Im Namen des Vaters, des Sohnes und – wohin des Weges?


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Unsicherheit zwischen Spaltung und Zusammenhalt

Um dem Kreuzzeichen (lat. signum crucis) zu folgen, spricht man jenen bekannten Satz zum Ritus, „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“, ganz besonders bei den Katholiken, findet es unbedingt Anwendung bei den meisten Konfessionen. Die Nähe zu Gott, zu Jesus Christus, der all das Leid auf sich genommen für die Menschheit.

Doch was unternimmt jene seit den folgenden zweitausend Jahren? Den Inbegriff brutalster Ausbeutung, in der eben keine Nächstenliebe praktiziert wird, sich alles nach dem Mammon richtet, von der Korruption über Verbrechen bis hin zu ständigen Kriegen. Kein Wunder, daß die Empörung zur Weltpolitik Überhand nimmt.

Wo verläuft die Trennlinie außerhalb von Fakenews und wahrscheinlicher Realität?

Auf den Punkt gebracht, es gibt sie schlicht und ergreifend nicht, es wird ihr vielmehr ständig nachgeeifert ohne nennenswerte Ergebnisse, es sei denn, Mensch schafft es endlich, beherzt ganz gezielte gewisse Systeme grundlegend zu ändern, bzw. abzuschaffen. Das folgenschwerste, jener Raubtierkapitalismus, diese Selbstverständlichkeit von Überreichtum, an dem sich alles orientiert, in der Politik bis zur Wirtschaft, bei der Bildung bis zum Glauben.

Ausgerechnet ein Donald Trump ruft zum Zusammenhalt auf, was natürlich seinem Amt entspricht in der Stunde der Not, der Bedrohung durch Terror, dennoch an Widersprüchlichkeit kaum noch zu toppen ist, wenn man bedenkt, daß er sich mit allen gleichzeitig anlegt, Europa, dem Iran, China und Russland, um nur die wichtigsten Staaten aufzuzählen, im selben Atemzug auf America First zu bestehen, ohne mögliche Konsequenzen zu überdenken.

Er erklärt den Medien den Krieg, spricht von Fakenews, benutzt sie trotzdem für seine Zwecke, reagiert zu Recht empört über die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi, bezweifelt die Stellungnahme, wenn der Kronprinz Mohammed bin Salman von „Hintermännern“ redet. Darf und sollte er auch. Doch wer hat denn all die Jahre Saudi-Arabien vor allem militärisch unterstützt? Die USA und ihre Verbündeten, so auch Deutschland!

Die Welt ist längst eine völlig andere im Verhältnis zu gestern

Das wichtigste Indiz, ihre Schnellebigkeit. In rasender Geschwindigkeit entstehen neue Erfindungen, technische Errungenschaften, viele Menschen können ihnen kaum noch folgen, immer mehr Spezialisten braucht es, die gleichzeitig von Künstlicher Intelligenz abgelöst oder ersetzt werden, Finanzströme delegieren ganze Industrien, politische Schwerpunkte, Elend und Kriege als Folge setzen Grenzen bei gleichzeitig neuen Perspektiven veränderter Machtverhältnisse und den Kreisläufen des Wiederaufbaus, Mutter Courage funktioniert genauso, wie Brecht es darstellte!

Eine ins Chaos versinkende Menschheit voller Zweifel, Krankheiten, Mutter Erde von einigen wenigen, profitgeilen Unwesen hilflos ausgesetzt, während die Umwelt dahinsiecht, Naturkreisläufe orientierungslos zusammenbrechen. Am Ende steht ein zurückgekehrter Jesus doch noch wieder auf und fragt sich: Cui bono? Mit einem fadenscheinigen Lächeln im Gesicht mag ein verbleibend ehrlicher Christ antworten, daß der Herr ausgezogen sei, um die Hirten einzusammeln, die sowieso nie vorhatten, göttlich zu handeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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