Haltungskennzeichnung für Fleisch: Julia Klöckner setzt auf Freiwilligkeit


Kein Haltungskompaß für alle Frischfleischprodukte in Sicht?

Wen interessieren schon die Belange der Verbraucher, Hauptsache diese konsumieren die feilgebotenen Waren, genauso ticken Lebensmittelindustrie und Politiker, um möglichst profitabel abzuschneiden, sich selbst zu beweihräuchern. Hinzu kommt eine schier unsagbare Unfähigkeit, weil so mancher Posten besetzt wird, der seiner Verantwortung nicht gerecht wird, obendrein halbherzig wichtige Einwände einfach ignoriert.

In diesem Fall betrifft es Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die eine weitere freiwillige Haltungskennzeichnung für Fleisch vorschlägt. Greenpeace protestiert zu Recht aufs Schärfste, fordert sie auf, „Wo Tierleid drin steckt, muss Tierleid drauf stehen!“ Was wenigstens Lidl praktiziert mit einem Haltungskompaß für alle seine Frischfleischprodukte, beherzigten auch andere Supermarktketten, Edeka ignoriert dies.

Nutztierhaltung ohnehin ein Widerspruch – Tierleid interessiert mitnichten

Der Tierschutz kann prinzipiell einer genaueren Betrachtung nicht standhalten, wird ständig mißachtet, muß man insofern als eine perfide Rechtfertigung werten. Selbstverständlich schauen Veganer und Vegetarier genauer hin, erfreulicherweise auch Menschen, die zwar Fleisch verzehren, aber darauf bestehen, daß Tiere nicht leiden müssen. Belassen wir es dabei, da Nutztierhaltung eigentlich ein Widerspruch in sich ist.

Doch wie verhalten sich all jene Verbraucher, die gedankenlos Fleisch und Wurst in sich hineinstopfen, denen es scheinbar völlig egal ist, ob die Tiere vorher mal gelitten haben? Eine derartige Ignoranz muß man nicht nachvollziehen. Allerdings die Haltung betreffender Lebensmittelfirmen, Landwirte und verantwortliche Politiker.

TTIP, BASF und Pestizide im ökologischen Landbau stören nicht weiter

Soweit die Standpunkte jener Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Merkel-IV, Julia Klöckner leitet es seit 14. März 2018 wie zuvor ihre Kollegen/innen Christian Schmidt, Hans-Peter Friedrich und Ilse Aigner die zurückliegenden zehn Jahre.

Auffällig dabei der Schulterschluß mit gefährlichen Stoffen, Tierleid und Ignoranz Verbrauchern gegenüber, wenn man an das leidige TTIP denkt. Letztlich nicht verwunderlich, schließlich absolvierte sie das Young Leader Program des American Council on Germany, ein Partnerprojekt der Atlantik-Brücke. Sie scheint kein Problem damit zu haben, daß in speziellen Fällen Pestizide im ökologischen Landbau eingesetzt werden dürfen, wie sie in einem Interview bekundete. In diesem Kontext braucht man sich nicht wundern, daß sie als Bundeslandwirtschaftsministerin eben nicht auf eine Kennzeichnung von Tierhaltung besteht, vielmehr auf Freiwilligkeit setzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Eine Antwort zu Haltungskennzeichnung für Fleisch: Julia Klöckner setzt auf Freiwilligkeit

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Sie meint wahrscheinlich die durch Verbraucher erzwungene Freiwilligkeit 😉

    Gefällt 2 Personen

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