Korruption so weit das Auge reicht


https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Aus dem Lateinischen corruptio für Vorteilsnahme oder Bestechung kennen wir sie in allen möglichen und unmöglichen Lebenslagen, diese Korruption, die die ganze Welt in Atem hält. Entlarvt man sie, mag eine gewisse Genugtuung aufkommen, dabei hat sie längst wieder genügend Möglichkeiten, von neuem sich zu entfalten.

In anderen Worten, es gibt nicht den geringsten Anlaß zur Vorfreude, ihrer Herr zu werden. Prinzipiell obsiegt ihr Naturell, jene Verschlagenheit überall dort, wo Geld fließt als ihr ureigenster Trieb der Bereicherung. Im Zeitalter des Internets hat sie ohnehin eine Vielfalt an neuen „Spielfeldern“ erhalten, man mit Fug und Recht behaupten kann, sie nicht einzudämmen vermag, geschweige denn sie gar zu besiegen.

Insofern muß man von einem Korruptionsdilemma reden, einer Endlosschleife par excellence. Klappe zu, Affe tot? Ganz so dramatisch sollte man ihr mitnichten begegnen, solange es noch Hoffnungsschimmer von geradlinig, ehrlichen Menschen gibt, die eben sich nicht „kaufen“ lassen, bzw. korrupt sind. Wenn das auch eher eine Minderheit ist. Andererseits wird wenigstens die ein oder andere Korruption entlarvt und an die Öffentlichkeit gezerrt.

Fast ein Fünftel der deutschen Unternehmen berichten, nämlich 18 Prozent, daß in den letzten zwei Jahren es bei ihnen einen bedeutsamen Betrugsfall gegeben hätte, nur Russland toppt dies noch, wie Welt im Artikel „So korrupt ist die deutsche Wirtschaft“ schreibt. Politiker haben ohnehin kaum ein Unrechtsbewußtsein, leben wie in einem Vakuum entrückt der eigentlichen Realität, beschäftigt in Sitzungen, Plenen, von einem Termin zum nächsten hetzend, dem jeweiligen Parteibuch verpflichtet, wobei der Ton gerade auch hierzulande rauher wird, denkt man an die rechtsradikale AfD.

Woher die Parteigelder kommen, wird zwar akribisch versucht, aufzuklären, die Dunkelziffer möglicher Schlupflöcher verbleibt weiterhin hoch, so manche Geldsumme läßt sich eben nicht immer sauber nachvollziehen, kein Wunder, daß auch die Bundesregierung beim Abgasskandal sich lieber bedeckt hält. Ob der Fall Barschel oder Schneider, stets sind Gelder im Spiel, die Täter werden nicht gestellt, im besten Fall irgendwelche Bauernopfer, die Verbrechen bleiben im Verborgenen.

Die Moral jener dramatischen Geschicht’? Wer suchet, der findet sie letztlich nicht. Wahrscheinlich gehört Korruption zum Wesen des Menschen selbst, wirklich nahezu unnötig würde sie werden, wenn tatsächlich Gerechtigkeit angewandt wäre, z.B. in dem Armut erst gar nicht aufkommt, somit Überreichtum abgeschafft, ein echter Sozialstaat seinem Namen nach handeln darf. Ob dies eine Illusion bleibt oder endlich umgesetzt wird, liegt an uns allen. Mit tatenloser Demut wird keine Änderung eintreten. Worauf noch warten?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Quergedachtes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.