Wenn Unternehmer Politiker wie Friedrich Merz loben


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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Wolfgang Grupps Meinungsartikel läßt tief blicken

Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit, die natürlich für alle gelten muß, selbst wenn gar rechtsradikale Gesellen ihren Haß dahingehend streuen und sie somit für gezielte Propagandazwecke mißbrauchen. Apropos Propaganda. Aus dem Hause Springer, in der Welt, gibt der Unternehmer Wolfgang Grupp im Artikel „AKK ist nichts anderes als ein Double der amtierenden Vorsitzenden“ seine Meinung zum Besten.

Wer dermaßen undifferenziert, obendrein zum eigenen Wohle öffentlich Stellung bezieht, muß selbstverständlich mit Gegenwind und entsprechender Kritik rechnen. Ausgerechnet den Wunschkandidaten Friedrich Merz lobpreist der Trigema-Chef in den höchsten Tönen, fühlt sich gut aufgehoben von dessen Asyldebattenanstoß, wischt wichtige Kritikpunkte beiseite, um besonders hervorzuheben und zu behaupten, Annegret Kramp-Karrenbauer würde die Politik von Angela Merkel einfach fortsetzen.

Neoliberal, neoliberaler, am neoliberalsten – was reitet dabei wohl Herrn Grupp?

Man möchte sofortigst betonen, Schuster bleib bei deinen Leisten, in seinem Fall, Grupp bleib bei deinen T-Shirts. Davon versteht er wenigstens was, würde stets wirklich kritisch und vor allem in umfassenden Zusammmenhängen denken. Das unterläßt Wolfgang Grupp aber lieber, indem er androht, wenn Frau Kramp-Karrenbauer käme, wähle er halt aus Protest die FDP. Na, das paßt doch, der Unterschied zwischen der neoliberalsten Partei und Friedrich Merz geht gen Null, gemeinsamer Nenner: die zutiefst menschenverachtende neoliberale Politik, die sie verfolgen.

Vielleicht hätte Herr Grupp mal besser Anne Will angeschaut, wo Talkshow-Geplapper so manches über diesen Friedrich Merz offenbarte. Falls doch, dann entlarvt er sich eher als ein schlechter Beobachter, zu eindeutig gebährdet sich der Anwärter zum CDU-Vorsitz, dessen Körpersprache und unübersehbare Arroganz. Das blendet Grupp einfach aus, fokusiert seine Entscheidung zu Merz anhand bekannter Kraftausdrücke zur Asylproblematik, was übrigens prima der gesamten Neuen Rechten in den Kram paßt, die ohnehin kein anderes politisches Anliegen bedient.

Fettnäpfchen Frauenquote taugt so gar nichts als politisches Argument

Den Vogel schießt der Burladinger aber mit seiner Bemerkung im Artikel ab, Frauen würden innerhalb der Partei Annegret Kramp-Karrenbauer nur deshalb wählen, weil sie eine Frau sei. Schon klar, den Vorwurf und das stetige Vorurteilsgeschwafel hat sich eine Frau Merkel seit 13 Jahren anhören müssen, nun wird es mal Zeit, daß wieder ein „gestandener Mann“ die Geschicke des Landes in die Hand nimmt, zumal obendrein Merkel Merz damals von dannen gejagt habe. So der Gedankenstrang des Wolfgang Grupp.

Welch peinliches Statement, daß sich auf ein paar wenige Argumente stützt, um diesen Friedrich Merz in den höchtsen Tönen zu loben. Man vermißt vor allem einen besonders wichtigen Punkt im Meinungsartikel, nämlich mal die Frage in den Raum zu stellen, wieso niemand anders in Frage kommt, als jene drei Kandidaten. Das läßt Herr Grupp lieber aus und legt sich auf Herrn Merz fest, ein Garant für Unternehmer, für eine Wirtschaft, die Reiche noch reicher macht, Arme ohnehin verächtlich behandelt, siehe Kommentare seitens Merz über Hartz-IV-Empfänger, der besonders fragwürdige Vorschlag, Aktien für die Altersvorsorge.

Und solch einer soll jene CDU als Vorsitzender leiten, unterstützt von Wolfgang Grupp? Deutschland, es schaut nicht gut aus, falls das eintreten sollte!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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Eine Antwort zu Wenn Unternehmer Politiker wie Friedrich Merz loben

  1. Anarchrist schreibt:

    Wenn man einen Multimillionaer, der gerne Milliardaer waere (oder insgeheim schon ist) fragt:
    „Sind Sie Millionaer?“, kann natuerlich nur kommen: „Ich lebe in geordneten persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen, die mir eine hohe persönliche und politische Unabhängigkeit geben.“

    Merz mags einfach nicht sagen. Er steckt fest zwischen der Peinlichkeit noch nicht Milliardaer zu sein und der weit verbreiteten Ansicht, dass der Geldadel in der Politik nichts zu suchen habe.

    Dass die CDU das naechste Jahrzehnt ueberleben wird, wenn sie so weiter macht wie bisher, bezweifel ich. Darum weiter so!

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