Abgebrannt im eigenen Land – wer rettet uns vor dieser Schand?


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Wenn eine Mitte schweigend duldet

Gefangener im Strudel der Meldungen, die dich erreichen, ob in der Glotze oder beim Einloggen ins Internet, in den Social Media. Überhaupt stößt bereits letztere Formulierung auf, was soll denn daran sozial sein, wenn Fakenews und Haßbotschaften sich gegenseitig um die Ohren gehauen werden, d.h. wildes Getippsel in den Kommentaren den anderen überbieten möchte, von den netten Videobotschaften ganz zu schweigen, wo narzißtische Ergüsse nur so von trögen fanatischen Statements rüberkommen.

Das alles sorgt für viel Unmut in der Gesellschaft, dabei gern vollmundig deren Mitte zitiert wird. Welche Mitte denn, und was soll die denn darstellen? Im Kontext bedeutet es folglich, es gibt elitär Begünstigte und der ständig wachsende Rand der Armut. Die Mitte habe dies auszubaden und sei der Zahlmeister der Nation. Das stimmt aber nur bedingt. Denn genau jene Mitte schweigt gern, wenn Extremismus, Gewalt und generelle Mißstände sich verselbständigen. Es reicht eben nicht, sein Kreuzchen alle vier Jahre auf dem Wahlzettel zu hinterlassen.

Ein friedliches Miteinander kann nur fruchten, wenn echte Leidenschaft im Alltag Wege der Besserung gezielt sucht, man sich interessiert und engagiert. Nein, nicht mittels dem richtigen Parteibuch, in dem man seinem Chef imponieren will, im Bekanntenkreis, an den Stammtischen, in den Vereinen. Das wäre viel zu banal, aber genau das macht ebenso einen Großteil jener Mitte aus, diese Selbstgefälligkeit.

Rettung aus der Not widriger Umstände, wobei am Ende niemand verantwortlich sein möchte? Mit Blick…, um mal bei der Mitte zu bleiben, mitten in Europa köchelt jene Neue Rechte ihr gehässiges Süppchen, und erneut gehen ihr etliche auf den Leim. Im Nachbarstaat Österreich, dem Geburtsland jenes Männchen mit Schnauzbart, darf ein Herr Kurz unaussprechliches verkünden, um es mal auf dessen Punkt umformuliert zu bringen: Alles halb so wild, rechte Politik sei per se salonfähig. Kein Wunder, weil über die Hälfte Europas fleißig seinen Beitrag dazu leistet.

Und die sogannte etablierte Politik, all jene Parteien, die die Demokratie und Menschenrechte hochhalten? Die duckt sich nicht nur weg, sie verzettelt sich in Pöstchengeschacher, sorgt weltweit ohnehin für genügend Kriege und Elend, beutet eben jene Mitte unerschrocken mit aus, um im Parlament als „Saubermann und –frau“ vieles zu relativieren. Medien berichten, so gut es geht, manche bestimmt beeinflußt, ohne gleich alle als Lügenpresse oder Fakenews diffamieren zu dürfen. Das entspricht der simplen Strategie einer faschistischen Grundhaltung, die gern jene Nazis sich auf ihre Fahnen schrieben, was wiederum auch nur abgekupfert wurde. Propaganda gab es schon weit vor ihnen.

Das Fatale bei all jenem politischen Elend ist nach wie vor eine schweigend verharrende Mehrheit, die sich eben nicht traut, lieber ängstlich abwartet, was da geschehen mag, obwohl längst ein politisch-geschichtliches Bewußtsein herangewachsen sein sollte. Schulische Versäumnisse entsprechen einer Alibi-Ausrede. Im Zeitalter des Internets erst recht, es sei denn, man betrachtet alles als Fakes und verstrickt sich in Verschwörungstheorien zusammen mit esoterischen Halbwahrheiten. Dann wird es nicht nur haarig, sondern bietet ganz viel Nährboden für fanatische Zielsetzungen.

Sortieren lautet das Zauberwort, stets hinterfragen, ohne den Konsens zur gesellschaftlichen Entwicklung zu verlieren, besonders jedwede Gewalt eben nicht zuzulassen, weil sie niemals lösen kann, vielmehr zerstört. Am Ende in Kriegen, im Vorfeld mittels Vorurteilen und unnötigen Haß. Wer Ausgrenzung und Rassismus zuläßt, darf sich nicht wundern, wenn morgen wieder Bücher verbrannt werden, das Internet kontrolliert wird neben totaler Überwachung, letztlich totalitäre Systeme obsiegen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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