Nicht nur Märchen aus 1000 und einer Nacht haben uns aufgebracht


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Scheherazade als Tochter des Wesirs mag noch so viele Märchen dem König aufgetischt haben, manch Kind sich an ihnen köstlich laben, doch was in der Mitte Persiens dort geschah, gilt erst recht seitdem bis heute Jahr für Jahr. Gemeinsamer Nenner mag die Arabische Welt als Schnittmenge herhalten können, doch laßt uns nicht in unwichtige Details verrennen.

Der Blick sei für Momente gen Königreich Saudi-Arabien gerichtet, nicht etwa was man diesem so manch Fatales andichtet, vielmehr die geistig-fanatische Grundhaltung jener Religion erklimmt unerschrocken jeden Thron. Ob man Menschen einfach Hände abhackt, sie steinigt und peinigt, mit Gewalt bepackt, nach außen hin kriegerisch aggressiv weiter wütet, man neulich nicht vorm Morden journalistischer Kritiker zurückschreckt, wohlbehütet mit Waffen und gar deutschen Panzern eingedeckt, das Riesenreich im Mittleren Osten fordert selbst im Westen manch Posten.

Latürnich darf hierbei der blonde Dolle nicht fehlen, das sei wohl kaum noch zu verhehlen, der möchte endlich den nächsten Krieg irgendwo auf der Welt lostreten, schließlich nützt ohnehin keen Beten. Damit hat er genauso wenig am Hut wie ne Fliege in der Antarktis, tut ihr bestimmt nicht gefroren gut, vor dieser Kälte hat wohl jeder Schiß. Aber mal ganz im Ernst und hoch seriös, wer hat was von jenem Getös? Ach, laßt Euch doch drauf ein, nicht nur so zum Schein, sondern gezielt um die Ecke gedacht. Na, kommt keiner dahinter, ist zu aufgebracht?

Schaut mal etwas genauer hin, das ist der Sinn! Die Pressefreiheit geht tatsächlich dahin, sie wird nonstop mit Füßen getreten, ist fast überall ungebeten, da helfen keene Reporter ohne Grenzen, es folgen unübersehbare Turbulenzen. In autokratischen Staaten sowieso. Beispiele gefällig für den Status quo? Ob Nordkorea, Russland oder die USA, die Türkei oder das kleene Ungarn, Journalisten geht’s an den Kragen in Scharen, sie müssen äußerst wachsam sein, das wissen sie ohnehin von vornherein.

Doch zwischen Theorie und Praxis liegt so manch Gedankengalaxis. Hauptsache man bewahrt sich seinen eigenen Ehrenkodex – aber das ist ja gerade so perplex: Während der gewagte Journalist sich der Wahrheit verpflichtet, werden dessen Artikeln so manch Bösartiges angedichtet. Verschwörungstheorien hatten eh schon immer Hochkonjunktur, es hilft och dabei nicht jede Korrektur. Der Teufel im Detail sich versteckt, am Ende manch Kollege prompt verreckt!

So schließt sich erneut ein Kreis, führt uns aufs Abstellgleis, welches Unsicherheit, Wut und Haß erzeugt, sich fast jeder beugt, um nicht mit seinem Leben zu spielen, nach dem etliche längst ungeniert und erfolgreich zielen. Opfer bleiben weiterhin auf der Strecke, ungeschoren kommt davon manch hinterhältige Recke. Märchen können so wunderbar trügerisch uns einlullen, auch die Eins mit den drei Nullen, es verbleibt der hochgradig fade Beigeschmack: Sie stecken uns alle in nen großen Sack, jenes Herrschaftspack. Moral hat keinerlei Grenzen, sie wollen nur ewiglich in ihrer verlogenen Welt glänzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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