Wo gehobelt wird, da gibt es Spahn


Der Kohl-Linie gerecht werden

Manch Omen verheißt nichts gutes, schon gleich gar nicht, wenn Dietmar Bartsch als Laudator zur Buchvorstellung des Jens Spahn auftritt. Dieser meint, „er sei jetzt bekannt, müsse noch beliebt werden.“ Skepsis hat dabei durchaus Berechtigung, kaum im Amt und Würden als Gesundheitsminister im Merkel-IV-Kabinett, schon erscheint dessen Biographie. Der als Merkel-Rivale Titulierte wird laut Michael Bröcker als Kanzler Angela Merkel ablösen, was sonst.

Dabei durfte bereits „Kohls Mädchen“ sich versuchen, nachdem sie die kurze siebenjährige Jahre sozialdemokratische Regierung ablöste, um als erste Kanzlerin den Stuhl zu erklimmen. Mit Jens Spahn entspräche dies durchaus einer Kohl-Linie, wird ihr gerecht. Alle drei haben eines gemeinsam: eine tiefverwurzelte Unerschrockenheit, wenn es darum geht, den Sozialstaat zu schmälern.

Noch längst kein Kandidat, schon tritt er nonstop in gewisse Fettnäpfchen

Vielleicht zeichnet genau dies jenen Jens Spahn als Kanzlerkandidaten aus. Es gehört eben keine Sozialkompetenz dazu, selbst wenn er sich selbst als Gesundheitsminister brüstet. Wer dermaßen vorschnell sich über die an den gesellschaftlichen Rand gedrängten Hartz-IV-Empfänger nahezu lustig macht, darf sich nicht wundern, in die Reihen der Promis eingeordnet zu werden, die keine Ahnung vom wirklichen Leben haben. Erst recht nicht als Politiker!

Die Kungelei zu Horst Seehofer läßt gleichwohl tief blicken, was da sich nach vorne traut, zumal bereits ein Sebastian Kurz ihm Vorschußlorbeeren bescheinigte, eine Zusammenarbeit sich mit Jens Spahn vorstellen könne. Werden da etwa schon erste Seilschaften geknüpft? Erstaunen kann nicht aufkommen, das gehört einfach zum politischen Geschäft, genauso wie die Mitgliedschaft in der Atlantik-Brücke. In diesem Kontext erstaunt Spahns Reaktion zum G20-Gipfel weniger, daß die Randalierer „Linksfaschisten“ gewesen sein mögen, Teile der SPD und Grünen, die gesamte Linke „auf dem linken Auge blind sein sollen“. Genau, dann kungelt man lieber mit einer CSU und bald schon mit einer AfD?

Eine Koalition der Union mit der AfD unter Spahn als Kanzler möglich?

Spekulationen dürfen schon mal in den Raum gestellt werden, wenn eine entsprechend politische Notwendigkeit dies gebietet. Mit jenem zu beobachtenden europäischen Rechtsruck mehr denn je! Spätestens zur 20. Bundestagswahl im Herbst 2021, wenn Bundeskanzlerin Merkel nicht mehr antreten wird, hat sich Europa jenem Novum zu stellen, daß auch Deutschland sich einreiht in Regierungsformen mit Rechtspopulisten.

Kann verhindert werden, wenn die anderen Parteien sich einigen, genau das nicht zuzulassen. Dazu bedarf es etlicher Kraftakte, eben keine gespaltene Linke, eine in der Versenkung verschwindende SPD und eine grüne Partei, die sich deutlich von der Union abgrenzt, anstatt auf Länderebene mit dieser zu regieren. Der FDP kann man weiterhin nicht trauen, wie uns die bundesdeutsche Geschichte lehren sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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