Rassismus allerorten spürbar


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Im Kleinen wie im Großen

Das Verdrehen der Augen können Sie sich getrost sparen, im Alltag mitten unter uns herrscht er längst, versteckt er sich kaum noch, der Rassismus, schon gleich gar in Zeiten einer sich ungeniert zeigenden Neuen Rechten, die obendrein europaweit ihre Chancen wittert, bis hinein Regierungspolitik gestalten zu dürfen.

Was die Bürger im Alltag untereinander austragen, von Beleidgungen bis handfesten Argumenten per Gewalt, praktizieren gleichwohl Ordnungshüter, Ämter. Unter der sinnigen Überschrift „Kafka lebt“ beschreibt Heinrich Schmitz im Tagesspiegel Causa, wie bundesdeutsche Bürokratie einen Asylbewerber behandeln, der zweifellos sich korrekt verhält, nur daß ihm die Menschen in den Amtsstuben bewußt Steine in den Weg legen.

Wenn drei Behörden gemeinsam versagen

Dabei als oberste Richtschnur die Justiz eigentlich Herrn P. schützen sollte, schließlich gibt es das Grundgesetz, auf das sich die meisten vollmundig gern berufen. Doch was nützt jene deutsche Verfassung, wenn sie fortlaufend ignoriert wird, obendrein Behörden und das Familiengericht sich gegen ihn verschworen haben? Dabei Unlogik vorherrscht?

Gar nichts, vor allem ist er der Leidtragende, zu allem Übel sein Kind, welches ihm am Ende genommen wird, ihm gar Abschiebung droht, obwohl dies gesetzlich nicht sein dürfte. Naheliegend, wenn der Autor sich an Kafka erinnert, der oftmals der Staatsgewalt den Spiegel vors Gesicht hielt, sie somit in Frage stellte.

Soziale Not wird gezielt mit Füßen getreten

Die da unten kann man schnell verhöhnen, mit dem Finger auf sie zeigen, sie demütigen, schlagen, gar anzünden, über sie hetzen, im Alltag, in Medien, Politiker tun das, denken wir an die bösartigen Phrasen gegen Hartz-IV-Empfänger. Auch die jüngste Diskussion über die Abschaffung jenes Agenda 2010-Monstrums läßt tief blicken. Während besonders die Union an ihm festhält, Sanktionen werden als dringend notwendig erachtet, übrigens auch von Sigmar Gabriel, grübeln zumindest mal die Grünen, die es in Regierungsverantwortung mit beschlossen hatten. Wenigstens ein Anfang.

Dennoch ohne Aussicht auf Erfolg. Es paßt so wunderbar ins Konzept jenes Raubtierkapitalismus, die Ausbeutung in jeder Form, daher auch die Hofierung des Niedriglohns, prekärer Arbeitsverhältnisse. In Österreich darf man beobachten, wie die Neue Rechte tickt, am liebsten ein 16-Stunden-Tag, Rente mit 80, malochen, pennen, malochen, der Sarg am Arbeitsplatz, schöne neue Welt des Sklaventums, gepriesen sei dein Arbeitgeber, Hauptsache Profit für die superreiche Klientel. Wer kritisiert, wird als Neider vorgeführt. So simpel tickt Verunglimpfung, Hauptsache die große Masse schweigt. Appelle, sich die Freiheit nicht nehmen zu lassen, verpuffen, solange keiner sich mehr rührt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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