Wunderkinder: Ausnahmen wider der Norm


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Emily Bear verzaubert Musikliebhaber

Unser Leben verläuft keineswegs geradlinig, selbst wenn Millionen von Menschen tagtäglich versuchen, sich zurechtzufinden in einer Welt voller Regeln und Gesetzmäßigkeiten, an die sich alle halten, damit eine gewisse Ordnung den Rahmen friedlichen Zusammenlebens bietet. Das funktioniert meistens, natürlich mit Abstrichen, denken wir an Verbrechen oder eben jene vereinzelten Ausnahmeerscheingungen wider der Norm.

Abfällig, manchmal mit einem gewissen Neidfaktor belegt, werden hochbegabte Menschen als Wunderkinder tituliert. Was soll man lang drum herumreden: Es gibt sie tatsächlich, ob es der Gesellschaft nun paßt oder nicht. Das hat gar nichts mit Prahlerei zu tun, sondern vielmehr sollte man einfach eingestehen, daß da manchmal höchst selten Menschen heranwachsen, die beschenkt wurden mit einem bestimmten Talent.

In der deutschen Übersetzung erfolgt der Hinweis auf die Handlung des Films „Little Man Tate“ aus dem Jahre 1991, so heißt er dort „Das Wunderkind Tate“, in dem Jodie Foster sowohl Regie führt als auch die alleinerziehende Mutter und Kellnerin Dede Tate spielt, die plötzlich bemerkt, wie hochbegabt ihr Sohn Fred ist.

Als Dreijährige komponiert, als Neunjährige in der Carnegie Hall

Im Alter von zwei Jahren entdeckte ihre Großmutter, Merle Langs Greenberg, selbst Klavierlehrerin, daß bei Emily Bear ein unübersehbares Talent zum Klavierspielen in ihr schlummern muß. Bereits ein Jahr später komponierte die in Rockford, Illinois Geborene ihre ersten Musikstücke, es folgten innerhalb der nächsten fünf Jahre noch 350.

Wer das Charisma des Ausnahmetalentes verfolgt, kann nur noch staunend feststellen, wie wunderbar göttlich unser Kosmos derart tolle Genies zuläßt. Spätestens beim Zuhören- und schauen dieses kurzen Filmbeitrages, „Emily Bear: Girl With A Gift“ wird es überdeutlich.

Gleichzeitig kommt man nicht umhin, ihren Weg weiter zu verfolgen, wer denn ein echtes Musikinteresse hegt. Da spielte die 12-Jährige völlig locker mit Musikern als Jazz Trio zusammen, wohlgemerkt führte ihre eigene Komposition vor. Die Sicherheit erlangte sie aufgrund der Förderung seitens ihrer Eltern und einem wachen Umfeld, welches behutsam sie einführte in die Welt der Musik, der Live-Auftritte. So spielte sie mit 9 Jahren in der berühmten Carnegie Hall, in Manhattan New York City, als jüngste Teilnehmerin bis dahin auf der Bühne vor knapp 3.000 Zuschauern.

Ein Jahr später erschien sie in der Hollywood Bowl vor einem Publikum mit 11.000 Menschen, führte ein Medley ihrer eigenen Anordnung vor, vom „Bubble Boogie“ bis hin zum „Miss Celie Blues“ mit Sängerinnen, die sie begleiteten, wie Patts Austin oder Gloria Estefan. Im Frühsommer dieses Jahres wurde sie zusammen mit vier anderen Musikern mit der Abe Olman Scholarship der Songwriters Hall of Fame ausgezeichnet.

Toleranz und Anerkennung – eine simple Formel

Gerade weil solche Ausnahmetalente uns Menschen begegnen, sollten wir mit wesentlich mehr Respekt sie betrachten, sodaß Häme, Neid oder gar viel Unverständnis nicht angebracht sind. Sicherlich gab und gibt es Eltern sowie ein entsprechendes Umfeld, die manchesmal solch hochbegabte Talente eventuell in die verkehrte Richtung lenken, zuviel von ihnen abverlangen, zumal ein kapitalkräftiges Interesse durchaus mitschwingen kann. Daher befindet man sich stets auf einem sehr dünnen Pfad der Entscheidung: Sie nicht zu fördern, wäre ein verschenktes Talent, zuviel Beachtung kann unter Umständen solche Menschen irritieren, sie finden manchmal nicht zu sich selbst.

Vergessen wir nicht, sie entsprechen eben nicht der Norm, heben sich mit ihrer Begabung extrem ab. In sofern sollte Toleranz und Anerkennung von vornherein selbstverständlich angewandt werden, ohne sie gleich wie Götter zu behandeln, sie haben die selben Bedürfnisse wie die „Normalen“ und es dennoch gerade deshalb vielfach schwerer.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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