Früher war alles anders – eine nüchterne Betrachtung


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Du brauchst Abstand von allem, mit gebührendem Respekt. Wie willst du sonst einigermaßen neutral und gelassen bestimmte Zusammenhänge beurteilen, auswerten und reflektieren? Laß mal die Luft raus, entspanne dich, ein kurzer Flug nach Ibiza tut gut. Halt, kannste knicken, der Umwelt zuliebe, in Wirklichkeit sind Chemtrais nichts anderes als mehr Kondensstreifen, wie inzwischen klar sein sollte.

Aber fragwürdige Verschwörungstheorien bleiben mal außen vor, hier geht’s um Handfestes, unseren Alltag, der einerseits einer perspektivlosen Zukunft entgegenblickt, sollte jener rechtsradikale Haufen sich tatsächlich politisch durchsetzen, andererseits richtig gute Initiativen, Ideen und Gelebtes, was Mut macht, daß Mensch noch längst nicht aufgegeben hat.

Während etliche lamentieren, früher sei alles anders gewesen, leben manche ihnen etwas vor, was schnell übersehen werden kann in der Nachrichtenflut häßlicher Ereignisse. Widerstände beinhalten nicht nur Demos oder Wutschriften, vielmehr alternative Ideen, die aufgegriffen und beherzt umgesetzt werden. Menschheit befindet sich längst in einem Paradigmenwechesel, es muß halt auch erkannt werden.

Kein leichtes Unterfangen, weil festgehalten wird am Kriegstreiben, an Zersetzung in der Gesellschaft, gerade mit jener braun-blauen Brut, die europaweit ihre Chance wittert und kontinuierlich ihr Terrain sichert, wer einen Blick auf die europäische Karte wirft. Aber den Kopf in den Sand stecken, darf und kann keine Option sein, sondern eben genannte Widerstände haben zu greifen, kreative Ideen machen sich Luft. Doch ein „anders“ als früher, oder?

Hatte noch in den 1930er Jahren jenes Nazi-Pack erfolgreich das deutsche Volk rumkriegen können, schaut es heute schwieriger aus, über siebzig Jahre gelebte Demokratie stellen eine Hürde dar, wenn auch in der alten DDR über vier Jahrzehnte eine Einheitspartei dies verhinderte. Davon profitieren jene Blaunen ganz offensichtlich, wenn sie in der Wählergunst zur stärksten Partei aufsteigen. Was für ein Armutszeugnis, eine große Herausforderung für alle jene, die den Neonazis auf den Leim gehen!

Früher gab es genauso wie heute hoffnungslose Momente voller Verzweiflung, viel Pessimismus, und doch als Pendant all jene, die sich nicht beirren ließen, die Welt verändern zu wollen, hin zu mehr Menschlichkeit, weg von Konsumrausch und Umweltzerstörung. Das dauert, bis es in den Köpfen aller Wege der Einsicht gefunden hat. Dazwischen gilt es, Rückschläge zu überwinden. Schwierig in Zeiten jenes Rechtsrucks, aber durchaus lösbar, wenn man sich besinnt, worauf es ankommt: ein ausgewogenes Augenmaß an deutlichen Argumenten, an beherzten Streitern, jene rechte Mischpoke in die Schranken zu weisen, vor allem ein Zurück zum Sozialstaat, bevor ein nimmersatter Neoliberalismus sich endgültig durchsetzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Früher war alles anders – eine nüchterne Betrachtung

  1. Holly01 schreibt:

    In den „neuen Bundesländern“ hat die Elite gleich zwei mal alles geschliffen.
    Nach der „Wende“ wurde alles verscherbelt und gepfändet/abgewickelt.
    Mit Rot/Grün wurde der Rest gestohlen.
    Ja, die sind sauer.
    Womit?
    Mit Recht …
    vlg

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