9/11: Türöffner für noch mehr Krieg und Terror?


Verschwörungstheorien versickern im Sand der Ungewißheit

Steht die Welt tatsächlich Kopf seit dem bisher größten Terroranschlag, der heute vor 17 Jahren stattfand? Vor 9/11 war alles anders? Zumindest hatte es da noch keine weitreichende Folgen für die Völker unseres Planeten. Gedenken wir der vielen unschuldigen Toten, die ihr Leben verloren haben, ob nun durch die CIA, die Terroristen oder andere verschwörerische Thesen, sie bleiben weiterhin tot, und nichts verbessert sich im Sinne der Angehörigen bei der Wahrheitsfindung, die so unendlich komplex kompliziert sich gestaltet.

Manche meinen, es sei eigentlich ganz einfach, es werden eifrig Thesen entwickelt, die lesen sich auch ganz nett, und doch entstehen automatisch Widersprüchlichkeiten schon bei genauerer Betrachtung.

Michael Moores Fahrenheit 9/11 genauso unhaltbar wie offizielle Stellungnahmen?

Die persönliche Fehde zwischen dem Autoren Ray Bradbury und seinem dystopischen Roman Fahrenheit 451 und Michael Moore, weil dieser gegen den Willen des Science-Fiction-Autors den Namen „Fahrenheit 9/11“ kreiert hatte, bildet wohl den Auftakt anderer, kritischer Punkte. Vergessen sei nicht, daß Moores Film knapp drei Jahre nach den Terroranschlägen erschienen war, also die Öffentlichkeit noch durchaus paralysiert den Film wie einen trockenen Schwamm aufnahm, auch weil sich inzwischen erste Verschwörungstheorien gebildet hatten.

Zunächst schien somit endlich der eigentliche Bösewicht gefunden zu sein: G.W. Bush und die USA selbst haben den Anschlag inszeniert. Daß mit wenig einfachen Tricks Dokumentarfilme auch manipuliert werden können, daran wollte zunächst kaum jemand glauben. Der Film war erst mal ein Senkrechtstarter, wurde entsprechend gelobt. Schon drei Jahre später folgte die entsprechende Gegendarstellung im kanadischen Dokumentarfilm Manufacturing Dissent, der die Methodik und Entstehung Michael Moores Film hinterfragte.

Aber auch die Macher dieser Gegendokumentation, Debbie Melnyk und Rick Caine, haben sich dem Urteil des Lexikons des Internationalen Films zu stellen, welches ihnen im Gegenzug auch fragwürdige Recherchearbeit zum Vorwurf machte. Somit verbleibt dem kritischen Zuschauer lediglich nur noch, sich seines gesunden Menschenverstandes zu bedienen, der da lautet: Vorsicht ist geboten.

Im September 2005 folgte nach dreijähriger Untersuchung, wobei über 300 Wissenschaftler und Experten daran beteiligt waren, die ausführliche Studie über alle relevanten Aspekte der Einstürze von WTC 1-6 durch das National Institute of Standards and Technology (NIST).

Die Wahrheit wird nicht ans Licht kommen, es verbleiben die Theorien

Da selbst offizielle Stellungnahmen zusammen mit dem Final Report vom 21. August 2008 immer noch jede Menge unbeantwortete Fragen offen lassen, verbleiben ebenso die Optionen des 9-11-Truth-Movements. Und je größer Bewegungen anwachsen, umso mehr mischen sich auch all diejenigen darunter, die ihre eigentlichen Ziele gern durchsetzen möchten.

So hat sich z.B. bei Andreas von Bülows Buchvorstellung „Die CIA und der 11. September“ der Neonazi Horst Mahler ins Publikum gesetzt, was wiederum die Öffentlichkeit registrierte. Erst bei der Sendung Maischberger konnte Bülow gerade noch rechtzeitig bekunden, daß er Mahler überhaupt nicht kenne. In Flugzeuge im Kopf hat sich übrigens der ehemalige Bundesminister für Forschung und Technologie (1980-1982) beim Spiegel geäußert.

Die Folgen des Terrors haben die Welt bis heute nachhaltig verändert

Erinnern wir uns an den Satz, der um die Welt ging aus dem Munde des damaligen US-Außenministers Colin Powell, der da sagte: „Die Welt wird nicht mehr so sein, wie sie vorher war!“ Ziemlich schnell entstand die Idee zum War on Terror, die Fahrkarte für die USA und ihre Verbündeten, die „Bösen“ ausfindig zu machen und per Kriegseinsätze zu bekämpfen.

