Laßt Euch die Freiheit nicht nehmen


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Eine auffordernd banale Anmahnung, weil doch seit Jahrzehnten mitten in Europa vollkommen selbstverständlich den Alltag bestimmt? Freiheit, ein großes Wort voller Tücken und somit Herausforderungen, sie ständig zu verteidigen, ganz ähnlich wie in Kriegszeiten, nur daß Wörter als Waffen herhalten, ob freiwillig oder aber aus Zwang, wenn die Not groß.

Jetzt könnte man ins Grübeln kommen, von welcher Not denn die Rede sei. Sie lauert an jeder Straßenecke, in Bussen und Bahnen, auf Dorfplätzen, in Hinterhöfen oder an stillen Orten. Das friedliche Miteinander wird dabei nicht nur in Frage gestellt, sondern ziemlich gezielt attackiert, Gewalt kennt keine Grenzen, nimmt konkrete Formen an, in der Sprache selbst, um sich daher auch gegen scheinbar schwache Menschen zu entladen.

Feindbilder gibt es zur genüge in Zeiten eines sich verselbständigenden Rechtsradikalismus, der bis hinein in den Deutschen Bundestag meint, er müsse sich etablieren, seine menschenverachtende Gülle über alles schütten, was nicht in sein krudes, nationalistisches Weltbild paßt. Willige prominente Gefährten puschen diesen üblen Zeitgeist obendrein.

Zeit genug noch vorhanden, dem etwas entscheidendes entgegenzusetzen. Geistige Errungenschaften, ohne dabei gleich politisierend zu wirken, sondern mit der Offenheit eines gesellschaftlichen Miteinanders, weil die Ergebnisse einer ausbeuterischen Vorgehensweise nur allzu offensichtlich, sonst gäbe es keine Flüchtlinge, Krieg und Elend.

Der Musiker Herbert Grönemeyer bleibt seinem Schaffen treu, beobachtend seine Rückschlüsse in Songs zu verarbeiten, sich auch mal vors Publikum zu stellen und seine Meinung unerschrocken kundzutun. Es sind jene Hymnen für den Widerstand, die in seinem neuen 15. Studioalbum „Tumult“ zum Tragen kommen, sich eben nicht einfach zurückzuziehen, stillzuhalten, wenn da draußen jener Rechtspopulismus meint, er müsse sich in seiner Kleingeistigkeit in allen Herzen einnisten.

Denn eines sollte deutlich sein, erst recht, wer mal einen Blick in die Vergangenheit wagt oder dorthin, wo die Gegenwart uns mit der Nase draufstoßt, denkt man an Österreich. Einmal am Ruder, an der Macht, folglich in der Regierung selbst, wird völlig selbstverständlich ein noch radikalerer Sozialabbau vorangetrieben, die eigenen Pfründe sich gegönnt, Mann hat wieder seine ihm gebührende Rolle, Frau sich unterzuordnen, Homosexuelle werden gedemütigt, verachtet, Nationalismus erschafft erneut Feindbilder, beste Voraussetzung für die Wiederholung von Kriegstreiberei.

Laßt Euch die Freiheit nicht nehmen, die doch so kostbar, ohne die Freiheit anderer auf diesem kleinen Planeten einzuschränken, ein zentrales Ziel, weil Freiheit ohne Frieden nicht funktioniert, was wiederum eine gerechte Verteilung bedingt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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