UN-Migrationspakt zum Jahrestag der AEMR verabschiedet


Erneut werden vielfach Bots eingesetzt

Allen Unkenrufen zum Trotz wurde vorgestern der UN-Migrationspakt in Marrakesch angenommen, ein ermutigendes Zeichen gegen die Angstmacher, wie die Zeit treffend tituliert. An jenem denkwürdigen Montag wurde zugleich genau siebzig zuvor in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, kurz AEMR, verabschiedet. Welch gelungene historische Parallele, weil sie nämlich deutlich aufzeigt, daß die Staatengemeinschaft sich nicht beirren läßt in ihrem Willen, sich für Menschenrechte einzusetzen.

Solch hehre Ziele werfen natürlich viele Fragen sowie Skepsis auf, zumal die Weltpolitik ohnehin auf dem Prüfstand steht, was dennoch kein Hinderungsgrund bedeuten darf, lösungsorientiert sich einzusetzen. Ganz besonders fragwürdig und keinesfalls zufällig, daß in Onlinedebatten Meinungsroboter gegen den Migrationspakt twitterten. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor, wenn man an den US-Wahlkampf denkt, an das Verhalten der Neuen Rechten, wo immer sich Gelegenheiten bieten?

Social Bots – wir sind längst mitten in einem häßlichen Cyberkrieg

Der uns noch eine ganze Weile beschäftigen wird, obendrein muß Mensch sich die Frage stellen, ob es Rechtens sein darf, wenn PC-Programme Meinungen diktieren, die in Wirklichkeit jede Propaganda-Maschinerie eines ehemaligen Nazi-Regimes um Ellen übertreffen? Wollten wir nach diesem Zweiten Weltkrieg nicht alles unternehmen, um derartige Entwicklungen hin zum Nationalismus und Faschismus zu verhindern?

Wer solchen Social Bots freien Lauf läßt, erst recht mittels gezielter Propaganda, ob von den USA oder Russland, darf sich nicht wundern, wenn Fake News die freien Medien verdrängen, in den verunsicherten Köpfen manch fanatische Vorbilder Fuß fassen, ihr übles Machwerk einsetzen. Als klare Demokratiefeindlichkeit sollte man solche Social Bots bezeichnen, sie zu entlarven, kann nur das erklärte Ziel sein, bevor ein derartiger Cyberkrieg überhandnimmt. Erinnert sei in diesem Kontext an den weiterhin ominösen US-Wahlkampf, der schließlich Trumps Sieg bedeutete.

Multilateralismus nicht mehr wegzudenken

Erst recht in Zeiten, wo ständig neue Konflikte oder Kriege entstehen, daraus folgernd ebenso Flüchtlingsströme. Mitnichten jene, die Rechtsextreme gern anführen, unser Land würde von mehreren Millionen invasionsgleich überrannt werden. Das ist undurchdachter Mumpitz!

Dieser verbindliche Migrationspakt hinterläßt noch genügend Raum für Ungeklärtes, bedeutet aber auch, daß wenigstens 164 der 192 UN-Mitgliedsstaaten eine Bereitschaft zeigen, die unterschiedlichen Migrationsprobleme ernsthaft lösen zu wollen. Ob dies überall auch gelingt, bleibt mal dahingestellt, zumal allen voran die USA ihm nicht zustimmte. Welch fatales Signal, was ganz typisch ist für jenen Donald Trump.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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