Staatlicher Terror, der ohnehin bereits stattfand, konnte jetzt hochoffiziell eingesetzt werden im Gefangenenlager Guantanamo, wo Terrorverdächtige ihr Dasein unter Folter und anderen demütigenden Verhältnissen fristen mußten. Weltweite Überwachung begann sich nach und nach durchzusetzen, auch das Internet ist betroffen, die Sicherheitsdebatten folgen, die ohnehin schon installierten Videokameras werden auf- und nachgerüstet. Ob der Fingerabdruck im Reisepaß, höhere Kompetenzen bei den Geheimdiensten, verschärften Sicherheitskontrollen an den Grenzen, den dadurch bedingten Vernetzungen von Polizeiapparaten und Datenbanken, der Ausweitung von Lauschangriff und Rasterfahndung bis hin zum EU-weitem Haftbefehl, die Realität der Einschränkung der Bürgerrechte zugunsten der Terrorbekämpfung hat uns längst eingeholt. Die Rechtsordnung erhält eine neue Dimension, der vollständige Überwachungsstaat ist längst keine utopische Anwandlung mehr, wie dies George Orwell noch beschrieben hatte, durch diesen Terroranschlag ist er zur Gewißheit geworden.

Somit dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Menschen weiterhin kritisch diesem Geschehen gegenüberstehen, wenn wir die Folgen genauer betrachten. Hätte ohne 9/11 diese Kette der Überwachung erfolgreich eingesetzt werden können? Wohl eher nicht.

Gedenken wir also nicht nur der vielen Toten, auch derjenigen, die bis heute aufgrund unnötiger Kriegseinsätze ums Leben kommen, an die Demokratien, die zu Grabe getragen werden in einer Welt des Mißtrauens, der Möglichkeiten, manipulativ zu agieren, um Menschen mal wieder zu unterjochen. Wir müssen wachsam stets alles abwägen, so weit wir dies vermögen, um uns dann ein Bild zu machen, was der Wirklichkeit am nächsten kommt.

„Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann.“
(Ernst R. Hauschka)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Terror

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Eine Antwort zu 9/11: Türöffner für noch mehr Krieg und Terror?

  1. Gog von Magog schreibt:

    „Ziemlich schnell entstand die Idee zum War on Terror,….“
    Diese Idee war schon vorher geboren, ein „Thinktank“ mit so ehrenwerten Mitgliedern wie Cheney, Rumsfeld, Wolfowitz und gleichgearteten Konsorten kam zu dem Ergebnis, dass die USA ein ähnlich katalytisches und für die Amerikaner traumatisches Ereignis wie „Pearl Harbour“ bräuchten, um die kriegsmüde US-Bevölkerung für all die perversen „Auslandseinsätze“ gewinnen zu können.
    Wer noch ein paar Gehirnzellen und Synapsen sein eigen nennen kann, müsste allein an diesem Beispiel, das ja tatsächlich eine absolute Zäsur in der jüngeren Geschichte bedeutet, erkennen können, dass die Welt von all(deutungs)mächtigen -kein Mainstream-Medium (zumindest des „Wertewestens“) bis hin zur letzten Dorfpostille stellt die offizielle Version ernsthaft in Frage, obwohl 9/11 schlecht ausgeführt wurde und etliche physikalische Gesetze an diesem Tag außer Kraft gesetzt waren- und komplett menschenverachtenden, globalen Eliten gelenkt wird, die außer zu einem (durch allerlei Perfidien künstlich geschaffenen) Staat keinerlei Loyalität zu den Nationen kennen.
    So wie bis bis zum zweiten Weltkrieg das „Empire“ die Funktion des militärischen Erfüllungsgehilfen für diese „Internationalisten“ ausüben durfte, ist diese Aufgabe danach auf die USA übergegangen und wenn diese Nation demnächst ausgesaugt ist, wird wohl mit China zum nächsten Wirt übergegangen.
    Im Sinne des abschließenden Zitats von Hauschka erwarte ich von ihnen, Herr Kamm, sicherlich nicht, dass dieser Beitrag durch ihre Zensur geht.

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