Sex: Tabuloser Dauerbrenner einer verlogenen Gesellschaft


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Internet Türöffner für noch mehr Spaß

Flatrate-Bumsen in Erotik-Centern längst Schnee von gestern? Was darf es denn als nächstes sein? Während oftmals über die prüde USA hinter vorgehaltener Hand geredet wird, solch alberne Filme wie „American Pie“ dies auf gewisse Weise auch bestätigen, dürfen wir erstaunt feststellen, daß weltweit allerorten Sex uns entgegenglotzt.

Das Spiel mit den Reizen erhäl eine nie zuvor dagewesene öffentliche Performance, sei es durch ständig wachsende Magazinvielfalt, Pornofilmindustrie oder Erotik-Centern sowie Sexclubs. Die schönste Sache der Welt verkommen im Glamour einer eigentlich verlogenen Gesellschaft, ein tabuloser Dauerbrenner, obendrein technisch längst erweitert mit Hilfe des Internets?

Schöne neue Welt der lieblosen Reize

Nehmen wir uns noch die Zeit der behutsamen Annäherung, der seit Menschengedenken aufregendsten Form im Finden zum Höhepunkt beim Liebespiel, welches Schmetterlinge durch den Bauch kribbelnd, die Romantik des Lebens vorausahnend signalisiert, somit eine wahre Liebe entsteht? Verliebtheit nicht nur ein kurzer Zustand auf dem Weg erotischer Erlebnisse, sondern der wohl vertraulichste physische Austausch? Demgegenüber mutet der schnelle „Fick“ an der nächsten Ecke, dem Verabreden zu Sex-Dates über gewisse Internetseiten die schöne neue Welt der lieblosen Reize zu.

Wirkt das bereits verachtenswert? Keineswegs soll hier der moralische Zeigefinger erhoben werden, mögen doch Menschen ihr Sexualleben in vollen Zügen genießen, solange alles freiwillig im gegenseitigen Einvernehmen geschieht. Und dennoch darf man schon erstaunt, ein wenig irritiert beobachtend sich wundern, welch breites Spektrum an Angeboten dem freien Markt feilgeboten wird. Die dialektischen Fragestellungen mögen für den einen sich keineswegs stellen, während der andere sie durchaus nachvollzieht: Was spiegelt sich da unter unser aller Augen wider? Eine tatsächlich freie Gesellschaft, die den Sexus unbedarft auslebt oder eben auch ein zügelloses Ausmaß, bei dem mitnichten Erotik im Spiel, sondern viel eher ein gewisser Abfuck?

Kein aufrichtiger Austausch, oftmals ein gewisses Stillhalten

Obwohl wir überall mit einer sichtbar befreiten Gesellschaft konfrontiert werden, scheint der Umgang manchmal in der Praxis nicht so gänzlich angekommen zu sein, fühlen sich die unterschiedlichen Geschlechter zurecht benachteiligt, werden sogar Heterosexuelle diskriminiert, was ansonsten Homosexuelle tagtäglich weltweit zu erleiden haben. Das Sahnehäubchen einer eigentlich hämischen Gaffermentalität offenbart sich bei der Auseinandersetzung mit der Politik. Anstatt sachlich kontrovers politische Inhalte zu diskutieren und anzuprangern, zieht es insbesondere eine gewisse Medienöffentlichkeit vor, über Äußerlichkeiten sich Luft zu machen.

Sicherlich sollten auch bei Politprominenz schonungslos sexuelle Schandtaten aufgedeckt und veröffentlicht werden, dennoch vermischen sich Sexskandale manchmal mit vorschnellen Urteilen, die der Wirklichkeit alles andere als gerecht werden. Was in die Öffentlichkeit gezerrt, mögen wir vielfach erfahren. Aber wie verhält es sich eigentlich, wenn es darum geht, offen über eigene Sexualvorstellungen mit den Partnern sich auszutauschen, und zwar nicht, in dem wir einfach unsere Lust gegenseitig ausleben, sondern darüber sachlich reden?

Die Psychotherapeutin Claudia Haarmann meint, wir würden voller Hemmungen stecken. Wird die Kluft zwischen dem, was die sexualisierte Gesellschaft an perfekten Bildern bietet und dem, was im Innern erlebt wird, tatsächlich immer größer, wie Claudia Haarmann in dem Interview nachhakt? Und wer sich denn die Mühe macht und Paare hinterfragt, wie sie es denn halten, erfährt schon das ein oder andere erstaunliche Detail. In eher wenigen Fällen herrscht da ein sprachlich-gedanklich offener Austausch. Im Gegensatz zu Frau Haarmann muß man leider auch feststellen, daß die junge Generation in dieser tabulosen Gesellschaft ganz viel Freizügigkeit miterlebt, aber gleichzeitig viele trotz vermeintlicher Aufklärung ahnungslos in Schwangerschaften schlittern und darüber hinaus das Alleinsein ohnehin flankiert wird in einer Welt voller Ablenkungen.

Opferrolle oder sexuelle Zügellosigkeit – bleibt die Liebe auf der Strecke?

Keine Hure wäre beziehungsfähig, würde sie nicht zwischen Job und Privatleben unterscheiden. Sexuelle Zügellosigkeit offenbart sich tagtäglich im Wechselspiel einer gewissen Offenheit, denken wir an Swingerclubs, an Paare, die ihre Beziehungen offen ausleben, an die vielen heimlichen Affären bis hin zu Stalking und Eifersuchtsdramen.

Die schönste Sache der Welt spielt sich ideenreich allerorten mitten unter uns ab, wobei leider viele Opfer auf der Strecke bleiben. Der nimmersatte Trieb fordert daher einen anderen Preis: sexueller Mißbrauch die dramatischste Schattenseite! Während Liebe und Sexus emotionslos praktiziert, verbleiben all jene, für die das Zusammenspiel zwischen Erotik, Verliebtheit und Sex untrennbar als wahrhaftige Liebe empfunden und dann vor allem gelebt wird.

Die Sängerin und Schauspielerin, Julie Andrews, äußerte sich mal mit den Worten:
„Wenn einem die Treue Spaß macht, dann ist es Liebe.“

Ein wunderschönes Gleichnis formulierte Honoré de Balzac:
„Das Wesen wahrer Liebe läßt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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