Am Tag vor der bayrischen Landtagswahl


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Söder und Seehofer kriechen zu Kreuze oder doch eher zu Kurz

Wenn Rechtskonservative aufeinandertreffen, mag viel Kungelei im Spiel sein, allein schon die Überschrift in der Welt beweist den unübersehbaren Abwärtstrend der CSU, wenn ein Markus Söder sich am Ende mehr Dankbarkeit gewünscht hätte. Die Steigerung von Spaltung gewisser Pilze ruft halt eine verlorene Demut hervor, die nur noch mit Liebäugelei rechtsradikaler Positionen gekittet werden kann, selbst wenn die einstige Mehrheitspartei der Bayern eine Zusammenarbeit mit jener AfD ausschließt.

Da können die Karten ziemlich schnell neu gemischt werden, erst recht wenn der bayrische Ministerpräsident darauf beharrt, keine Koalition mit der zweitstärksten Partei, den Grünen, einzugehen. Nach der Wahl kann vor der Wahl durchaus spekuliert werden. Viel mehr Optionen bleiben ohnehin nicht übrig.

Christlicher Augenauswischerei nutzen keine Kreuze

Die Zeit der Heuchelei neigt sich ganz offensichtlich ihrem Ende, bzw. andere Parteien verstehen es, ihre Prioritäten zu setzen. Entweder die Wiederentdeckung eines selbstverständlichen Umweltschutzes, obwohl diesen die Grünen auch nicht ständig und überall durchsetzen wollen oder können, und das grauenvolle Desinteresse mancher Protestwähler, die eine Neue Rechte in Kauf nehmen.

Das kann man unweit im Nachbarland Österreich beobachten, insofern nicht weiter verwunderlich, wenn dieser Sebastian Kurz frenetisch beim Wahlkampfabschluß der CSU empfangen wurde. Da kriechen Markus Söder und Horst Seehofer eher zu Sebastian Kurz als zu Kreuze. Söders Kreuzerlaß wurde ein Vierteljahr später überprüft, scheint erwartungsgemäß eher als belanglos gewertet zu werden. Typisch für reflexartige Lobhudelei einer C-Partei, die sich nicht christlicher verhält als die Gesellschaft. Dann hätte man es ja auch sein lassen können.

Bayrische Landtagswahl ein Politbarometer zur Stimmung auf Bundesebene?

Um die Frage mal direkt zu beantworten, das wäre ziemlich vermessen. Zumal die Uhren im Rest der Republik gänzlich anders ticken, erst recht im Nordwesten Deutschlands, wo bekanntlich sich eine AfD gar weit weniger als eine 10-Prozent-Partei behaupten kann.

Daß sie die 10 Prozent laut letzter Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen erreichen würde, sollte man nicht ausschließen, obendrein könnte sie noch am Ende die prognostizierten 12 Prozent der SPD toppen, die Grünen eventuell mit 20 Prozent als eindeutiger Wahlsieger hervorgehen. Das würde aber auch bedeuten, daß die Linken weiterhin nicht im Landtag vertreten sein werden, die Freien Wähler ohne weiteres bei möglichen Koalitionsverhandlungen das Zünglein an der Waage sein könnten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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