Europäischer Rechtsruck ignoriert vergangenes Leid


Humanismus vs. Rassismus – Haß stets ein Indiz für Zerstörung und Unterdrückung

Inzwischen versterben selbst all jene, die noch Kinder waren im Zweiten Weltkrieg, sicher doch, manch sehr Alte durchlebten ihn noch als Erwachsene, wichtige Zeitzeugen, die über grausige Erinnerungen zu berichten wissen, dabei unbedingt jene ausgeklammert, die weiterhin meinen, unter Adi sei alles nicht so schlimm gewesen, gar diejenigen, die den Holocaust verleugnen. Geschichtsklitterung hält ohnehin längst wieder Einzug.

Anstatt aus der durchlittenen Historie zu lernen, solche Erfahrungen mitzunehmen, sie einfließen zu lassen im Leben, in den politischen Alltag, scheinen etliche simpelst zu verdrängen, was auch hierzulande geschah, gar ziemlich schnell nach 1945. Die besonders von den USA hochstilisierte Gefahr vom schlimmen Kommunismus sorgte ein Stückweit mit, nicht nur den Eisernen Vorhang zu errichten, sodaß eine Mauer die beiden deutschen Staaten trennte.

Die KPD wurde in der BRD verboten, eine NPD durfte sich ganz selbstverständlich entfalten. In den Köpfen etlicher spukten noch die Versäumnisse aus dem Dritten Reich, von einer wirklichen Aufarbeitung der Nazi-Ära kann kaum die Rede sein, erst recht nicht in damaliger DDR, wo simpelst eine SED für eine totalitäre Überwachung sorgte, für Ängste und unterdrückten Rassismus, der sich inzwischen gern im Osten Deutschlands Wege seiner Entfaltung sucht, wer in die Gesichter jener Wutbürger in Chemnitz schaut.

Schweden bald elftes Land, wo Rechtspopulisten an der Regierung beteiligt?

Wer einen Blick auf die Grafik wirft, sieht etliche blau ausgemalte Länder Europas. Hellblau all jene, bei denen in den Parlamenten rechtspopulistische Parteien vertreten sind, in Belgien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Litauen, Niederlande, Russland, (Schweden, alles offen), Tschechische Republik und in der Ukraine. Ein etwas dunkleres Blau die Nationen, wo Rechtspopulisten inzwischen an der Regierung beteiligt sind, in Bulgarien, Finnland, Griechenland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Norwegen, Österreich, Schweiz, (Schweden dirchaus möglich) und in Slowenien. In Polen und Ungarn stellen Rechtspopulisten den Regierungschef (dunkelblau).

Nach gestrigem Politthriller in Schweden vermag sich die politische Landschaft ändern, zwar liegen die Sozialdemokraten dort noch weiterhin vorn, dennoch sind die Rechtspopulisten die Gewinner der Wahl, verbesserten sich um rund fünf Prozent als drittstärkste Partei. Insofern Schweden bald elftes Land, wo Rechtspopulisten an der Regierung beteilgt sein werden? Da bedarf es viel Eigeninitiative der anderen Parteien, ein Stühlerücken in der Einigkeit, genau dies zu verhindern!

Was treibt Menschen in derart blinden Gehorsam?

Vergessen all die Errungenschaften einer freizügigen Gesellschaft, in der das Thema der Emanzipation weitestgehend überwunden, Frau mitbestimmt, kulturelles sich austoben durfte mit Blick gen sämtliche Künste, neben den rechten Parteien eine grüne und eine linke sich etablierte? Es waren die drei Volksparteien, CDU/CSU und SPD, auch eine FDP, die hierzulande dafür sorgten, dem Neoliberalismus zu folgen, vom Sozialstaat sich zu verabschieden.

Gleichzeitig wurde der Imperialismus nie gestoppt, entfaltete sich unverblümt mit Blick gen etliche Kriegskonflikte, die bis heute anhalten, neue schnell entstehen können. Eine friedliche Welt eher eine Illusion, bei der auch im Innern europäischer Staaten gezielte Strömungen den Kurs diktieren. Mal wieder Despotismus im Aufschwung, rechts überholen und links stehenlassen! Wollen wir uns das allen Ernstes erneut zumuten, wissend, wohin solche Entwicklungen führen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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