Schulwesen: Pädagogischer Auftrag verliert auf ganzer Linie


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Gefangen im System einer aussichtslosen Zukunft

Merken die Menschen nicht, was hier vor ihren Augen sich abspielt? Vor lauter Konsum, TV-Ablenkung und Internet-Games, einer streng reglementierten Arbeitswelt, in der ein jeder den anderen belauert, weil er morgen schon auf einem Abstellgleis der Sozialrutsche sich befinden könnte, die Bevölkerung im Kollektiv in die Pflicht genommen wird, sich abzurackern für ein wenig Luxus, der da lautet, ganz nach oben zu gelangen in die Welt des Glamours?

Die meisten hecheln diesem Ziel hinterher, unerreichbar und offensichtlich doch verbissen dranbleibend, ganz ähnlich wie all jene, die wöchtentlich den Traum vom Lottoglück sich erhoffen. Was veranlaßt Menschen, derart geblendet, sich manipulieren zu lassen? Gehen wir der Frage auf den Grund.

Am Anfang war die Leere einer vielversprechenden Sehnsucht

Die allerdings zugleich oftmals im Kindergarten zunichte gemacht wird, spätestens in den Gebäuden des „Ernst des Lebens“, Schule genannt. Jene Bildungshochburgen, wo fragende, wissensdurstige Schüler dem vorgegebenen Lehrplan hinterherhinkend sehr schnell feststellen müssen, daß keinerlei Zeit und erst recht kein Platz für ihre berechtigten Fragen vorhanden ist. Alles hat sich den strikt vorgegebenen Sachzwängen des Unterrichtsstoffes unterzuordnen, der wiederum fein säuberlich einem „pädagogisch wertvollen Plan“ folgt, demnach ein gewisses Grundwissen vermittelt wird.

Bis zur Hauptschule mag dies in vielen Fächern durchaus naheliegend sinnvoll sein, wie die Grundrechenarten, das Lesen, das Schreiben, bestimmte geographische Kenntnisse zusammen mit dem Sozialwesen sich anzueignen, obwohl auch dort bereits etliche Methoden mehr als fragwürdig sein müssen, wenn man Rechen- und Orthographie-Schwäche bei etlichen Schülern heutzutage erkennen kann.

Das System ist restlos überfordert zusammen mit den zwangsläufigen gesellschaftlichen Problemen des täglichen Miteinanders, bei dem sehr viel sich den Vorgaben einer inhumanen Wirtschaft unterordnet. Verlierer bleiben auf der Strecke, deren Zahl proportional erschreckend hoch ansteigt, während einige Wenige es sich auf speziellen Privatschulen richtig gut gehen lassen, als Sieger später dieselbe brutale Politik anwenden werden. So schließen sich Kreise, die offensichtlich gewollt sind.

Perpetuum mobile eines zwanghaften Bildungsauftrages

Im Grunde genommen geistern immer noch die autoritären Vorgaben einer hilflosen Geißel der sogenannten zivilisierten Gesellschaft in den Klassenzimmern und Fluren der Bildungsstätten, mit dem Ziel, Schüler an eine vorbestimmte Ordnung heranzuführen. Dabei wird stets übersehen, daß niemand gleich sein kann, ganz viele Stärken und Talente, aber eben auch Schwächen des Einzelnen in keiner Weise berücksichtigt werden, weil dem Prinzip der vorbestimmten Leistung Mensch sich unterzuordnen hat.

Faktor Zeit insofern ein ständiger Feind im Nacken aller Beteiligten, vom Lehrer bis zum Schüler, später im Beruf vom Chef zum Angestellten, in der Familie von den Eltern zu ihren Kindern. Alles beugt sich dieser Autorität, der streßigen Zeitvorgabe!

Dieses Perpetuum mobile kann nur noch „geknackt“ werden, wenn das gesamte Schul- und Bildungssystem zusammen mit der Wirtschaft selbst grundsätzlich verbessert wird, in dem Mensch mit all seinen Fehlern berücksichtigt, sich nach dem Schwächsten die Gesellschaft richtet, sodaß diese keine „Verlierer“ mehr heranzüchtet, sondern ein jeder einen fairen Platz inne hat, sich bestätigt fühlt. Zu Ende gedacht, wird dadurch unsere Welt wesentlich friedlicher.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Schulwesen: Pädagogischer Auftrag verliert auf ganzer Linie

  1. Gerhard Kugler schreibt:

    Als eine mögliche Alternative zum jetzigen Schulsystem empfehle ich das, was ich in einem 5-teiligen Artikel geschrieben habe: https://neue-debatte.com/2017/12/30/schluss-mit-pauken-und-noten-teil-1-der-gegenwaertige-zustand-des-bildungssystems/

    Gefällt 2 Personen

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