Mensch dermaßen träge verharrend sein Leben unorganisiert im Rahmen seines begrenzten Horizonts zu meistern vermag, bedarf es all jener, die vielleicht entsprechenden Überblick erbringen. Falls nicht, kann Jugend in der Zukunft einem Albtraum einfallsloser Gleichgültigkei ausgesetzt sein, da ohne Perspektiven klare Ziele verschwinden.

Zwischen Perspektivlosigkeit und Hoffnung – eine Welt zu hoher Erwartungen?

Leistung bringen, eine Forderung, die tagtäglich die allermeisten Menschen versuchen zu verwirklichen, viele dennoch am fortlaufenden Druck scheitern, dem sie nicht gewachsen. Dem Hamsterrad einer Gesellschaft entfleuchen, die unreflektiert mit sich machen läßt, was Wirtschaftsmächte ihr im Berufsalltag diktieren? Und dabei soll Jugend sich bewähren, zwischen Persepktivlosigkeit und Hoffnung, in einer Welt zu hoher Erwartungen?

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Tod von Robert Enke, der als Hoffnungsträger im Nationalteam sich bereits befand, gar etliche Male Deutschland im Tor vertrat, und doch nahm er sich das Leben infolge von Depressionen, die ihn schwer belasteten. Am Ende ein Krankheitsbild der heutigen schnellebigen Gesellschaft, in der Leistung zuviel von uns abverlangt? Wir müssen davon ausgehen.

Auch der Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Michael Schulte-Markwort, gelangt im kurzen Interview zum Schluß, daß ein erhöhter Leistungsdruck nicht ohne Folgen bleibt. Was schon im Buddhismus mit dem Gleichnis: „So wie oben, so auch unten“ versucht zwischen Mikro- und Makrokosmos zu unterscheiden, bzw. den gemeinsamen Nenner doch zu erkennen, gilt natürlich ebenso für unser kleines Leben in Familien wie im Großen. Weltweite Depression ein Spiegel dessen, was Mensch grundsätzlich belastet?

Back to the roots – zu weit entfernt oder in etwa eine Chance der Rückbesinnung?

Gerade die Jugend offenbart uns Erwachsenen doch, was die gegenwärtige Gesellschaft versäumt hat, welche Herausforderungen ihr begegnen, dies zu ändern oder zu verbessern. Daher muß sie stets ihre Grenzen ausloten, rebellisch gar überschreiten. Verpaßt sie es, entwickelt sich Jugend ohnehin sowieso in ihren eigenen Bahnen, wobei oftmals nach Jahren des Widerstands die Anpaßung erfolgt, junge Menschen auch nur sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen, Wege der Selbstfindung zu erlangen.

Zurück zur Leistung, die allgegenwärtig uns beschäftigt, viele Krankheiten zur Folge hat. Ein wenig weitergedacht, stellt sich schon die berechtigte Frage, für wessen Ziele all der Kampf überhaupt stattfindet. Ein Leben für „immer höher, besser, schneller oder gar reicher“ als andere, im Konkurrenzkampf behaftet, um am Ende an den überschrittenen Leistungsgrenzen zu versagen, weil Körper und Geist kapitulieren? Ist es das wirklich wert, was uns da seit Jahrzehnten eingeredet? Um es noch deutlicher zu benennen: weltweiter Raubbau, einhergehend mit maßlosen Überreichtum, dem Makrokosmos entsprechend, den Einzelnen beim Raubbau eigener Substanz (Mikrokosmos) ereilt, er zusammenbricht, während der Blaue Planet selbst kollabiert? Sehen Sie die Parallele?

Back to the roots, die geflügelte Formulierung, die nachdenkenswert daran erinnert, was Leben, Natur, Resepkt vor Mutter Erde bedeutet, uns warnen möge, daß wir jederzeit die Chance zur Rückbesinnung haben, obwohl schon so viel zerstört. Auch das müssen wir unserer Jugend vermitteln, mitgeben auf der Reise in der Gegenwart, weil Zukunft stets einer Vision gleicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Jugend einem Albtraum einfallsloser Gleichgültigkeit ausgesetzt

  1. IW schreibt:

    Beruflich bedingt erfahre ich regelmäßig das Schicksal zusammengebrochener, oder ausgefallener hoch kompetenter arbeitender „Leistungsträger“ aus einer Vielzahl an Berufsfeldern.

    Die irrsinnigen sich steigernden Leistungsanforderungen, nach oft jahrzehntelanger Berufserfahrung, erfolgt so gut wie immer nach einem Wechsel in dern oberen Führungsetagen. Da wird dann „eine neue Seite aufgezogen“ vor allem in bis dato traditionelleren, humaner aufgestellten Betrieben und Unternehmen. Da wird das Ganze auf Leistung, Gewinnmaximierung getrimmt. Dann kommt massives Bossing (Mobbing von oben) hinzu, um die mit noch besseren Alt-Arbeitsverträgen ausgestatteten Mitarbeiter loszuwerden. Es ist schlichtweg ein himmelschreiender – ungehörter – Skandal, was da in Deutschland an Zerstörungen im Wirtschaftsleben/Arbeitsmarkt vor sich geht. Die Jungen, die nachrücken, sind deutlich schlechter gestellt und halten den Anforderungen erst recht nicht durch. So taumelt der Wirtschaftskoloss (noch) Deutschland dem Abgrund entgegen. Ein jüngst gehörtes empörendes Beispiel an grauenvollen Arbeitsbedingungen erfuhr ich über eine bekannte Krankenhauskette mit Renditeerwartungen von jährlich gut!!! über 10%. Der soziale Zwangsbeitrag garantiert diesen Investoren eine SuperSuperRendite….oder besser genannt Soziale Ausplünderungsrendite.

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  2. Cornelia Dell schreibt:

    Ja, leider ist es so

    Gefällt 2 Personen

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