Im Schatten der Sehnsucht tanzt menschliche Unvollkommenheit


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Augenblicken des Glücks niemals entrinnen mögen

Ein Fieberschub romantischer Vorstellungen enteilte den Gedanken im gleichmütigen Dasein eines arbeitsreichen Nachmittags. Ausgerechnet in solch nüchterner Umgebung, die normalerweise so gar keinen Platz übrig haben sollte, es aber unwiederbringlich vollbrachte. Jähe Ideen umrangten sein Gemüt, welches urplötzlich nach viel mehr Möglichkeiten des innigen, herzhaften Austausches verlangten, um möglichst nah ihr zu sein, die doch so weit entfernt in einem fernen Lande schlummerte.

Ein jeder wird denken, welch wunderbarer Beginn einer sich anbahnenden Liebesgeschichte. Vielleicht vermag das auch im ein oder anderen Fall sich ganz ähnlich abspielen, wollen wir jenen es von Herzen gönnen. Doch hierbei handelt es sich schlicht um entronnene Chancen einer Wiedergutmachung, die haltlos mißachtet, verpaßt wurde. Statt in logischer Schlußfolgerung wenigstens in Ansätzen ein Mindestmaß an guten Absichten zu hegen, verfielen sie in unbestimme Lethargie, lenkten sich gar ab. Mensch übertüncht eigene, sich meldende Gefühle der Reue, in dem er mittels Ablenkung in alte Muster des Laissez-faire verfällt.

Um des Rätsels Lösung beim Namen zu nennen, weil manch Leser sich schon fragen sollte, was denn wohl gemeint sein könnte, tauchen wir kurz ab in eine mögliche Vergangenheit, wie sie sich abgespielt haben wird. Ungereimtheiten und offene Fragen des Nichtwissens verbleiben im nebulösen Raum der Unsicherheit. Diesem Restrisiko muß man sich schon stellen, weil nur die Schöpfung selbst Antworten kennt, Mensch als Bestandteil bestimmer Entwicklungen sich dem Experiment unterzuordnen hat.

Plötzlich aus dem Paradies entronnen, und unsere Spezies wurde daraus verbannt, ohne Wenn und Aber, begann ihre eigentliche Aufgabe: das Los des Sisyphos zu beenden. Der Felsblock Symbol der schweren Last allumfassender Verantwortung, jede soziale Not zu verhindern, gleichzeitig eine stets nach Überreichtum geifernden Schar ewig Maßloser zu bändigen, während die Hauptfigur den besonnenen Samariter darstellt, die Figur, welche Nächstenliebe vorlebt.

Woran scheitert dieses Schattendasein, ständig den harten Weg zu begehen, um am Ende den Punkt zu erreichen, den Moment, wo der Felsblock ins Tal der Tränen poltert, ins Verderben der menschengemachten Kriege, in die Hoffnungslosigkeit, dem abgrundtiefen Bösen je zu entrinnen? Am Durchhaltevermögen? Keineswegs, der Beispiele gibt es zahlreich, wo etliche Generationen in unbedingtem Friedenswillen viele Entbehrungen ertrugen, sich unterjochen ließen. Obsiegt das Böse am Ende doch?

All jene Fragen bewegt Menschheit, erhielt stets genug Hinweise, die nur noch umgesetzt werden mußten. Was nutzen die klugen Erkenntnisse, in welchen Konstellationen wir unser Dasein möglichst angenehm gestalten können, wenn schließlich brutalste Gewalt jedwedes kosmische Gesetz mißachtet, Grausamkeiten begangen werden, die kein anderes Wesen auf Erden ausübt, außer Homo sapiens, welches meint, es sei obendrein zivilisiert?

Halten wir fest, an den Augenblicken des Glücks, die sehr viel Halt bringen können, eine Stütze im Sein der Widrigkeiten, aber auch ein Mahnmal, niemals zu vergessen, welch Leid Mensch vollbringt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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