#Unteilbar demonstriert in großer Schar ohne Sahra – schon klar!


https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Die ewiglich trögen Verlautbarungen von manch finsteren Gesellen, sie seien das Volk, wurden endlich gestern eines Besseren belehrt, als von angekündigt 40.000 Demonstranten nahezu sechs mal soviel in Berlin bei #Unteilbar gegen rechts sich zeigten. Zugleich waren dennoch die Fronten erhärtet, Sahra Wagenknecht fehlte ganz bewußt, die Berliner CDU unterstrich ihre konservative Nähe zum Rechtspopulismus, statt mehr Farbe zu bekennen.

„Herbst der Solidarität“ eine folgerichtige Antwort nach den Chemnitzer Ausschreitungen vor gut sieben Wochen zum Ende des Sommers, der gestern im Oktober nochmal sein Comeback offenbarte, des abends Herbert Grönemeyer und Konstantin Wecker solidarisch für Stimmung sorgten. Sahra Wagenknechts Aufstehen scheint da manches in den falschen Hals bekommen zu haben, es fragt sich obendrein, ob sie noch das Sagen hat, immer isolierter sich selbst ins Aus manövriert.

Daß auch innerhalb der Linken unterschiedliche Meinungen vertreten sind, gehört schon zum Wesen jeder demokratischen Partei, bei den anderen verhält sich dies nicht anders. Aber der entscheidende Bruch stellt eine Zerreißprobe dar, die jener Partei eben gar nicht bekommt. Da wäre Geschlossenheit gerade jetzt äußerst notwendig, wo doch europaweit die Neue Rechte Aufwind erhält.

An kreativen Ideen soll es keineswegs scheitern, wie jüngst der Satiriker Martin Sonneborn verkleidet als Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg bewies, als er auf der Frankfurter Buchmesse zur Lesung des AfD-Politikers Björn Höcke erschien, allerdings ihm dann der Einlaß verboten wurde. Der Security mißfiel wohl meine Aktentasche, verkündete verschmitzt der Satiriker. Wenn schon die Gaulands und Höckes sich Passagen ehemaliger Nazis bedienen, sollte es schon gleich gar recht und billig sein, couragierte Widerstandskämpfer aufleben zu lassen!

Erinnern wir uns an die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS) vor knapp einem Jahr, welches dem rechstradikalen Politiker Björn Höcke einen Denkzettel per nachgebauten Holocaust-Denkmal vor eigener Haustür verpaßte nach dessen Formulierung in seiner Rede, „unser Volk sei das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt habe.“

Jede Demokratie kann nur funktionieren, wenn weite Teile des Volkes sie unterstützt, sich eben diese nicht einschüchtern lassen. Das unterstrichen gestern in Berlin die Demonstranten, vielleicht färben jene Eindrücke auch auf die heutige Wahl in Bayern ab und statt eines Markus Söder nimmt am Ende ein grüner Ministerpräsident Ludwig Hartmann Platz, um die Geschicke des Landes zu lenken, die Neue Rechte dorthin zu verweisen, wo sie hingehört: in die Vergangenheit besonders deutscher Geschichte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Quergedachtes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.