Wer auf den Putz haut, recht blöd dreinschaut


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Laute Töne beschäftigen nicht nur weltpolitisches Parkett, sie beherrschen längst etliche Gesellschaften, besonders diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, ein gepflegtes demokratisches Miteinander anzuwenden. Die Sprache, der Umgang untereinander nimmt rauhere Formen an, was wiederum in Familien, Lehranstalten, beim Arbeitsplatz unübersehbar für Unmut sorgt, nicht nur das Klima vergiftet, sondern obendrein krank macht, die Stimmung leidet, mehr Fehler sich einschleichen, den Frieden insgesamt noch mehr gefährdet.

Dennoch scheinen etliche Gesellen, dies nicht verhindern zu wollen, sie suhlen sich eher am Leid anderer, um selbst als götzenhafte Gewinner zu obsiegen., was wiederum ihren eigenen Narzißmus unterstreicht. Um nur einige Namen zu nennen, die exakt in jene Kerbe schlagen, sei mal Donald Trump, Recep Tayyip Erdoğan, Viktor Mihály Orbán aufgeführt, mit Blick gen Deutschland passen besonders etliche AfD-Politiker, die jenen Eigenschaften gerecht werden. Hauptsache auf den Putz gehaut, egal ob man dann recht blöd dreinschaut!

Angesichts solcher Mißstände fragen sich kritische Beobachter völlig zu Recht, wieso derartige Entwicklungen zugelassen werden. Was beflügelt Menschen, sich jenen Ungehobelten unterzuorden? Eigenes Unvermögen, demutsvolle Duckmäuserei, unvermeidbare Ängste? Eine Gruppendynamik, auf die selbst die Psychologie keine erschöpfende Antwort parat hat? Sicherlich, es liegt im Wesen vieler Menschen, sich ein Stückweit führen zu lassen, kann man stets in den meisten Gruppierungen beobachten.

Trotzdem verbleiben Zweifel, fragen sich Beherzte, warum dies nicht verhindert wird. Dabei spielen Seilschaften, ein Netzwerk komplizierter gegenseitiger Abhängigkeit wohl die größte Rolle, was meist eben nicht richtig durchaut werden kann, sogar nicht soll. Das würde ansonsten deren Position schwächen, was unter allen Umständen vermieden wird. Wer steigt schon gern vom eigenen hohen Roß, wo man sich doch so vortrefflich eingerichtet hat?!

Auf den politischen Alltag übertragen, darf man sich insofern nicht wundern, daß manche Hürde bestimmter Problematik eben keineswegs genommen werden kann. Unnahbare Führungspersönlichkeiten lassen sich nicht wegdrängen, in die Karten gucken, sie behaupten sich, ohne jedwede Reue oder Einsicht. Letztlich dreht man sich im Kreis, bleibt Veränderung aus.

Resignation sollte aber nicht obsiegen. Das funkioniert erst recht nicht, würde bedeuten, daß die Trumps, Erdoğans, Orbáns und Co. als lachende Gewinner dastehen wie ein Fels in der Brandung, während eine ohnmächtige Gesellschaft sie weiter gewähren läßt. Auch deren Stündlein wird eines Tages schlagen, sie sich spätestens vor der Schöpfung verantworen müssen, besser noch zu Lebzeiten. Denn mit welchem Recht sollten sie unantastbare Privilegien für sich beanspruchen dürfen? Mit keinem!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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