Tierversuche: Planet der Affen weilt nonstop unter uns


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Max-Planck-Institut ebenso in der Kritik

Wir Menschen verdeutlichen unsere Ignoranz tagtäglich im Umgang mit den Tieren, den gleichberechtigten Geschöpfen des Blauen Planeten. Dabei zeigt sich die Dominanz und der ohnehin ständig stattfindende Expansionsdrang unserer Spezies auch hierbei überdeutlich bei Affenversuchen. Menschliche Dekadenz erinnert fatal an das literarische Werk eines Pierre Boulle, seinen Roman „Der Planet der Affen“ (La Planète des singes).

Weiterhin steht das Max-Planck-Institut in der Kritik, wobei ganz ähnlich die Bremer Universität keinerlei Bedenken hat, Versuche an Affen auszuführen. Ende 2008 hatte das Bremer Verwaltungsgericht zunächst zugestimmt, der Uni die Erlaubnis zur Fortsetzung der Affenhirnversuche erteilt.

Gerichte vs. Tierschutz

Richter in Roben entscheiden über Verdeih und Verderb leidender Primaten, die sich nicht im geringsten wehren können, die hillfreichen Hände beherzter Menschen brauchen, die alles versuchen, um ihne jenes Leid zu ersparen.

Nach dem fragwürdigen Urteil des Verwaltungsgerichts, weil der Hirnforscher Andreas Kreiter sich festgebissen hat, seine Forschung in Bremen seit 1997 fortzusetzen, sich auf die garantierte Forschungsfreiheit beruft, beobachten wir das Auf und Ab der Versuche, ihn daran zu hindern, zum Schutz der betroffenen Affen. Und das obwohl ziemlich eindeutig der Nutzen jener Forschung völlig abwegig sich gestaltet: Das Affenhirn, der ganze Affe selbst, versagt auf ganzer Linie, als Probant für derartige Versuche herangezogen zu werden. Mit anderen Worten, Mensch unterscheidet sich deutlich von jenen Affen, diese Experimente sind daher nicht nur fragwüdig, sondern vielmehr vollkommen unnötig, weil letztlich nicht dienlich, machen darüber hinaus betroffenen Patienten Hoffnung, die ergebnislos sind.

Lachende Dritte im Hintergrund lauernd: mal wieder die Pharmalobby. Sie stellt den eigentlichen Nutznießer jener grausamen Tierversuche dar, profitiert im Ergebnis mit ihren daraus hergestellten Medikamenten, die dann dem Menschen helfen mögen. Daß es auch gänzlich ohne jenes Leid an Affenversuchen geht, ist längst bewiesen, wie auch hier der Deutsche Tierschutzbund beschreibt.

Der Gesetzgeber hätte es in der Hand

Doch die deutsche Gerichtsbarkeit steht zweckdienlich der verbohrten Forschung an der Seite, wenn man sich das Hin und Her vergegenwärtigt. Zunächst untersagte im November 2011 die Bremer Gesundheitsbehörde Kreiters Fortsetzung der Hirnversuche an Affen, aber im Dezember 2012 setzte sich das Oberverwaltungsgericht über die Gesundheitsbehörde hinweg, erteilte die erneute Erlaubnis der Bremer Uni, was somit den Bremer Senat beschäftigte, daraufhin der Gesundheitssenator Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegte. Selbst dies half nicht. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte leider das Urteil des OVGs Bremen im Februar 2014.

Welch dreiste Vorgehensweise, bedenken wir, die britische Universität Durham kommt gänzlich ohne qualvolles Leiden an Affen aus bei der Verhaltensforschung, sie erforscht das Lern- und Gedächtnisverhalten an Probanden mittels Transkranieller Magnetstimulation Wahrnehmung. Generell gibt es längst vielfachen Ersatz, um Tierversuche zu vermeiden.

Während letztlich der Gesetzgeber es in der Hand hätte mit einer Novellierung des Tierschutzgesetzes, in der unmißverständlich jedwede Forschung am Tier untersagt wird, müssen Affen in Versuchen weiterhin unnötig leiden, weil eine profitorientierte Lobby der Pharmaindustrie und Forschung genau dies verhindert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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