Hanseatische Ersatzkasse übt sich in unterdrückerischer Erpressung


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Schilderung eines Betroffenen

Sämtliche Probleme mit der gesetzlichen Krankenkasse entstanden dadurch, daß die Krankenkasse gerne ein Lichtbild von mir haben möchte, es aber keine Rechtsvorschrift dafür gibt, die mich dazu verpflichtet. Zwar steht in §284 SGB V, Absatz 1, Nummer 2, daß die Krankenkasse berechtigt ist, ein Foto zu erheben und zu speichern. Ähnliches gilt für §291 SGB V, welcher von der Krankenkasse als Rechtsgrundlage angegeben war und in dem es heißt, daß die eGK mit einem Lichtbild zu versehen sei. Es gibt aber keine gesetzliche Verpflichtung für Versicherte, ein Foto zur Verfügung zu stellen. Man kann das auch daran erkennen, daß die Lichtbild-Verweigerung keine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Um den behandelnden Arzt über meinen Versicherungsstatus zu informieren, schickte die Krankenkasse auf meine Anforderung hin ein Fax für den jeweiligen Behandlungstag an den Arzt (solche Faxe werden Ersatzbescheinigung genannt, siehe §15 SGB V, Absatz 6; meine Mitwirkung orientiert sich an der gültigen Gesetzlage, überschreitet diese aber nicht).

Aber bereits im Januar 2017 teilte eine Mitarbeiterin der HEK (Hanseatische Ersatzkasse) mit Sitz in Hamburg mir telefonisch mit, daß sie nunmehr ein letztes Mal eine Versicherungsbestätigung per Fax an einen Doktor schicken wolle, weil es neue Bestimmungen gäbe, die dies nur für wenige Male zulassen würden. Ich müßte den Arztbesuch ohne Bestätigung selbst, per Privatrechnung, bezahlen.

Aufgrund dieser Aussage war ich danach in 2017 nicht mehr bei einem Arzt, obwohl ich Probleme und auch Schmerzen hatte. Als ich dann am 22.12.2017 den Hauptsitz der HEK in Hamburg besuchte, sprach ich mit einem der Mitarbeiter und übergab ihm ein Schriftstück (siehe Kasten 1), in der ich eine Aufklärung über meinen Versicherungsstatus anforderte. Er fragte dann noch, ob ich die Antwort unbedingt schriftlich bräuchte, woraufhin ich ihm mitteilte, daß ich auf einer schriftlichen Antwort bestehe.

Mitgliedsstatus                                                                                 20.12.2017

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

laut Aussage einer Ihrer Mitarbeiterinnen muß ich sämtliche Behandlungskosten selbst bezahlen wenn ich keine Mitgliedskarte der HEK mit Foto besitze.

Ich fordere Sie hiermit auf, diese Aussage schriftlich zu bestätigen oder zudementieren. Führen Sie bei Bestätigung bitte die dafür relevanten Rechtsgrundlagen mit auf.

Mit freundlichem Gruß

Kasten 1, Schreiben zur Anforderung des Versicherungsstatus

Auf dieses Schriftstück erhielt ich dann ein Schreiben von der HEK (datiert: 27.12.2017), das aber weder eine Bestätigung noch ein Dementi der dort verzeichneten Aussage bezüglich der Behandlungskosten enthielt. Stattdessen waren viele Infos enthalten, die ich weder angefordert hatte, noch brauchte, weil ich diese bereits besaß.

Als ich dieses Schreiben Anfang Januar 2018 erhielt, rief ich dort an und fragte nach, wie ich dem Arzt innerhalb von 10 Tagen nachweisen soll, daß ich bei der HEK versichert sei. Ein Mitarbeiter antwortete, daß ich von der HEK ein Fax für den Arzt abrufen könne, welches als Versicherungsbestätigung für diesen einen Behandlungstag gilt. Davon, daß dies nur begrenzt möglich sei, wußte er jedenfalls nichts, als ich ihn darauf ansprach.

Die ersten beiden Male in 2018 klappte die Faxanforderung auch, aber bei den letzten Malen wurde telefonisch immer wieder gesagt, daß das nur eine Ermessensbestimmung sei, man erst nachfragen müsse, und nicht damit rechnen könne, daß es beim nächsten Mal auch wieder klappt. Am 22.02.2018 wurde beim ersten Anruf die Faxversendung glatt verweigert, beim 2. Anruf aber dann ausgeführt. Solche Schikanierung ist natürlich keine akzeptable Vorgehensweise einer Krankenkasse.

Weitere Probleme gab es am 01.03.2018. Die Hotline-Frau war anfangs freundlich, hat mich aber zum Ende des Gesprächs häufig unterbrochen, so daß ich meinen letzten Satz 5- oder 6mal neu beginnen mußte. Beenden konnte ich ihn jedoch nicht, weil die Mitarbeiterin plötzlich einfach auflegte. Dieses empfand ich auch nicht gerade als „Service“.

Am 19.07.2018 forderte ich per Email (es hieß plötzlich, daß es telefonisch nicht mehr geht, weil eine Unterschrift erforderlich sei) ein Fax für einen Arztbesuch am 25.07.2018 an. Am 23.07.2018 erhielt ich eine Email mit dem Hinweis, mich bei der Servicenummer zu melden. Dies wurde am selben Tag mittags erledigt. Bei diesem Gespräch teilte man mir mit, daß das Fax zu dem Arzt gesendet wird.

Als ich mich am 25.07.2018 zu diesem Arzttermin begab, lag dort kein Fax vor. Die Empfangsschwester rief bei der Servicenummer der HEK an, um die Sache zu klären. Das Fax wurde nach dem Gespräch dann auch geschickt, aber es entstand ein Zeitversatz von ca. 15 Minuten.

