Diagnose Tuberkulose – Leidensweg einer Betroffenen


WHO warnt weiterhin vor Infektionskrankheit

Der nachfolgend beschriebene Leidensweg hat sich genauso zugetragen, lediglich der Name der Patientin wird selbstverständlich durch ein Pseudonym ersetzt. Es muß schon zu Beginn der 1960iger Jahre geschehen sein, daß sich Paola mit dem Mycobakterium tuberculasis angesteckt hat, wie dies erst nach fast fünfzig Jahren endgültig gesichert diagnostiziert werden konnte. Zunächst verlief ihr Leben bereits in Kindertagen alles andere als glücklich, traten damals schon Infekte wesentlich häufiger auf als üblich. Allerdings verwunderte dies die Ärzte und die Familie nicht sonderlich, da Paola eben eher mager war als vollschlank, so daß ihre Konstitution dafür verantwortlich gemacht wurde.

Als erwachsene Frau durchlebte sie denselben Weg wie viele andere auch, gründete eine Familie, wurde Mutter und hatte vorläufig keinerlei Beschwerden. Dies änderte sich allerdings Mitte 1990iger Jahre schlagartig ohne jedwede Vorwarnung. Und im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen, fand sie zusammen mit ihrem behandelnden Hausarzt eine schlüssige Erklärung. Der damalige Job verursachte zusammen mit einhergehenden Bossing eben diese Schwächeanfälle. Ursache erkannt, Job beendet, die Gesundheit machte sich wieder breit, und alles schien auf bestem Wege zu sein.

Nur ein paar Jahre später, bei einem sommerlichen Spaziergang mit Hund und Ehemann ereilte sie erneut ein Schwächeanfall, wobei aufgrund starker Herzschmerzen dieser sie sofort ins Krankenhaus fuhr. Dort stand für die behandelnden Ärzte die Diagnose erstaunlich schnell fest: Angina pectoris oder auch direkter Herzinfarkt. Und diesmal konnte noch wesentlich schlimmeres verhindert werden, denn eine dauerhafte Behandlung mit dieser Diagnose ist ebenso nicht gerade gesundheitsfördernd, sondern kann unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden.

Ihr Hausarzt hatte während seines Medizinstudiums das große Glück, bei einem Praktikum Patienten zu behandeln, die am sogenannten Roemheld Syndrom zu leiden hatten. Die Allopathie oder auch Schulmedizin genannt, lehnt dieses Krankheitsbild kurzerhand ab, so daß die meisten Medizinstudenten eben nicht erfahren, wie sich dessen Verlauf gestaltet. Roemheld-Syndrom-Patienten haben fast exakt dieselben Symptome wie bei einem Herzinfarkt, nur daß dieser nicht vorliegt. Als Ursache hatte damals ihr Entdecker, der Internist Ludwig von Roemheld, blähende Speisen und übermäßiges Essen ausgemacht, die wiederum im Magen und Darm Gase bilden, welche auf das Zwerchfell drücken, um diesen Druck an die Lunge und ans Herz weiterzuleiten.

Auch können diese benannten durch irgendwelche Darmerkrankungen hervorgerufen werden, denn Paola selbst zeichnete sich eben nicht durch übermäßiges Essen aus und nahm auch keine blähende Speisen zu sich. Als trotz der geklärten Diagnose ihre Beschwerden kein Ende nehmen wollten, insbesondere beklagte sie ich über mangelnde Energieverluste, fühlte sie sich zusehends geschwächter, wechselte sie den Arzt. Der neue Hausarzt fand schnell eine schlüssige Diagnose: psychosomatische Erkrankung. Selbstverständlich beteiligte sich Paola zunächst bei der folgenden Indikation, versuchte alles, um ihre Beschwerden einzudämmen.

Dennoch folgten in den nächsten zwei Jahren noch zwei Notfalleinweisungen ins Krankenhaus, und jedes Mal standen die behandelnden Ärzte vor einem Rätsel, akzeptierten teilweise sogar den Befund des Roemheld-Syndroms, was aber nicht mehr der Auslöser ihrer Beschwerden sein konnte.

Erneut wechselte sie den Arzt, auch weil ihr Hausarzt mal nicht erreichbar war. Die neue Ärztin hörte sich ihren Fall sehr aufmerksam an und hegte einen Verdacht, eben weil sie selbst auch mit einem Lungenfacharzt befreundet war. Paola befolgte ihren Rat und unterzog sich erneut ausführlichen Untersuchungen in der zuständigen Klinik. Zunächst waren diese ergebnislos, aber bei der letzten Visite war eine russische Ärztin zugegen, die zum aller erstenmal den Verdacht äußerte, es könne sich um eine Tuberkulose (TBC) handeln. Es wurde schließlich eine Bronchioskopie (Spiegelung der Bronchien) durchgeführt. Und einige Tage später stand der Befund fest: geschlossene TBC!

Paola hatte endlich die Ursache für ihr jahrzehntelanges Leiden durch diese Ärztin finden können; es folgte eine halbjährige, spezielle Antibiotika-Behandlung, wobei sie das Glück hatte, daß diese für sie sehr gut verträglich war, sie danach als vollständig geheilt galt.

Warum wurde dieser Fall hier so ausführlich geschildert?

Nun, was die wenigsten Leser wohl wissen werden, ist, daß die Tuberkulose die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten anführt. Immerhin starben 2017 noch weltweit 1,6 Millionen Menschen lt. der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an dieser tückischen Krankheit. Paolo hatte zwar keine offene TBC, dennoch verursachte selbst die geschlossene ihr diese langjährigen Beschwerden, sie schwand dahin, was auch im Sinne dieser Krankheit wohl zu sein scheint, heißt sie doch auch Schwindsucht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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