Kein Blick in die Kristallkugel


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Rückbesinnung trotz verlorerer Unschuld

Gedankenblitze schießen dir durch den Kopf, während da draußen das Leben an dir vorbeizieht in all seiner elenden Vielfalt, die dir belastend tagtäglich begegnet, du keineswegs auch nur ansatzweise Ideen hast, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Trotzdem bemühen sich deine grauen Zellen, die wohlversorgt beinahe schmachtend nach Lösungen suchen, zu tief verwurzelt deine innere Sehnsucht, wenigstens das nähere Umfeld friedlich zu gestalten.

Im nächsten Moment fällst du in ein schier unendlich tiefes Loch voller Selbstzweifel, erahnst bereits das Desaster eigener Depressionen, die sich ohne Umschweife ankündigen. Nein, zulassen wirst du sie niemals, weil deine innere Einstellung ihr gänzlich widerspricht. Schau besser nicht zurück in Zorn, ändern läßt sich die Vergangenheit ohnehin keineswegs. Was geschehen, müssen wir hinnehmen.

Ganze Luftschlösser möchten wir erbauen in Hinblick auf die nähere und erst recht weitere Zukunft. Aber auch sie läßt sich weder planvoll noch ansatzweise tatsächlich vorbestimmen, weil zuviele Unwägbarkeiten ihre Wege durchkreuzen mögen, so daß sie anders als erwünscht verläuft. Was aber vermag Mensch real ändern in den Fallen der Gezeiten, die er sich selbst auferlegt? Lediglich im Hier und Jetzt bestimmt er seinen Lauf, obwohl Vergangenheit und Zukunft ganz dicht bei ihm, ihn begleitend die Hand reichen wollen, wenn er denn versteht, des Rätsels Lösung ohne Zögern zu deuten.

Dazu bedarf es nicht unbedingt spirituell ausgereifter Ideen oder gar das Wissen darum, vielmehr zählt der Einklang mit sich selbst und der Umwelt, ohne andere zu stören oder gar feindselig ihnen zu begegnen. In der Tier- und Pflanzenwelt funktioniert jener Respekt in einer beispielhaften Selbstverständlichkeit. Mensch hingegen, seinen Verstand in rasender Geschwindigkeit nahezu chaotisch stets vergleichend, vergißt vor lauter Selbstüberschätzung, den Schwachen an die Hand zu nehmen, um sich wie ein Herrscher von oben herabblickend zu erheben.

Der Unfrieden ward geboren, Homo sapiens hat dadurch nicht nur seine Unschuld verloren, sondern das Wesen der Natur mißachtet. Die Schöpfung dies niemals toleriert. Jetzt heißt es ständig: Wer nicht pariert, der verliert auf ganzer Linie. Die Spuren in den Geschichtsbüchern lassen sich keineswegs tilgen, egal wie viele Geister meinen, sie könnten manipulativ das Rad der Zeit verfälschen. Was geschehen, vergißt Mutter Erde mitnichten. Manch alter Baum erzählt dir darüber spannende, oft traurige Geschichten. Gerade jene Urgestalten, die ältesten Wesen auf Erden, senden ständig ihre Botschaften, wer denn bereit, sie zu lesen, ihnen zu lauschen.

Mystisches aufbauschen? Egal, es ist ausgesprochen, Mensch, laß dich niemals wieder unterjochen! Ansonsten kommt noch einiges unter manch Stein an Bösem hervorgekrochen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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2 Antworten zu Kein Blick in die Kristallkugel

  1. Claudia Berlin schreibt:

    „…vielmehr zählt der Einklang mit sich selbst und der Umwelt, ohne andere zu stören oder gar feindselig ihnen zu begegnen. In der Tier- und Pflanzenwelt funktioniert jener Respekt in einer beispielhaften Selbstverständlichkeit.“

    Das kann nicht dein Ernst sein – oder du bist ein Städter, der nie über das Halten einer Zimmerpflanze hinaus mit „Natur“ Kontakt hatte. Das meine ich nicht böse, ich erklär mir deinen Satz halt so.

    Als Betreiberin eines naturnahen Gartens kann ich dir sagen, dass alles, was dort lebt und west, keineswegs darauf aus ist, „andere nicht zu stören“ bzw. immer friedlich zu sein.

    Ganz im Gegenteil gibt es z.B. eine Reihe dominanter Pflanzen (z.B. Brombeeren, Hopfen, Kanadische Goldrute, Efeu und viele mehr), die – solange der Standort passt – alles andere überwächsen und nieder machen, wenn man sie lässt.

    Sogar Gemüsepflanzen wehren andere ab, mit denen sie sich nicht vertragen. Sie sondern Giftstoffe ab, die den anderen keine Entwicklungchancen lassen.

    Das viel gerühmte „Bodenleben“ ist auch nicht nur brav und kommunikativ und Humus-bildend, da sind auch Bakterien und Pilze drunter, die ganze Bäume binnen kürzester Zeit absterben lassen (bei uns traf das in 10 Jahren über 50% der vorhandenen und neu gepflanzten Bäume).

    Und erst die Insekten! Alles ist am Fressen und Gefressen werden, es gibt sogar richtige Kriege, wenn etwa ein Ameisenvolk eine anderes überfällt, viele Ameisen tötet und deren Eier und Larven raubt und fortträgt. Ganz übel ist oft genug die Fortpflanzung, wenn etwa andere lebende Insekten als „Proviant“ für die implementierte Brut genutzt wird.

    Ich könnte so fortfahren, aber ich denke, es reicht. Die Idealisierung von „Natur“ ist gänzlich unangebracht, auch wenn uns als Betonbewohnern jede grüne Oase als Idylle erscheint.

    Philosophisch betrachtet ist das alles zunächst verstörend, aber es kann auch dabei helfen, die menschliche Population und ihre Kulturen nicht nur als leider furchtbar defizitär anzusehen. Verglichen mit „Natur“ haben wir es mittels Kooperation und Anpassung doch recht weit gebracht – wir KÖNNEN friedlich zusammen leben und „Kultur machen“ – nicht immer und überall, aber doch ziemlich oft und viel.

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  2. hraban57 schreibt:

    Selbstverständlich ist das mein Ernst. Du allerdings hast einen entscheidenden Denkfehler. Weil man wenn man deine Argumentation fortsetzt, gäbe es nur noch Krieg und Elend in der Natur selbst, das würde bedeuten, die Starken obsiegen, die Schwachen werden vernichtet. Funktioniert aber nicht, es gibt immer ein Gleichgewicht der Kräfte. Mensch verspielt dies und ist dabei, sich selbst und andere zu vernichten, wenn er nicht wachsam genug.

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