Herbert Grönemeyers Musik verzaubert unsere Herzen


Ulrich Steins Dokumentarfilm bringt ihn uns ein Stück näher

Kaum eine Kunst vermag mehr uns erreichen wie Musik, sie dringt übers Hören direkt in die Tiefen unseres Seins, berührt, wühlt auf, stimmt nachdenklich. Kein Wunder, daß viele Musiker so erfolgreich genau davon profitieren, auch wenn etliche dennoch nicht von Erfolg gekrönt. Doch darum soll es hierbei nicht gehen, sondern um den in Bochum geborenen Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer, Komponist, Musiker, Musikproduzent, Sänger, Schauspieler und Texter.

Was zeichnet ihn aus, wie erreicht er seine Hörer, seine vielen Fans? In erster Linie mittels seiner direkten Art, seinen Texten in den Songs, die ein großes Stückweit sein eigenes Leben widerspiegeln. Gleichzeitig verhalf ihm die große Chance, im Bochumer Schauspielhaus als Sänger der Bo-Band mitwirken zu dürfen, lernte er die Welt des Theaters kennen, komponierte später als Korrepetitor, wurde nach dem Abitur dort musikalischer Leiter, arbeitete als Schauspieler mit Peter Zadek und der Choreografin Pina Bausch.

Naturtalente finden manchmal Möglichkeiten, sich zu entfalten, obwohl dazu ebenso eine Portion Glück im Spiel mitschwingt, so gänzlich ohne Schauspielschule aufzuwarten. Gönnen wir es dem jungen Künstler Herbert Grönemeyer, der es durchaus sinnvoll verwerten konnte, betrachtet man seinen weiteren Werdegang.

Am Freitag erschien im WDR der Dokumentarfilm „Deutschland deine Künstler – Herbert Grönemeyer“, der Autor, Regisseur und Produzent, Ulrich Stein, versteht es ziemlich gut, den Bochumer Künstler in Szene zu setzen, nimmt den Zuschauer an die Hand, unaufdringlich, läßt neben Herbert Grönemeyer auch andere zu Wort kommen, dessen Band, u.a. den niederländischen Photographen und Filmregisseur Anton Corbijn, die Theater- und Filmschauspielerin Nina Hoss.

Über 17 Millionen allein in Deutschland verkaufte Tonträger zeichnen ihn als kommerziell erfolgreichst zeitgenössischen Musiker hierzulande aus, und trotz all dieses Erfolges, er geht gern auf die Bühne, in die Öffentlichkeit, wie er im Film erwähnt, legt er dennoch großen Wert auf seine Privatsphäre, erst recht nach dem schicksalshaften Tod seines Bruders und seiner Frau, beide starben Anfang November vor zwanzig Jahren. Im Song „Morgen“, der seiner zweiten Frau gilt, betont er, wieder glücklich zu sein mit dieser Chance einer neuen Liebe.

Bono erwähnt im Film, Herbert stehe immer auf der Seite der Machtlosen. So mischt er sich natürlich auch politisch ein, ob vor elf Jahren zum 33. G8-Gipfel, vor der Dresdner Frauenkirche im Musikfestival „Offen und bunt – Dresden für alle!“ oder neulich am 13. Oktober bei der #unteilbar-Demonstration für Solidarität und gegen Ausgrenzung in Berlin.

Wie sagt er so treffend im Dokumentarfilm: „Die Welt ist in der Krise, weil sie nicht teilt.“ Dem kann ich mich nur anschließen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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