Anja Karliczeks Forderung führt zu berechtigter Empörung


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Ein Klima der Intoleranz breitet sich aus

Die heuchlerische Doppelmoral, welche besonders Glaubensvertreter der christlichen Kirchen gern an den Tag legen, sollte mal langsam überwunden sein, erst recht seitdem innerhalb der Gesellschaft Regenbogenfamilien zunehmend akzeptiert werden.

Allerdings tragen weitreichende Homophobie, Vorurteile gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren quer durch sämtliche Gesellschaftsschichten bis hin zu Muslimen entscheidend mit dazu bei, sie ärgwöhnisch, verächtlich zu behandeln, selbst Gewalt entlädt sich. Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, fordert nunmehr Studien zum Wohl von Kindern homosexueller Eltern.

Argwohn vs. längst vorhandenen Studien

Eine finanzpolitische Expertin auf dem Stuhl der Bundesministerin für Bildung und Forschung, um ihr die Möglichkeit zu geben, „die richtigen Fragen“ zu stellen, so ihre eigene Argumentation? Dann sollte mal Anja Karliczek besser sich mit längst vorhandenen Studien zur Thematik beschäftigen, bevor sie eine derart unnötige, vor allem polemische Diskussion wieder entflammen läßt.

Das bringt besonders Stimmung unter all denjenigen, die ohnehin die gleichgeschlechtliche Familie anprangern, frenetisch ihre Abschaffung fordern, ihren Haß gegen Homoseuelle unverblümt äußern. Darunter die Neue Rechte, fanatische Glaubensgemeinschaften. Anstatt endlich Regenbogenfamilien weiterhin zu unterstützen, werden altbekannte Vorurteile geschürt, erst recht wenn Anja Karliczek obendrein Mobbing und Diskriminierung an Schulen gegenüber Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern als Argument einwirft. Ihre Forderung führt viel eher dazu bei, Argwohn erneut zu streuen.

International Family Equality Day – Solidarität zu Regenbogenfamilien

Im Juli 2011 fand das erste internationale Symposium von LGBT-Familien-Organisationen aus Europa, den USA und Kanada statt, wurde der International Family Equality Day ausgerufen, der seitdem an jedem ersten Sonntag im Mai gefeiert wird, ein Zeichen der Solidarität und Gleichstellung von Regenbogenfamilien.

Das will jetzt Anja Karliczek gezielt in Frage stellen, eine Farce par excellence! Ein Rückschritt, der exakt die verkehrte Richtung einschlägt, was natürlich für entsprechende Empörung sorgt. Familienministerin Franziska Giffey hat vollkommen Recht mit ihrem Einwand, es zählt vor allem der liebevolle Umgang mit Kindern. Vorurteile tragen somit dazu bei, wieder Verachtung und Haß gegenüber Homosexuellen zu schüren. Das wäre nicht im Sinne eines friedfertigen Zusammenlebens, sollte längst überwunden sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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4 Antworten zu Anja Karliczeks Forderung führt zu berechtigter Empörung

  1. cource schreibt:

    das aufgeklärte volk heiratet nicht und setzt auch keine kinder in die vergiftete welt, deshalb versucht die regierung/kirche mit allen mittel dagegenzusteuern, denn ehe/kinder sind der garant für zukünftige sklaven/steuerzahler und nur dafür werden die politiker/kleriker bezahlt

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    • Anarchrist schreibt:

      Denke eher, dass Anja Karliczek an die AfD verlorengegangene Waehlerstimmen zurueckgewinnen will. Sie appeliert an niedere menschliche Instinkte. „Zukuenftige Sklaven/Steuerzahler“ gibt es sowieso genug. Die meisten Leute sind instinktbedingt nach wie vor heterosexuell.

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  2. gripseljagd schreibt:

    Die Probleme der Kinder resultieren eher aus der negativen Reaktion der Umwelt als aus der Familie. Ein künstliches überflüssiges Problem.

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  3. Anarchrist schreibt:

    Von Leuten, die ihre Politik unter der Schirmherrschaft einer angeblich vorhandenen Gottheit verbreiten, sollte man Rationalitaet, also die Affinitaet zu Realitaet und Vernunft, besser nicht erwarten.

    Bitte bedenkt: Anja Karliczek ist der festen Ueberzeugung, dass es eine omnipotente und omnipresente Person ‚im Himmel‘ gibt, die ‚auf unergruendlichen Wegen‘ und ohne konkrete Lebenszeichen von sich zu geben, auf uns alle aufpasst und alles aus dem absoluten Nichts erschaffen hat.

    Das Christentum ist um Laengen irrationaler als das Heidentum und das ist echt ’ne Leistung.

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