Bei diesem Gespräch wurde die Schwester von der Servicemitarbeiterin darüber informiert, daß ich kein Foto zur Verfügung stelle. Dies war ein klarer Verstoß gegen das Datenschutzgesetz.

Ebenfalls war es der Anlaß, ein Schreiben an den Vorstand der HEK per Einschreiben/Rückschein zu versenden (am 27.07.2018, Eingang bei der HEK am 30.07.2018) und eine professionellere Arbeitsweise zu fordern. Immerhin sind alle Beiträge vollständig und pünktlich bezahlt worden, es ist nicht ein einziger Cent offen, und da würde ich gerne die Leistungen in Anspruch nehmen, wenn es erforderlich ist.

Ich erhielt ein Schreiben datiert am 07.08.2018 von der Kundenbeauftragten der HEK, indem sie um Geduld bittet, weil interne Ermittlungen am Laufen seien.

Diese Ermittlungen scheinen sehr zeitaufwendig für die HEK zu sein, weil sie Ende August immer noch nicht abgeschlossen sind. Ich hatte ein Fax für den 23.08.2018 angefordert, aber als ich beim Doktor eintraf, war dort kein Fax. Ich rief bei der Hotline an, aber man teilte mir mit, daß kein weiteres Fax verschickt würde. Bestehende Termine mußte ich erstmal absagen, ich weiß nicht, wann ich wieder zum Arzt gehen kann. Eine laufende Behandlung wurde nun deshalb unterbrochen. Meine bezahlte Krankenversicherung ist plötzlich auf 0% zusammengeschrumpft.

Dies ist eine komplette Leistungseinstellung der Firma HEK, obwohl alles ordnungsgemäß bezahlt ist, und der Grund ist das fehlende Foto, zu dem es keine rechtliche Verpflichtung für mich gibt, dieses einzusenden. Nach den offensichtlichen Ansichten der HEK verliert man also seinen Versicherungsschutz, wenn man kein Foto einreicht.

Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um:

  1. Eine kriminelle Vorgehensweise, um ein Foto zu erzwingen (keine Gesundheitsleistung).
  1. Vertragsbruch.
  1. Eine einseitige Vertragsänderung, bei der ich plötzlich etwas zureichen soll, ohne dem es vorher jahrelang wunderbar klappte, zu dem ich gesetzlich nicht verpflichtet bin und von dem ich keinen Nutzen habe (eigentlich ist es sogar eine Verschlechterung für mich, weil ich nicht möchte, daß persönliche Daten von mir irgendwo im Netz herumschwirren. Ich lese fast täglich von Einbrüchen und Hacks in Datenbanken und Clouds (z.B. blog.fefe.de), und gerade solche Bürokratiefirmen sind nicht gerade bekannt für ihre Sicherheitssorgfalt).
  1. Kundenverarschung, weil mal gesagt wird, „es geht“, und dann ist es plötzlich nur noch Ermessungsbestimmung und geht halt manchmal und manchmal eben auch nicht. Kein tragbarer Zustand.
  1. Schlechte Mitarbeiterausbildung, weil es am 25.07.2018 immer noch Mitarbeiter der HEK gibt, die scheinbar noch nichts von Datenschutz gehört haben (obwohl es im Mai mit so viel Tammtamm eingeführt wurde, daß man es gar nicht übersehen konnte), oder die der Meinung sind, es sei gar keine Datenschutzverletzung, wenn man die Gründe für die Arzt-Faxe jedem mitteilt, der danach fragt.

Weitere Webseiten, die sich mit diesem Thema befassen (willkürliche kleine Auswahl):

https://www.stoppt-die-e-card.de

http://www.flegel-g.de/2014-12-21-eGK-eGA.html

https://campanulae.wordpress.com/2015/10/08/egk-verweigerer-mein-umgang-mit-dem-egk-zwang/

https://ddrm.de/arbeitsgemeinschaft-von-klaegerinnen-gegen-die-elektronische-gesundheitskarte-und-die-telematikinfrastruktur-gebildet/

Siggi R.

Querdenkende hat zum Schutz des Autors ein Pseudonym verwendet.

Kategorie: Gesellschaft

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Eine Antwort zu Hanseatische Ersatzkasse übt sich in unterdrückerischer Erpressung

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Zum Einen kann der Kolumnist für die Zeit der Nichterfüllung des Vertrages sein Geld zurückfordern, und die würde ich einfach vom letzten geleisteten Arztbesuch bis dato einfordern und mit einer Zahlungsfrist von 2 Wochen versehen, plus Zinsen, ab diesem Datum. Sollte darauf keine Reaktion erfolgen, hilft bestimmt ein Mahnbescheid vom Amtsgericht (kostet nur 15 Euro), denn dann MUSS die Krankenkasse reagieren, da ansonsten nach Ablauf von 14 Tagen ein rechtskräftiger Titel entsteht. Clevererweise würde ich dies gleich mit der Nichterfüllung der Faxsendungen verbinden, denn dann MÜSSEN die sich zu dem besonderen Fall äußern. Abgesehen davon würde ich mich ans TV wenden, denn in jedem Bundesland gibt es Sendungen in den dritten Programmen, welche sich solchen Fällen annehmen und wenn alle Stricke reißen, dann sollte man denen ein Foto zusenden, so wie ich, auf dem man überhaupt nicht mehr zu erkennen ist, weil es bereits aus dem letzten Jahrtausend stammt. Entdecke die Möglichkeiten 😉

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