G20-Gipfel 2018: Keine guten Omen im Vorfeld


Trumps Twitter-Absage exemplarisch

2018 G20 Buenos Aires Summit, so die international offizielle Bezeichnung des Gipfels, an dem die bekannten 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer von heute bis morgen in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires tagen werden. Dabei gab es zuvor bereits zwei Versuche per Bomben-Anschlägen, die beide jedoch vereitelt wurden, friedliche Proteste sind erlaubt, 22.000 Polizisten werden für den reibungslosen Ablauf des Gipfels eingesetzt.

Apropos friedliche Proteste, erinnert sei in diesem Kontext, weil der letztjährige G20-Gipfel in Hamburg so viele häßliche Momente der Gewalt offenbarte, an die 1.000 lehmgrauverschmierten Gestalten, die in Hamburg unterwegs waren, eine Kunstperformance ohne Polizeimacht und Randale. Die Welt hat sich an solche Momente zu erinnern, auch wenn es erneut alles andere als friedfertig ausschaut.

Alles Zufall oder eher gezielte Agitation?

Den Flug von Berlin nach Argentinien zum G20-Gipfel mußte die „Konrad Adenauer“-Maschine über den Niederlanden kurzerhand unterbrechen, im Köln-Bonner-Flughafen notlanden, weil eine „ernsthafte Störung“ festgestellt wurde, wie die Bundeskanzlerin kommentierte, die Regierung prüft einen offenbar kriminellen Hintergrund.

Doch damit nicht genug. Das Haus und Anwesen des mitfliegenden Vizikanzlers Olaf Scholz wurde in der gleichen Nacht in Hamburg per angezündeten Autoreifen und mit Farbe gefüllten Marmeladengläsern verunstaltet, Protest aus dem Hinterhalt. Keine guten Omen im Vorfeld des G20-Gipfels.

Der „blonde Dolle“ wird erneut seiner Rolle gerecht

Was kaum anders zu erwarten war. Dabei wären Gespräche zwischen Putin und ihm so dringend notwendig angesichts der neu entflammten Spannungen im Ukraine-Krieg. Trumps Absage in letzter Minute brüskiert Putin, obwohl der russische Präsident wohl damit gerechnet haben muß, die cholerischen Entgleisungen des US-Präsidenten garantiert richtig einschätzt, zumal die Russlandaffäre zum Wahlkampf noch längst nicht vom Tisch ist.

Spekulationen darüber, ob jetzt Angela Merkel ihre geplanten Gespräche mit Donald Trump führen kann oder nicht, weil sie entschieden zu spät beim G20-Gipfel eintreffen wird, sind unangebracht. Wenn die Politiker es ernst meinen, finden sich Gelegenheiten. Aber Konfliktlösungen dürfen ernsthaft angezweifelt werden, wer mal die Sachlage nüchtern betrachtet. Was soll man von diesem Herrn Trump halten, der kaum Interesse am Ukraine-Krieg zeigt, gar meinte, Angela solle den Streit schlichten, obwohl die Kanzlerin dies längst in die Wege geleitet hatte.

Was kann man anderes von jenem unsensibilisierten, unreifen US-Präsidenten erwarten? Er hat sich in den bald zwei Jahren seiner Amtszeit genau als das offenbart, was viele voraussagten, nämlich viel Porzellan zu zerschlagen, verpaßte es, dringend notwendige Weichen zu stellen, hin zu einer weitsichtigen Klimapolitik, viel diplomatisches Geschick für mehr Sicherheit und Frieden einzusetzen. Stattdessen folgt ein Desaster nach dem anderen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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