Wie reflektiert die Jugend ihr Leben? – ein Interview mit Lisa


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Schule belastet uns manchmal – Wege aus Krisen

Die Welt wird nachhaltig verändert von einer Spezies, die gar in der Lage, sich mehrfach zu zerstören. Dennoch unterliegen wir Menschen den Gesetzmäßigkeiten der Natur, die dafür Sorge trägt, das eigene Leben zu bewahren und vor allem den Fortbestand zu gewährleisten. Aber ohne die hilfreiche, behutsame Anweisung der Eltern und all jener, die Kinder und Jugendliche beim Erwachsenwerden begleiten, vermögen die ins Leben entlassenen Sprößlinge wohl kaum wirklich selbst, das eigene Leben zu meistern.

Den Königswegs gibt es ohnehin nicht, weil Mensch nun mal mit all seinen Schwächen und Stärken versucht, sich zurechtzufinden in einer Welt, die all unsere Vorfahren miterschaffen haben, den Lauf der Geschichte beeinflußten. Insofern gilt es, im Hier und Jetzt sich zu bewähren. Was geschieht da gerade vor unseren Augen um uns herum, das Allgemeinwissen mittels Schule und Medien mal mit einbezogen, welches die ein oder andere mehr oder weniger geprägt hat? Wie denkt und fühlt die heutige Jugend über ihr eigenes Leben, ihre Zukunft? Querdenkende ist dem nachgegangen und fragte die dreizehnjährige Lisa (ein Pseudonym, ihr eigentlicher Name ist der Redaktion bekannt) dazu.

Lotar Martin Kamm: Schön, daß du dir die Zeit nimmst, dich unseren Fragen zu stellen, Lisa. Keine Sorge, hier darfst du völlig frei sprechen, weder unterliegst du irgendwelchem Prüfungszwang noch dem Eingreifen deiner Eltern. Wobei wir schon bei der ersten Frage wären. Inwieweit glaubst du, bereitet dich Schule auf dein Leben vor? Kann sie dir genügend Neugier vermitteln?

Lisa: Schule kann das nicht wirklich, bereitet mich nur auf gewisse Dinge vor, aber nicht auf das, was außerhalb meines Lebens tatsächlich geschieht. Es gibt kein Unterricht für das aktuelle Weltgeschehen. Um zu wissen, was passiert, müßte man Nachrichten schauen und anhören. Dafür hab ich nicht immer die Zeit.

Lotar Martin Kamm: Natürlich macht Schule dennoch Sinn trotz ihrer Schwachpunkte, dem Gruppenzwang. Es geht halt darum, für sich den angenehmsten Weg zu finden, in deinem Alter auch, welche Ziele du für dich entdeckst. Hast du da bereits eine konkrete Vorstellung in beruflicher Hinsicht?

Lisa: Ich könnte mir gut vorstellen, mit Tieren zusammen zu arbeiten, vor allem mit Pferden als Reitlehrerin. Für den Bereich der Kosmetik und dem Haarstyling habe ich mich ebenso schon interessiert. Einen Beruf, bei dem ich lange sitzen müßte, fände ich weniger interessant. Da ich gut mit Kindern umgehen kann, kommt der Beruf der Kindergärtnerin für mich schon in Frage. Als Arzthelferin würde ich auch gerne arbeiten, weil die Ausbildung der Kindergärtnerin zu lange dauert.

Lotar Martin Kamm: Schule ist die eine Sache, aber dein Leben hat bestimmt auch genug andere Fragen auf Lager, die du vielleicht dir selber stellst. Beschäftigst du dich mit Umweltproblemen? Fallen dir spontan Mißstände ein, und falls welche, was sollte sich ändern?

Lisa: Autos könnten weniger umweltverschmutzend sein, die Fahrer müßen ihren Müll auch nicht gerade aus dem Fenster in die Landschaft werfen. Mir hat mal jemand erzählt, daß das Wetter durch die Abgase der Industrie sich verändert.

Lotar Martin Kamm: Bleiben wir bei der Politik, denn der Umweltschutz gehört zweifellos dazu. Hast du eine konkrete Vorstellung, was Politik ausmacht, wer sie gestaltet? Bevor du antwortest, ein kleiner Tip: Denke an deinen Wohnort, da gibt es auch einen Bürgermeister.

Lisa: Mit Politik habe ich generell nicht viel zu tun, weiß nicht so genau, was sie ausmacht. Der Bürgermeister spricht mit den Leuten vor Ort, um sich anzuhören, was sie stört. Er organisiert u.a. Dorffeste und Veranstaltungen, sorgt für Verbesserungen im Dorf.

Lotar Martin Kamm: In deinem Alter gibt es etliche, die sich politisch orientieren. Dich selbst bewegt das nicht sonderlich, was keineswegs tragisch. Jeder muß sich selbst erst mal finden, seine Neigungen, was man mag und was nicht. Gibt es irgendwelche Vorlieben, was du besonders gern machst in deiner Freizeit?

Lisa: Ich zeichne gerne und oft. Wenn es wärmer draußen ist, gehe ich gern spazieren, erfinde Gedichte und bin gerade dabei, ein eigenes Buch zu schreiben, möglicher Titel: Labyrinth. Musik höre ich auch ganz gern, im Moment beschäftigt mich das Geigespielen, wobei ich zwei Vorbilder habe, nämlich David Garrett und Lindsey Stirling. In der Schule setze ich mich oftmals nach dem Musikunterricht an den Flügel und spiele gern.

Lotar Martin Kamm: Kommen wir nochmal zurück zur Schule. Bist du zufrieden mit ihr, deiner Klasse, den Lehrern?

Lisa: Mit unserer Schule bin ich überhaupt nicht zufrieden. Es gibt oft Schlägereien und Drogenhandel ebenfalls. Alkohol wird bei uns hin und wieder auch getrunken. Bestimmte Lehrer sind nicht immer freundlich zu uns und geben uns oft Strafarbeiten auf, obwohl ein paar Schüler nichts getan haben. In unserer Klasse gibt es drei Schüler, die den Unterricht stark stören, sie beleidigen die Lehrer und geben Widerworte, verweigern das Mitarbeiten. Wir hatten eine Lehrerin, die uns als „Miststücke“ beleidigt hatte. Eine Mitschülerin hatte ihren Kopf nur kurz mit der Hand aufgestützt und wurde sofort vor die Tür geschickt. Diese Lehrerin hatten wir zwei Wochen lang, da sie den Mathelehrer vertrat. Nach einer Weile beschwerten wir uns beim Schulleiter, er meinte, daß seine Mitarbeiter so etwas nicht tun, hatte aber die Lehrerin daraufhin angesprochen. Nach dem Gespräch war sie auf einmal ganz nett zu uns.

Lotar Martin Kamm: Natürlich können wir in einem Interwiew längst nicht alles aufzeigen, was dich bewegt. Aber gibt es da etwas, was du uns noch selber mitteilen magst über dich, deine gleichaltrigen Freunde, deine Sorgen?

Lisa: Ich mache mir Sorgen um meine beste Freundin, die sich nämlich ritzt. Sie hat sich schon mehrmals den Namen ihres Freundes in die Beine und Oberarme geritzt. Da einige Freunde sie verlassen haben, hat sie die Namen überritzt.

Lotar Martin Kamm: Wir bedanken uns recht herzlich für deine Antworten und wünschen dir alles erdenklich Gute für die Schule, dein Leben und daß deine Freundin das mit dem Ritzen beendet.

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