Im Reigen eines falsch verstandenen Idealismus


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Liebesgrüße aus dem Reich der Träume

Je größer die Not, desto erfindungsreicher vermögen verzweifelte Menschen Abhilfe schaffen, entstehen gar kreative Ideen, werden Probleme ziemlich pragmatisch, meist effektiv gelöst.

Manchmal rufen sie auch den kriminellen Instinkt hervor, weil per Tricksen, Betrügen und geschickten Raubzügen bis hin zu simplen Gewaltakten menschliche Schwächen sich zeigen, auf unehrliche Weise, ein Gewissen verdrängend, sie zum selben Ergebnis gelangen. Was im Reigen eines falsch verstandenen Idealismus hervorgeht, hat einzig und allein das System selbst zu verantworten bzw. eine vernichtende Allianz gegen kreatives Sein.

Materialismus begünstigt Kreativitätsblockaden

Müssen wir davon ausgehen, daß der Sinn jeder Gestaltung in seinem Ursprung keinerlei materielle Ambitionen haben darf, weil nur wirklich frei fließen wird, was sich keinem Korsett oder einer Zensur unterziehen möchte wie ein Vogel im Wind ohne jedwede Nachstellung? Materialismus läßt Kreativitätsblockaden ohne weiteres entstehen, weil zeitliche Vorgaben und einengende Rahmenbedingungen scharfe Grenzen setzen?

Denken wir zurück an die ersten Versuche bekannter Kunstschaffender wie die Beatles, Salvador Dali, Edith Piaf oder Leonardo da Vinci. Sie haben allesamt etwas entscheidendes gemein: Sie lebten ihre Ideen aus, ließen sich durch keine Widrigkeiten ablenken, vom Weg abbringen. Hätten sie vorher schon einen eventuellen Erfolg vor Augen gehabt, muß man hypothetisch annehmen, sie wären wohl nicht so euphorisch gewesen, innerhalb ihrer anfänglichen Kreativitätsversuche sich selbst zu finden, ihre innersten Begabungen auszuleben.

Gefangen in einer genormten Welt der Mißgunst

In jedem Menschen stecke ein Künstler, inpliziert von vornherein eine gewagte These, die innerhalb einer kaltschnäuzigen Gesellschaft sich keineswegs verwirklichen läßt, die Akezptanz ausbleibt. Schon heben sich diejenigen hervor, die eben ihren Weg mit äußerster Konsequenz verfolgen, dem selbstauferlegten Ideal frönen. Doch in einer genormten Welt der Mißgunst verbleibt kaum Raum für solche Kunstschaffende. Sie ersinnen daher unterschiedliche Strategien, um ihr Ziel zu erlangen, obwohl manche scheitern an der Intoleranz ihres näheren Umfeldes. Solche Entwicklungsprozesse bedürfen eines zähen Durchhaltevermögens, wer nicht standhalten vermag, den Anfeindungen nicht gewachsen, hat das Los eines schier verzweifelten Kampfes vor sich.

Bieten wir unseren Mitmenschen Möglichkeiten, verhindern aktiv, daß Träume niemals verfliegen dürfen, denn dem Mensch liegen die Ergebnisse der Schöpfung vor Augen, er muß lediglich hinschauen, was unser Blauer Planet alles bietet und trotzdem eigene kreative Interpretationen verwirklichen, weil sein Geist nicht eher ruhen wird, bis sie vollbracht.

Grenzüberschreitung einer ideellen Vorstellung

Polaritäten verhindern gleichzeitig das Abdriften in Scheinwelten, in die gewisse Zeitgeister flüchten, um einer eiskalten Realität etwas entgegenzusetzen. Solange die Phantasie beflügelt sich ausleben darf, weil keinerlei Normgehabe sie umgibt, können kreative Momente sich manifestieren.

Angesichts zunehmenden Zusammenrückens aufgrund einer expandierenden Weltbevölkerung werden die Freiräume kreativer Entfaltung erheblich kleiner, passen erst recht keine Auszeiten innerhalb der Alltagsnotwendigkeiten, die ein Überleben sichern sollen. Wer sich nicht fügt, wird gerügt. Und wenn eine ideelle Vorstellung dennoch Grenzen überschreitet, ungefragt, in gewisser Weise sich verselbständigend, weil gesäte Gedanken unwiderrufbar sich entfalten? Dann lassen wir sie wirken, sich ausleben, da jede Idee dem Keim kosmischen Seins entspringt.

„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“ (Salvador Dali)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Im Reigen eines falsch verstandenen Idealismus

  1. Anarchrist schreibt:

    Dankesehr fuer die eindrucksvoll dargestellte Wichtigkeit und Wertschaetzung von Kreativitaet und der Freiheit ‚anders‘ zu sein.

    Ich denke allerdings nicht, dass Freiraeume fuer das Entstehen und Ausleben von Kreativitaet schon vorhanden sein muessen oder besonders wichtig sind. Es ist nicht, dass ich jemandem den Freiraum nicht goenne, aber befluegelnd finde ich eher die Existenz eines zu behebenden Notstands, welcher natuerlich auch aus den verschiedenen Formen von Leere bestehen kann, aber nicht muss. Kreativitaet, so wie ich sie permanent erlebe, schafft sich ihren Raum liebend gerne selber. Ihre Wege sind im Vorfeld unergruendlich.

    Gerade das Vorhandensein von Normdruck und die mit ihm einhergehenden Spannungen befluegeln die Kreativitaet von uns Menschen, weil wir auf Druck instinktiv ‚allergisch‘ reagieren. Enge verleitet geradezu dazu auszubrechen und dabei die Dinge auf den Kopf zu stellen. In den festen Verbund wird ein Spalt geschlagen und mit neuem Leben besiedelt.

    Ergo: Raueme gerne fuellen, aber spaltbar halten. Oder anders gesagt: Stabile Ordnungsmuster erzeugen, die instabile Phasen beinhalten, sodass Prozessmuster gewechselt werden koennen.

    Tipp: Prof. Peter Kruse über Kreativität

    „Bieten wir unseren Mitmenschen Möglichkeiten, verhindern aktiv, daß Träume niemals verfliegen dürfen,“

    Ich sehe keinen Anlass, zu verhindern, dass Traeume niemals verfliegen duerfen.
    Ganz im Gegenteil. Wir sollten foerdern, dass Leute an ihren Traeumen festhalten duerfen, egal wie abstrus sie uns auch erscheinen moegen, und zwar so lange wie es sich der oder die Einzelne wuenscht. Oder sollte der Satz das so oder vergleichbar ausdruecken?

    Gefällt 1 Person

    • hraban57 schreibt:

      „Ich sehe keinen Anlass, zu verhindern, dass Traeume niemals verfliegen duerfen.“ Kann es sein, daß du meinen Text mißverstanden hast? Genau dasselbe meinte ich damit, wie du am Schluß ja bestätigst mit abschließender Frage. Also alles im juten Fluß, danke für die sehr ergänzenden, gut durchdachten Kommentare. 😉

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